Erst Unfall, dann Pole: Hartley belohnt schwitzende Mechaniker

Brendon Hartley widmet seine Polerunde den Toyota-Mechanikern, die seinen GR010 Hybrid nach der Kollision am Freitagvormittag wieder aufgebaut haben

Erst Unfall, dann Pole: Hartley belohnt schwitzende Mechaniker

Kaum zu glauben, aber wahr: Für den Toyota mit der Startnummer 8 ist die Poleposition bei den 6 Stunden von Bahrain 2021 die erste Pole seit mehr als zwei Jahren. Seit dem 6-Stunden-Rennen in Fuji im Oktober 2019 hat die #8 bei keinem Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) mehr auf dem besten Startplatz gestanden.

Und das, obwohl der Qualifying-Tag gar nicht gut begonnen hat. Im Freien Training am Vormittag kollidierte Sebastien Buemi mit dem Iron-Lynx-Ferrari #85 (Frey/Bovy/Legge). Er bekam dafür vier Strafpunkte aufgebrummt - beziehungsweise von seinem Kontingent von zwölf Punkten abgezogen. In der WEC gilt ein reziprokes System zur Formel 1.

Das bescherte den Mechanikern von Toyota Gazoo Racing Europe eine Extraschicht bei 33 Grad Celsius im Schatten. "Das war ein harter Tag für alle, denn es gibt in der Box keine Klimaanlage. Diese Pole ist für sie", sagt Hartley.

Die erste Poleposition seit zwei Jahren bedeutet Hartley natürlich einiges. Vor allem bringt sie einen Punkt im WM-Kampf ein, in dem er, Buemi und Kazuki Nakajima vor dem Wochenende neun Punkte Rückstand auf das Schwesterfahrzeug #7 von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez hatten. "Jeder Punkt zählt, das ist immer so im Motorsport", weiß der Neuseeländer.

Wichtig ist aber auch, dass es endlich mal wieder im Qualifying geklappt hat: "Wir waren jetzt einige Male dicht dran. In Monza hätten wir es beinahe gehabt, aber da hat Jose eine Runde am Ende rausgehauen. In Le Mans war es zwischen mir und Kamui sehr knapp. Das Kästchen ist jetzt abgehakt."

Hartley sagt, er habe die Runde "ein wenig zu konservativ" begonnen. Das aber erwies sich als Segen, denn so hatte er hinten heraus auf dem reifenmordenden Kurs noch Reserven. Das hat den Unterschied gemacht.

Kamui Kobayashi rätselt derweil: "Gratulation an Brendon, das war eine großartige Runde. Ich hatte keinerlei Fehler auf meiner Runde, aber vier Zehntelsekunden Rückstand auf das Schwesterfahrzeug."

Keine Teamorder, aber auch keine Zweikämpfe

Toyota hält an seiner bisherigen Philosophie fest. So ist kein Ergebnis geskriptet. Beide Autos dürfen voll attackieren. Allerdings sind direkte Zweikämpfe nach wie vor verboten. Toyota fehlen noch zwölf Punkte zum Titel in der Herstellerwertung. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass dieser am Samstag entschieden wird, denn dafür muss nur ein Auto ins Ziel kommen.

 

"Die Fahrer machen unter sich aus [wer gewinnt]", sagt Teamdirektor Rob Leupen gegenüber 'Sportscar365'. "Aber wir managen die Fahrzeuge, wenn eines schneller als das andere ist. Wir haben einen normalen Prozess, den wir mit den Fahrern ausgemacht haben."

"Wir müssen das Rennen vernünftig managen, weil wir wollen, dass ein Toyota vor allen anderen Marken landet. Was wir nicht möchten, ist, dass beide Autos in der letzten Kurve im Kiesbett landen." Welches Fahrzeug das Schnellere ist, entscheiden in diesem Fall die Renningenieure.

Hartley erwartet, dass das Reifenmanagement am wichtigsten sein wird. Bahrain gilt als Reifenkiller, tagsüber erst recht. "Die Reifen sind hier höchsten Belastungen ausgesetzt", so der 31-Jährige. "Der zweite Stint [auf einem Satz] wird äußerst wichtig. Wir haben noch keinen vollen Doppelstint auf den Reifen hier absolviert. Es ist schwierig vorherzusagen, wie hoch der Verschleiß sein wird. Das wird morgen ein wichtiger Faktor."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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