FCY oder VSC? Buemi kritisiert Unberechenbarkeit der WEC-Rennleitung
Sebastien Buemi übt Kritik an Renndirektor Eduardo Freitas, weil die Wahl auf FCY und VSC seines Erachtens nicht logisch sind - FIA wehrt sich gegen Kritik
Die Entscheidung, wann FCY und wann VSC/SC geschaltet wird, ist laut Buemi nicht transparent
Foto: FIA FIA
Toyota-Werksfahrer Sebastien Buemi übt Kritik an der Wahl der Neutralisierungsmittel durch die WEC-Rennleitung. Nach den Läufen in Austin und Fuji erklärt der Schweizer, dass es für Fahrer und Teams zunehmend schwer verständlich sei, warum sich Renndirektor Eduardo Freitas in bestimmten Situationen für ein Virtuelles Safety-Car (VSC) statt eine Full-Course Yellow (FCY) entscheidet.
Während die Boxengasse bei einer FCY für reguläre Stopps geschlossen bleibt, dürfen die Fahrzeuge unter dem VSC zum Boxenstopp kommen. Zudem mündet jedes VSC zwingend in eine "echte" Safety-Car-Phase, was mühsam herausgefahrene Abstände schlagartig zunichte macht.
Die Teams sind daher bei jedem Zwischenfall vor ein Dilemma gestellt: Sollte eine FYI folgen, könnte ein schnelles Schlüpfen an die Box den rennentscheidenden Vorteil bringen. Sollte es aber zu einem VSC kommen, wäre ein Boxenstopp im Vorfeld dessen nachteilig.
"In letzter Zeit entscheiden feine Nuancen oder meiner Meinung nach vor allem Glück diese Rennen", sagt Buemi gegenüber Motorsport.com Global, der englischsprachigen Schwesteredition von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Es gibt sehr viele Full-Course-Yellows, Virtuelles Safety-Cars und Safety-Cars, und es ist schwer nachzuvollziehen, warum der Renndirektor ein Virtuelles Safety-Car und keine Full-Course-Yellow wählt. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf das Rennen."
Auf dem Fuji Speedway profitierte Buemi gemeinsam mit seinen Teamkollegen Brendon Hartley und Ryo Hirakawa selbst von der späten Neutralisierung nach dem schweren Unfall in der LMGT3-Klasse. Toyota nutzte die lange Unterbrechung zwecks Leitplankenreparatur zu einem kürzeren Tankstopp als die Gegner und sicherte sich so den Heimsieg gegen Alpine.
"Beim letzten Safety-Car war es meiner Meinung nach kein Glück, sondern das Treffen der richtigen Entscheidungen", analysiert der Langstrecken-Veteran. "Wir haben gesehen, dass die Reparatur der Leitplanke lange dauern würde, und entschieden uns daher, nicht vollzutanken."
FIA: Rennleitung hat besten Überblick
Die FIA weist die Kritik des Toyota-Piloten auf Nachfrage zurück und betont, dass Entscheidungen ausschließlich aus Sicherheitsgründen getroffen werden.
"Die Entscheidungen über Neutralisierungen werden einzig aus Sicherheitsgründen getroffen, unabhängig vom Rennverlauf", erklärt Benoit Dupont, stellvertretender FIA-Streckensportdirektor für Sportoperationen, gegenüber Motorsport.com Global.
"Für jeden Zwischenfall wählt der Rennleiter die am besten geeignete Option aus, um die Situation für Teilnehmer und Streckenpersonal so sicher und effizient wie möglich zu bewältigen. Die Entscheidung hängt von Faktoren wie der Art und Dringlichkeit des Eingriffs, den erforderlichen und verfügbaren Mitteln sowie den spezifischen Umständen zum jeweiligen Zeitpunkt ab."
"Die Rennleitung verfügt über den vollständigsten Überblick [aller Beteiligten] über die Situation. Wir verstehen, dass Fahrer die Wahl des Verfahrens manchmal hinterfragen, aber sie haben nicht zwingend Zugriff auf dieselben Informationen wie die Rennleitung."
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