Ford-Hypercar: Wann der LMDh erstmals rollen wird
Ford gibt den Zeitplan für sein Hypercar bekannt - Straffes Testprogramm bis zum Einstieg in die WEC 2027 geplant - Motor läuft auf dem Prüfstand
Ford steigt 2027 in die WEC ein
Foto: Ford/Fromeiras
Ford treibt seine Vorbereitungen für die Rückkehr in die Spitzenklasse des Sportwagensports mit Hochdruck voran. Wie Programmmanager Dan Sayers bestätigt, befindet sich das hausinterne LMDh-Projekt exakt im Zeitplan. Ziel ist es, den noch namenlosen Boliden zu Beginn des dritten Quartals 2026 erstmals auf die Strecke zu bringen.
"Ich denke, wir sind genau da, wo wir erwartet haben zu sein. Es ist gut gelaufen", gibt sich Sayers zuversichtlich. Dennoch warnt er davor, nachzulassen: "Wir pushen wie die Hölle, um sicherzustellen, dass wir bereit sind, denn wenn wir einen dieser Tests verpassen, hat das enorme Folgewirkungen."
Die technische Basis des Hypercars steht fest: Ford setzt auf ein Chassis von Oreca und rüstet den Prototypen mit einem im eigenen Haus entwickelten 5.4-Liter Coyote V8-Motor aus. Während das Triebwerk derzeit intensiv auf dem Prüfstand getestet wird, beginnt in Kürze der Bau des ersten Test-Chassis.
Auch der offizielle Homologationsprozess wurde bereits eingeleitet, um wie geplant ab 2027 in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) einzusteigen. "Wir werden den Motor für das Testauto ziemlich bald bauen. Der Homologationsprozess hat bereits begonnen, wir sind also im Zeitplan", so Sayers.
Der erste Roll-out soll in Südfrankreich stattfinden, also höchstwahrscheinlich in Le Castellet. Geplant ist eine komplette Woche für ein erstes Debugging, bevor im selben Monat die eigentliche Testarbeit beginnt. Das Programm sieht vor, die Entwicklung zunächst in Europa zu konzentrieren, bevor es für Härtetests in die USA geht.
"Wir werden einen 30-Stunden-Test in Europa absolvieren, bevor wir nach Amerika gehen, um die Tests abzuschließen", erklärt Sayers. Dabei setzt er vor allem auf die Buckelpisten in Übersee: "Auf manchen Strecken in Amerika, etwa Sebring, lässt sich die Haltbarkeit gut testen." In den USA wird auch ein weiterer 30-Stunden-Test stattfinden.
"Wir versuchen, die Tests mit einem Abstand von gut zwei Wochen dazwischen zu planen, damit wir Entwicklungsanalysen durchführen und Code-Updates vornehmen können. Es geht also darum, einen Kompromiss zu finden zwischen genügend Zeit, um voranzukommen, und nicht zu viel Zeit, damit wir nicht zu wenige Tests haben.
Fehler werden dabei nicht erlaubt sein: "Wenn wir einen dieser Tests verpassen sollten, hat das enorme Folgewirkungen." Als mahnendes Beispiel steht Lamborghini, die aufgrund eines schweren Testunfall im Jahr 2023 mit einem unausgereiften Auto in der Saison 2024 am Start standen.
Als Fahrer hat Ford mit Mike Rockenfeller, Seb Priaulx und Logan Sargeant bereits die ersten Namen präsentiert. Die Suche nach den weiteren Piloten wird laut Sayers jedoch noch bis zum Ende des Jahres andauern.
Man befinde sich bereits in vielversprechenden Gesprächen mit Fahrern, die über Erfahrung in der Hypercar- oder GTP-Klasse verfügen. "Wir werden weiterhin versuchen, eine Balance zwischen Erfahrung und Jugend zu finden", betont der Programmmanager abschließend. Durch den Alpine-Ausstieg aus der WEC Ende 2026 werden ohnehin sieben Fahrer auf den Markt gespült werden.
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