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Rennbericht

WEC Spa 2026: BMW gelingt Durchbruch mit Premierensieg

Endlich darf BMW jubeln: Bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps springt ein Doppelsieg heraus - Erste Punkte für Genesis - LMGT3-Strafe bringt McLaren Sieg

WEC Spa 2026: BMW gelingt Durchbruch mit Premierensieg

Harte Kämpfe bis zum Schluss: Am Ende holte BMW den lang ersehnten ersten WEC-Sieg beim Heimspiel von WRT

Foto: Speedpictures Speedpictures

Nicht die starken Alpine, nicht Polesetter Peugeot, sondern BMW trägt die Krone bei der Generalprobe zu den 24 Stunden von Le Mans davon. Rene Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde sind die Sieger in den Ardennen beim Heimspiel für das Einsatzteam WRT. (Ergebnis)

So gab es zwei Premieren: Der erste WEC-Sieg für den BMW M Hybrid V8 traf auf die erste sechsstellige Kulisse im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC): 101.606 Zuschauer verfolgten ein spektakuläres Rennen mit vier Safety-Car-Phasen mit vorgeschaltetem VSC.

Es war offensichtlich, dass der Veranstalter diesmal andere Marken an der Spitze sehen wollte, nachdem Toyota und Ferrari die 6 Stunden von Imola dominiert hatten. Da die Balance of Performance (BoP) geheim gehalten wird, lässt es sich nicht nachprüfen. Am Ende spielte ohnehin die richtige Strategie die wichtigste Rolle. BMW war aber vom Speed her überragend.

Ein frühes Safety-Car - Eric Powell hatte den Proton-Ford #77 (Powell/Tuck/Priaulx) gerade an die Spitze gebracht, nur um ihn in den Kies in der Stavelot-/Paul-Frere-Kurve zu werfen - öffnete ein Fenster für strategische Flexibilität.

Das Feld splittete sich schnell in zwei Gruppen auf: Die meisten Fahrzeuge versuchten Sprit zu sparen und weiter zur vollen Stunde zu stoppen. Andere Fahrzeuge versuchten allerdings eine alternative Strategie: Sie legten den ersten Boxenstopp schon nach gut 40 Minuten ein und fuhren voll ohne Rücksicht auf den Spritverbrauch, auch wenn das einen Stopp mehr bedeuten würde. Diese verfolgten insbesondere der BMW #20 und der Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa; 10.).

Welche Strategie zielführend sein würde, hing vor allem von der Anzahl der Safety-Cars ab. Ohne SC war die Vollgasstrategie vielversprechend. Besonders der BMW #20 setzte sich in großen Schritten vom Feld ab. Durch die unterschiedlichen Strategien gab es einen Jojo-Effekt, sodass die Führung immer wieder zwischen dem BMW und dem Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg; DNF) wechselte.

Neben dem BMW #20 und dem Toyota #8 versuchte auch der Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen; DNF) die Vollgasstrategie und auch der Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen; 3.) wurde auf diese Strategie gezwungen, als ein Boxenstopp komplett in die Hose ging und 30 Sekunden beim Teufel waren.

Dreimal SC in letzten zwei Stunden

Die SC-Phase kam etwas mehr als zwei Stunden vor Schluss, als sich Matteo Cressoni im Iron-Lynx-Mercedes-AMG #79 (Zelger/Cressoni/Hodenius; DNF) drehte und der mehr als unglückliche Polesetter Malthe Jakobsen, der gerade frisch den Peugeot #94 (Duval/Jakobsen/Pourchaire; DNF) übernommen hatte, auf kalten Reifen nicht ausweichen konnte und dem AMG in die Seite krachte.

Das half dem "Team Vollgas", weil alle Spritsparer, zu denen auch der Peugeot #94 gehörte, gerade gestoppt hatten. So führte beim Restart der BMW #20 vor dem Toyota #8. Der Ferrari #50, der nach dem verkorksten Boxenstopp eigentlich schon hoffnungslos ans Ende des Feldes zurückgefallen war, profitierte ebenfalls und kam als Fünfter wieder auf die Strecke.

Der Alpine #35 und der BMW #15 (Magnussen/Marciello/D. Vanthoor; 2.), der zuvor bei den Spritsparern war, gingen von den Plätzen drei und vier in den Schlussspurt. Verlierer der SC-Phase war der Cadillac #12 (Stevens/Nato/Deletraz; 9.), der das Feld anfänglich angeführt hatte, aber in der Schlussphase völlig einbrach.

Beim Restart verlor zunächst Charles Milesi zwei Positionen, weil er das Heck von Buemis Toyota #8 berührte. Dries Vanthoor im BMW #15 und Antonio Fuoco im Ferrari #50 zogen vorbei. Das Rennen schien gerade einen Rhythmus anzunehmen, da gab es genau eine Stunde vor Schluss noch eine dritte Safety-Car-Phase.

Der Grund war ein Unfall zwischen dem WRT-BMW #32 (Leung/Gelael/Farfus; 14. LMGT3) von Augusto Farfus und Alessandro Pier Guidis Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi; DNF), der für Letzteren das Aus bedeutete. Der BMW erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe, nachdem er beim Bremsen einem Porsche in die Bahn gezogen war, der ihn in den Ferrari reinschob.

Der erste Restart ging in die Hose, als der Aston Martin #009 von Alex Riberas bei einer Attacke von Antonio Felix da Costas Alpine #35 ins Gras gedrängt wurde und in die Leitplanke einschlug. Somit erfolgte der letzte Restart 24 Minuten vor Schluss. Jetzt war es Felix da Costa, der den Karren selbst wegwarf und damit alle Chancen von Alpine auf ein Podium begrub, nachdem der Tag so gut begonnen hatte.

Frijns fuhr den Sieg nach Hause, dahinter sicherte Kevin Magnussen ihn ab, indem er Antonio Fuoco im Ferrari #50 blockierte. Dieser hatte die Ansage, nicht zu attackieren, musste aber seinerseits auf Kamui Kobayashi aufpassen, der im Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries; 5.) noch ein unverhofftes Podium für Toyota holen wollte. Die #8 war beim Safety-Car eine Stunde vor Schluss zurückgefallen, weil sie kurz zuvor gestoppt hatte und alle anderen unter VSC reinkamen.

Kobayashi verlor stattdessen aber den vierten Platz an Tom Gamble im Aston Martin #007 (Tincknell/Gamble; 4.). Hinter dem Toyota #7 landeten der AF-Corse-Ferrari #83 (Ye/Kubica/Hanson; 6.) und der Peugeot #93 (di Resta/Vandoorne/Cassidy; 7.).

Eine Sensation gelang dem Genesis #17 (Lotterer/Derani/Jaubert; 8.), der im zweiten Rennen gleich die ersten Punkte für Genesis Magma Racing holte. Das Schwesterauto #19 (Jaminet/Chatin/Juncadella; 13.) zog erneut das Technikpech im neuen Projekt auf sich und verlor durch Elektronikprobleme acht Runden.

McLaren holt verlorenen Imola-Sieg nach

Das LMGT3-Rennen war, von dem eingangs bereit erwähnten kuriosen Zwischenfall um Eric Powell abgesehen, vor allem von Strafen wegen Tracklimits geprägt. Nur wer sauber blieb, hatte am Ende eine Chance auf den Sieg.

Als Erster fuhr der AF-Corse-Ferrari #21 (Heriau/Mann/Rovera; 4. LMGT3) über die Ziellinie, erhielt jedoch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für einen Unsafe Release. So erbte der Garage-59-McLaren #10 (Au/Fleming/Kirchhöfer; 1. LMGT3) den Sieg, der in Imola noch eine halbe Stunde vor Schluss in Führung liegend ausgerollt war.

Zweiter wurde der Heart-of-Racing-Aston-Martin #27 (James/Robichon/Drudi; 2. LMGT3), gefolgt vom Manthey-Porsche #92 (Shahin/Pera/Lietz; 3. LMGT3). Der fünfte Platz des Garage-59-McLaren #58 (West/Gehrsitz/Goethe) rundete den gelungenen Tag für McLaren und Garage 59 ab.

Der nächste Lauf der WEC sind die 24 Stunden von Le Mans am 13. und 14. Juni.

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