Stehen Renault und Hülkenberg vor einer großen Zukunft?

Charles Bradley untersucht, ob die Zusammenarbeit von Renault und Nico Hülkenberg Früchte tragen kann. Immerhin gibt es bereits eine gemeinsame Vergangenheit.

Renault ist einer der Top-Autohersteller der Welt und ist in der DNA der Formel 1 verankert. Das Team war das erste, das sich in den 70er-Jahren traute, Turbomotoren einzusetzen. 

In den frühen 80er-Jahren war Renault nah an dem Titelgewinn dran, feuerte anschließend jedoch mit Alain Prost den Fahrer, der es an die Spitze gebracht hatte. Später gewann Prost 4 WM-Titel - einen sogar mit einem Renault-Motor. 

In den 90er-Jahren dominierte Renault mit Williams und Benetton die Formel 1. Die Erfolgsgeschichte wurde mit Red Bull Racing fortgesetzt. Enstone, der Hauptsitz von Renault, ist eine der besten und innovativsten Einrichtungen in der Formel 1. Jedoch gab es trotzdem immer wieder große Leistungsschwankungen. 

Renault schaffte es, mit Michael Schumacher bei Benetton (1995= und mit Fernando Alonso im eigenen Werksteam (2005 und 2006) den WM-Titel zu gewinnen. Also warum sollte Renault als Werksteam, das in Enstone ansässig ist, in den Jahren 2016 und 2017 nicht wieder Weltmeister werden können?

Natürlich ist das Team davon weit entfernt. Nur Manor und Sauber stehen noch hinter den Franzosen. Die fehlenden Investitionen und die schwankende technische Expertise sind die Gründe dafür. Zudem schaffte es Renault bisher nicht, einen Top-Fahrer zu verpflichten.

Wenn es dem Team nicht gelingt, die Formel-1-Größen Mercedes, Ferrari und Red Bull einzuholen, was ist dann der nächste Schritt?

Keiner der besten Formel-1-Piloten hat sich für Renault entschieden. Da auch Stoffel Vandoorne nicht zu den Franzosen wechseln wird, ist es wahrscheinlich, dass ein Rookie den 2. Platz im Team besetzen wird. Deshalb muss Renault Fahrer gewinnen, die nur minimal schwächer als die Top-Piloten sind. Beispiele für solche Fahrer sind Valtteri Bottas, Romain Grosjean, Nico Hülkenberg oder Sergio Perez.

Warum fiel die Wahl auf Hülkenberg?

Die Entscheidung, Hülkenberg zu verpflichten, war sehr vernünftig. Teamchef Frederic Vasseur genießt den Luxus, dass er mit allen oben genannten Fahrern, außer Perez, bereits in Formel-Nachwuchsklassen zusammengearbeitet hat. 

Hülkenberg gewann mit Vasseurs Teams ASM und ART das Formel-3-Masters, die Formel-3-Euroserie und die GP3-Serie. Neben Lewis Hamilton und Nico Rosberg ist Hülkenberg der einzige Pilot, der den GP2-Titel in seiner Rookie-Saison gewonnen hat. Jedoch hatte er bereits erste Erfahrungen in einer Handvoll GP2-Asia-Rennen gesammelt. 

Das erste Mal, dass Hülkenberg auf meinem Radar auftauchte, war beim GP2-Rennen von Katar. Anfangs verlor er die Führung an Perez. Jedoch war er im späteren Rennverlauf trotz abgenutzter Reifen sehr schnell. Letztendlich gewann er das Rennen nach seinem Boxenstopp mit rund 13 Sekunden Vorsprung. 

Es war eine exzellente Leistung, da die Konkurrenzdichte in der Serie sehr hoch ist. Zudem beklagte er Probleme mit dem Funk. Jedoch gab es keinerlei Unruhe im Team und daher sah es so aus, als würde alles nach Plan gehen.  Perez war hingegen bedient. Er verlor ein Rennen, das er dachte zu kontrollieren, mit mehr als 10 Sekunden Rückstand. 

Das ist natürlich nur ein Beispiel für Hülkenbergs Fähigkeiten, aber dieses Rennen wird sich in Vasseurs Kopf eingebrannt haben.

Bildergalerie: Alle Fotos von Nico Hülkenberg

Seitdem hat der Deutsche immer wieder gezeigt, was er drauf hat. Jedoch blieb ihm ein Platz auf dem Podium bisher verwehrt. 

Warum ist das so? Nach seinem Rookie-Jahr bei Williams ist Hülkenberg ein Jahr für Sauber und 5 Jahre für Force India gefahren. Während der Deutsche nicht zu einem Kandidat für Podiumsplätze wurde, schaffte es Perez, mit beiden Teams mehrfach in die Top 3 zu fahren.

Einzig bei seinem Debüt-Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans kam Hülkenberg nicht nur in die Nähe, sondern auf das Podium.

Das Fazit

Hülkenberg hat sich seit dem Jahr 2009 entwickelt. Mit seinen 115 Formel-1-Starts und 29 Jahren ist er in der Situation, alles auf eine Karte setzen zu müssen, um aufs Podium zu gelangen oder sogar ein Rennen zu gewinnen.

Ich habe bereits unzählige Fahrer gesehen, die gut waren. Es gibt jedoch nur wenige großartige Piloten, die es geschafft haben, besondere Momente zu produzieren.

Hülkenberg hat das Potenzial dazu. Ein Beispiel dafür war sein Überholmanöver gegen Bottas beim Großen Preis von Japan. 

Zudem gibt es nur wenige Top-Fahrer und daher kann Renault froh sein, einen Fahrer mit diesen Fähigkeiten in den eigenen Reihen zu haben. 

Die Frage ist jedoch, ob die Bedingungen gut genug sind. Schafft es Hülkenberg, konstant gute Leistungen abzuliefern und das Team auf ein höheres Level zu heben?

Wir werden sehen, ob es Renault gelingt, ein Fahrzeug zu konstruieren, das den eigenen Standards gerecht wird und mit der Spitze mithalten kann.

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