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Formel-1-Liveticker: Wie groß ist der Red-Bull-Rückstand?

Liveticker

Piastri gewinnt

Auf der Strecke wurde er gestern "nur" Zweiter, dafür hat Oscar Piastri heute unsere Notenwertung gewonnen. Die komplette Auswertung findet ihr hier!

Fotostrecke: Suzuka: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion Getty Images AsiaPac

Foto: Getty Images AsiaPac

Franco Colapinto (Marc Surer: 5) - "Weit hinter seinem Teamkollegen. Bei dem Unfall war der Geschwindigkeitsunterschied schuld."

Abgesagte Rennen

Die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien sind übrigens nicht die ersten, die in der Geschichte der Königsklasse abgesagt werden mussten. Mehr dazu in dieser Fotostrecke:

Fotostrecke: Formel-1-Rennen, die abgesagt werden mussten Motorsport Images

Foto: Motorsport Images

Die Formel 1 kann 2026 keinen Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien austragen. Aufgrund des Nahost-Konflikts müssen beide Rennen abgesagt werden, sodass ein rennfreier April entsteht. Einen Ersatz gibt es für die ausgefallenen Wochenenden nicht, sodass der Kalender entsprechend reduziert wird.

Sainz: Pause auch für die Fahrer gut

Es wird ja immer wieder darüber gesprochen, dass die Pause im April gut für viele Teams sein könnte. Doch unabhängig von der Entwicklung des Autos freut sich zum Beispiel auch Carlos Sainz über die unerwartete Pause.

"Es ist gut für uns alle", betont er und erklärt: "Ich hatte auch keinen besonders langen Winter. Eigentlich war es ein super kurzer Winter, denn ich glaube, ich saß schon am 10. Januar wieder im Simulator."

Für das Team sei die Pause natürlich auch hilfreich, nachdem Williams im Winter Verzögerungen beim neuen Auto erlebte. "Mir wird das sicher auch gut tun", betont Sainz aber.

Audi: Größte Schwachstelle ist der Motor

Interessante Einblicke von Mattia Binotto nach dem gestrigen Rennen. Audis Formel-1-Boss verrät: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der größte Teil des Rückstands auf die Spitzenteams auf den Antrieb zurückzuführen ist."

Das sei aber "nicht überraschend", stellt er klar und betont: "Wir wussten, dass dies die größte Herausforderung sein würde." Denn Audi baute für 2026 erstmals einen eigenen Formel-1-Motor.

"Wir haben einen Plan, um wieder auf Kurs zu kommen", sagt Binotto zwar, "aber die Motorenentwicklung kann, insbesondere bei bestimmten Konzepten, länger dauern. Es ist kein Zufall, dass wir uns das Jahr 2030 als Ziel gesetzt haben."

Dann will Audi ganz vorne in der Formel 1 mitkämpfen. Aktuell ist das unter anderem wegen des Motors noch nicht möglich.

Stella: Piastri noch besser als 2025

Momentan kann er das im McLaren nicht regelmäßig zeigen, aber laut Andrea Stella fährt Oscar Piastri in diesem Jahr noch einmal besser als 2025, als er den WM-Titel lediglich knapp verpasste.

Man sehe aktuell "den stärksten Oscar seit seinem Einstieg in die Formel 1", betont Stella und erklärt, er mache das an den Eindrücken auf der Strecke, aber auch an "seiner allgemeinen Einstellung und seiner mentalen Stärke" fest.

"Ich glaube, heute hatte er [beim Rennen in Japan] endlich die Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen", so Stella. Zumindest uns hat er mit seinem starken Rennen in der Tat überzeugt.

Palmer: Russell kann auch kämpfen

Apropos George Russell: Aktuell ist die Stimmung bei Mercedes noch gut, doch Experte Jolyon Palmer glaubt, dass Russell gegen Kimi Antonelli deutlich aggressiver zur Sache gehen könnte, wenn es auf ein internes WM-Duell zwischen den beiden herauslaufen sollte.

Im Podcast F1 Nation erklärt er: "Ich habe George schon seit seiner Zeit in den Juniorenserien fahren sehen, und ich weiß, dass dieser Kerl eine solche mentale Stärke besitzt, dass er - wenn er unter Druck steht und es um den Titel geht - definitiv das Zeug dazu hat, alles zu geben und sich durchzusetzen."

"Ich glaube nicht, dass er sich gegenüber Kimi unbedingt die ganze Zeit über besonders nett verhalten wird", prophezeit er daher. Das hänge aber natürlich davon ab, ob Antonelli tatsächlich ein echter WM-Gegner für ihn sei.

Russell: Probleme immer zum ungünstigsten Zeitpunkt

Der Brite haderte gestern nicht nur mit dem Safety-Car. "Manchmal haben die Leute im Training Probleme. Wir hatten in dieser ganzen Saison noch kein einziges Problem im Training. Ich hatte die Probleme im Qualifying", ärgert sich Russell.

"Lando hatte im Qualifying keine Probleme, alle Schwierigkeiten hatte er im Training", so Russell. Bei ihm selbst sei es genau umgekehrt. Er habe nie Probleme im Training gehabt, dafür zuletzt aber immer im Qualifying und gestern auch im Rennen.

"Bei diesen neuen Autos ist es reine Glückssache", betont er und erinnert: "Es ist erst das dritte von 22 Rennen, ich mache mir also überhaupt keine Gedanken darüber, wie es hier läuft, und ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe, mich wieder zurückzukämpfen."

Irgendwann sollte das Glück dann auch einmal auf seiner Seite sein.

McLaren: Wir kommen näher heran

Von Toto Wolff haben wir ja vorhin schon gehört, dass McLaren den Mercedes-Motor immer besser versteht. Zak Brown bestätigt das bei Sky und erklärt: "Ich will nicht sagen, dass wir [die Lücke] geschlossen haben, aber wir sind dabei, sie zu schließen."

Er betont: "Die Zusammenarbeit mit HPP läuft gut. Wir sind ein Team. Auch wenn es natürlich frustrierend war, finde ich, dass sie gut mit uns zusammenarbeiten und wir gemeinsam dazulernen."

In Japan habe man auf jeden Fall "einen schönen Schritt nach vorne gemacht", so Brown. Gleichzeitig haben wir aber ja von Andrea Stella auch schon gehört, dass McLaren beim Chassis noch immer einen Rückstand hat.

Piastri-Sieg gestohlen durch Safety-Car?

Im Strategievideo nach dem Großen Preis von Japan analysiert unser Datenexperte Kevin Hermann die Zahlen hinter dem Rennen. Hat das Safety-Car über den Sieg entschieden - oder wäre Kimi Antonelli ohnehin vorne gewesen?

Oscar Piastri lag strategisch auf Kurs, doch die Daten erzählen eine andere Geschichte. Wie groß war der echte Pace-Vorteil von Mercedes? Die Antwort gibt es in unserem neuen Video!

Sainz: Gibt keine echten Überholmanöver mehr

In Suzuka wurde am Wochenende deutlich mehr überholt als in den vergangenen Jahren. Das ist Fakt. Allerdings betont Carlos Sainz, dass es sich dabei um keine "echten" Überholmanöver gehandelt habe.

"Das, was man da als Überholen sieht, ist gar kein Überholen", stellt er klar und betont, man fahre einfach nur einem anderen Auto vorbei. "Es ist kein Formel-1-Überholen, es ist eher wie auf der Autobahn", so Sainz.

"Ich denke also, dass wir uns als Rennserie verbessern müssen, und ich bin überzeugt, dass sie Änderungen vornehmen werden, wenn sie auf uns Fahrer hören", sagt er in Richtung der FIA.

Sainz gehört zu den Fahrern, die sich bereits mehrfach kritisch über das neue Reglement geäußert haben.

Die Noten sind da!

Auch an diesem Wochenende gibt es natürlich wieder unsere beliebte Notenvergabe. In unserer Fotostrecke könnt ihr euch anschauen, wie unser Experte Marc Surer und wir als Redaktion die Fahrer in Japan bewertet haben.

Unsere große Endauswertung, in die auch eure Noten einfließen, folgt dann wie gewohnt im Laufe des Tages.

Fotostrecke: Suzuka: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion Getty Images AsiaPac

Foto: Getty Images AsiaPac

Franco Colapinto (Marc Surer: 5) - "Weit hinter seinem Teamkollegen. Bei dem Unfall war der Geschwindigkeitsunterschied schuld."

Vasseur: In Miami könnte sich alles ändern

Auch Frederic Vasseur hat bei Sky über das aktuelle Kräfteverhältnis in der Formel 1 gesprochen und betont, dass der Mercedes-Vorsprung keinesfalls bereits bis zum Saisonende einzementiert sei.

"Ich glaube, das Bild könnte sich [ab Miami] ändern, weil sich alle verbessern werden", kündigt er an und erklärt, dass bislang aus Kostengründen niemand ein größeres Updatepaket gebracht habe.

"Von nun an werden sich jedoch alle weiterentwickeln", prophezeit er und erklärt, dass mit den Updates quasi "eine neue Saison" beginne. "Am wichtigsten wird die Fähigkeit des Teams sein, Upgrades einzuführen und die Entwicklung voranzutreiben", so Vasseur.

Und genau damit soll ab Miami begonnen werden.

Wolff: McLaren holt beim Motor auf

Hängt das gute Suzuka-Wochenende von Oscar Piastri auch damit zusammen, dass McLaren beim Motor inzwischen Fortschritte gemacht hat? Toto Wolff erklärt bei Sky, dass das keine Überraschung sei.

"Ich glaube, Andrea [Stella] hat zu Beginn der Saison gesagt, dass man als Werksteam zu Beginn einen kleinen Vorteil hat", so Wolff, der erklärt, dass die anderen Teams jetzt aufholen.

"Man konnte heute sehen, dass wir an den McLarens nicht vorbeikamen, weil sie es verstanden haben", erklärt der Mercedes-Teamchef im Hinblick auf das Energiemanagement.

"Auch die Ferraris hatten die richtige Strategie beim Energieeinsatz", betont er zudem. Und das sei letztendlich gut für die Show - ist aber natürlich sportlich gesehen schlecht für Mercedes.

Haas geht als Vierter in die Pause

Haas hat gestern den vierten WM-Platz verteidigt. Teamchef Ayao Komatsu erklärt stolz: "Es ist gut, dass wir als kleinstes Team unter diesen brandneuen Regeln in jedem einzelnen Rennen einen Punkt geholt haben."

Auch gestern wurde Esteban Ocon wieder Zehnter. "Wir liegen mit 18 Punkten immer noch auf P4 in der Meisterschaft, was fantastisch ist", so der Teamchef, der betont, dass man den April jetzt "optimal nutzen" müsse.

Man wolle "analysieren, was wir bisher gelernt haben", und verstehen, "wie wir bei jedem Rennen eine bessere Leistung erzielen können", erklärt Komatsu. Zwischen Haas auf P4 und den Racing Bulls auf P7 liegen aktuell lediglich vier Pünktchen.

Mercedes-Gegner näher dran?

Oscar Piastri führte das Rennen gestern lange an. George Russell warnt daher: "Dieses Wochenende hat deutlich gezeigt, dass unsere Konkurrenten ihre Autos mittlerweile viel besser optimieren."

"Wir hatten einen großartigen Saisonstart, aber unsere Rivalen sind uns dicht auf den Fersen, wie wir heute gesehen haben", so der Mercedes-Pilot. Zwar gewannen die Silberpfeile bislang alle Rennen in diesem Jahr.

Doch in Japan standen erstmals 2026 nicht beide Piloten auf dem Podium. Russell erinnert: "Die bevorstehende Rennpause wird allen zudem die Chance geben, ihre Autos weiterzuentwickeln."

"Wir wissen, dass uns in Miami ein harter Kampf bevorsteht, sobald wir wieder auf der Strecke sind", so der Brite. Wir sind auf jeden Fall schon gespannt, wie das Kräfteverhältnis in Miami nach der Pause aussehen wird.

Gasly: Das beste Auto meiner Karriere

Max Verstappen wurde gestern Achter und landete damit sogar noch eine Position hinter Pierre Gasly im Alpine. Der Franzose selbst sagt bei Canal+: "Ich glaube, im Moment ist es das beste Auto, das ich in meiner Karriere gefahren bin, vielleicht zusammen mit dem AlphaTauri von 2021."

Eine spannende Aussage, wenn man bedenkt, dass Gasly in der Vergangenheit ja sogar eine halbe Saison für Red Bull gefahren ist. "Ich glaube, wir haben eine solide Grundlage, auf der wir aufbauen können", so der Alpine-Pilot.

"Ich bin ziemlich zufrieden, dass das Auto in den ersten Wochenenden gut zu funktionieren scheint. Wir können so gut wie überall Performance finden", berichtet er. Der Saisonstart sei daher "insgesamt sehr ermutigend" gewesen, betont Gasly.

Stella: Ferrari ist noch immer schneller

Gestern landete McLaren im Rennen vor Ferrari. Laut Andrea Stella ist das aber lediglich eine Momentaufnahme. "Ich glaube, hier waren wir mit Ferrari auf Augenhöhe", sagt der Teamchef zwar.

Aber: "Wenn man sich die Overlays aus dem Rennen ansieht, erkennt man, dass Ferrari in den Kurven immer noch einen gewissen Vorteil hat. Ihr Auto kann definitiv mehr Grip erzeugen als unseres."

"Ich denke, wir profitieren von einem Antriebsstrang, der insgesamt wettbewerbsfähiger ist", erklärt der Teamchef. Doch in den Kurven habe Ferrari noch immer das bessere Auto.

Zudem habe McLaren davon profitiert, dass es am Wochenende in Japan kein Graining gegeben habe. Denn dafür sei man ebenfalls anfälliger als Ferrari oder Mercedes, glaubt Stella.

Heißt: In Miami könnte es schon wieder ganz anders aussehen.

Schlecht geschlafen?

Bei Red Bull dürfte man im Hinblick auf den aktuellen Rückstand keine angenehme Nacht gehabt haben. Trotzdem haben wir uns dieses Mal für einen anderen Protagonisten in unserer beliebten Montagskolumne entschieden. Die findet ihr hier:

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: George Russell

Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Franco Colapinto

Videoanalyse Japan 2026

Wie groß ist der Red-Bull-Rückstand?

Red Bull liegt nach den ersten drei Saisonrennen lediglich auf dem sechsten WM-Rang. Teamchef Laurent Mekies hat in diesem Zusammenhang über den aktuellen Rückstand der Bullen gesprochen.

"Wir liegen wahrscheinlich etwa eine Sekunde hinter den Besten und eine halbe Sekunde hinter dem besten Ferrari", erklärt Mekies. Mit "den Besten" meint er in diesem Fall natürlich Mercedes.

Er betont: "Wir denken, dass wir in China einen Rückschritt gemacht haben. Und das messen wir nicht nur an den Spitzenreitern, sondern auch am Mittelfeld, das näher an uns herangerückt ist."

In Japan sei es bereits wieder ein bisschen besser gewesen, aber der Rückstand sei noch immer groß. Denn eine volle Sekunde findet man in der Formel 1 nicht über Nacht.

Ab in die Pause

Guten Morgen und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Formel-1-Livetickers. Der Große Preis von Japan liegt hinter uns, und damit verabschiedet sich die Königsklasse erst einmal in eine einmonatige Pause.

Wir sind heute aber noch einmal mit einem neuen Ticker für euch am Start, um die restlichen Themen aus Suzuka aufzuarbeiten - und auch einmal darauf zu schauen, was die Teams in den kommenden Wochen planen.

Ruben Zimmermann begleitet euch an dieser Stelle durch den Tag und bei Fragen, Anregungen oder Beschwerden könnt ihr unser Kontaktformular verwenden. Außerdem findet ihr uns auf Facebook, X, Instagram und YouTube.

Hier gibt es unseren gestrigen Liveticker noch einmal zum Nachlesen.

Von: Ruben Zimmermann

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