Carlos Sainz: Lieber eine langsamere Formel 1 als die aktuelle Situation
Carlos Sainz hat im Formel-1-Auto momentan keinen großen Spaß - Er wünscht sich Änderungen, selbst wenn die Königsklasse dadurch langsamer werden sollte
Laut Carlos Sainz müssen die Formel-1-Regeln dringend angepasst werden
Foto: Getty Getty
Carlos Sainz gehört zu den größeren Kritikern der neuen Formel-1-Regeln. Auch nach dem Großen Preis von Japan hat der Spanier noch einmal betont, dass man das Reglement auf jeden Fall anpassen sollte - selbst dann, wenn die Formel 1 dadurch erst einmal langsamer werden sollte.
"Es macht mir nichts aus, wenn wir eine halbe Sekunde oder eine Sekunde langsamer sind pro Runde", stellt er gegenüber ESPN klar. Das würde er gerne in Kauf nehmen, wenn man dadurch weniger auf Dinge wie "Lift and Coast" angewiesen sei und die Abhängigkeit von der Batterie sinke.
"Letztendlich bin ich überzeugt, dass es sicherer sein wird und auch mehr Spaß macht, weil wir nicht mehr so stark von der Energie abhängig sein werden", sagt er auch im Hinblick auf den schweren Unfall von Oliver Bearman am Sonntag, der ebenfalls eine Folge der neuen Regeln war.
Für Sainz ist es daher wichtig, dass die Pause bis Miami genutzt wird, um Lösungen zu finden. Wichtig ist ihm dabei, dass man sich auch die Situation im Rennen noch einmal explizit anschauen und überprüfen wird. Denn im Fokus der Kritik stand bislang eher das Qualifying.
Der Spanier zeigt sich davon "überrascht", denn seiner Meinung nach muss dringend auch an der Situation am Sonntag gearbeitet werden. Zwar wurde beispielsweise in Suzuka im Rennen deutlich mehr überholt als in den vergangenen Jahren, was von vielen Seiten gelobt wurde.
Sainz: Fahren "gegen unseren natürlichen Instinkt"
Doch Sainz stellt in diesem Zusammenhang klar: "Das Überholen, was man sieht, ist kein Überholen." Vielmehr sei es einfach nur ein Vorbeifahren an einem anderen Auto. "Das ist kein Überholen wie in der Formel 1. Es ist eher wie auf der Autobahn", so Sainz.
So wirken die Rennen in der TV-Übertragung zwar unterhaltsam, die Fahrer selbst haben im Cockpit laut Sainz aber nicht so viel Spaß. Auch Weltmeister Lando Norris kritisierte bereits, dass man aktuell teilweise sogar zu Überholmanövern gezwungen sei, die man eigentlich gar nicht wolle.
Sainz erklärt zudem, dass die Fahrer im Qualifying aktuell "gegen unseren natürlichen Instinkt" fahren müssen, weil es unter dem neuen Reglement nicht mehr darauf ankommt, möglichst spät zu bremsen. Vielmehr ist es aktuell oft der schnellere Weg, früher vom Gas zu gehen.
Sowohl im Sinne der Sicherheit als auch im Hinblick darauf, dass die Fahrer wieder mehr Spaß im Auto haben, hofft Sainz auf Anpassungen durch die FIA. "Und ich bin überzeugt, dass sie Änderungen vornehmen werden, wenn sie auf uns Fahrer hören", so der Spanier.
Das nächste Treffen zwischen Formel 1, FIA und den Teams ist bereits für den 9. April angesetzt.
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