Esteban Ocon erklärt: So will Haas den Auto-"Albtraum" loswerden
Vor dem Großen Preis von Großbritannien spricht Esteban Ocon über die zahlreichen Probleme des VF-26 von Haas
Esteban Ocon ist bisher von der Performance des VF-26 nicht begeistert
Foto: LAT Images
Vor dem Großen Preis von Großbritannien erklärt Esteban Ocon, wie man den Haas-Boliden des Jahrgangs 2026 unter Umständen retten möchte. Der VF-26 sorgt mit seinen stetigen Balanceproblemen dafür, dass der Rennstall seit dem Grand Prix von Kanada nur drei WM-Punkte einfahren konnte.
Auf die Frage, ob man den Poltergeist im eigenen Auto schon ausmachen konnte, antwortet Ocon am Donnerstag: "Nun, wir werden dieses Wochenende wieder verschiedene Teile scannen. Wir haben einen anderen Heckflügel und einen anderen Unterboden dabei. Wir versuchen also herauszufinden, wo das Problem liegt."
Gerade Ocon fühlt sich momentan alles andere als wohl. Bislang konnte der Haas-Pilot nur drei WM-Punkte holen und steht oftmals im Mittelpunkt verschiedener Wechselgerüchte rund um das Team. Spekulationen, die dem 29-Jährigen laut eigener Aussage "scheißegal" sind.
"Das ist schon seit ein paar [Rennen] ein Problem, aber das Team arbeitet hart daran, herauszufinden, wo das herkommt", so Ocon. "Seit dem letzten Rennen sind nur drei oder vier Tage vergangen. Also haben wir noch nicht die Antworten vom letzten Rennen, aber wir scannen verschiedene Teile."
Die Ursachenforschung bei Haas ist laut Teamchef Ayao Komatsu alles andere als einfach. Verschiedene Teile in verschiedenen Bereichen haben bislang aus verschiedensten Gründen nicht so funktioniert, wie eigentlich erwartet.
Schon bei der Fertigung der Teile dürfte es, so die Einschätzung des Ingenieurs, zu Fehlern gekommen sein. Zudem hat Komatsu jüngst "Ungenauigkeiten bei der Montage des Autos" als Problem genannt. Dadurch kommt es auch von Wochenende zu Wochenende zu Unterschieden.
Der Unterboden Nummer neun, den Ocon in Silverstone einsetzen wird, ist nicht komplett neu. Stattdessen handelt es sich um ein repariertes Exemplar, welches laut dem Haas-Piloten keine zusätzlichen Probleme verursachen sollte. Die bisherigen Baustellen in puncto Balance fasst der 29-Jährige wie folgt zusammen:
"Mir fehlt Grip auf der Hinterachse. Zum Beispiel kann ich nicht mit so einem steilen Flügel fahren, wie gerne würde. Unsere Balance ist im Vergleich zu [Bearman] eher hecklastig. Das ist vor allem im Rennen so."
"Bei Rennen mit hohem Reifenverschleiß", so Ocon, "zerstöre ich grundsätzlich meine Reifen. Schließlich muss ich irgendwie mit den anderen mithalten. Dabei manage ich die Reifen weiterhin so gut es geht."
"Aber wenn ich pushen möchte, dann verursacht das doppelt so viel Schaden, wie es eigentlich sollte. In Barcelona musste ich etwa einen Stopp mehr einlegen, als alle anderen. In Österreich haben wir das nicht gemacht, aber es war sehr schwer, das Auto auf der Strecke zu halten."
Somit resümiert Ocon: "Auf einer Runde kann ich das mehr oder weniger managen, auch wenn es alles andere als optimal ist und uns da etwas Performance fehlt. Aber im Rennen haben wir den großen Abbau."
Die Ursachenforschung bei Haas dürfte also noch dauern. Schließlich hat Bearman die Klagen über mangelnden Grip auf der Hinterachse nach dem Großen Preis von Österreich geteilt. Seine Einschätzung vor dem Rennen in Silverstone:
"Die Antwort liegt darin, dass unsere Konkurrenz besser entwickelt und uns überholt hat. In Österreich hätten wir also nicht mehr herausholen können."
"Wir haben", so Bearman, "im Vergleich zur Konkurrenz seit dem ersten Rennen nicht genügend Performance-Upgrades für das Auto an den Start gebracht. Das ist eindeutig, und das war am letzten Wochenende sehr eindeutig."
In der Konstrukteurs-WM liegt Haas aktuell auf dem siebten Platz, zehn Punkte vor Williams. Die Racing Bulls, aktuell auf Rang sechs im Klassement, liegen derweil schon 23 Punkte vor dem in North Carolina beheimateten Rennstall.
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