Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur: Ist Charles Leclerc jetzt wieder voll da?
Charles Leclerc feiert in Silverstone seinen ersten Formel-1-Sieg seit fast zwei Jahren und meldet sich zurück: Warum Ferrari-Teamchef Vasseur davon nicht überrascht ist
Ferrari-Pilot Leclerc hat Großen Preis von Großbritannien gewonnen
Foto: Sutton Images
Charles Leclerc hat das Siegen in der Formel 1 nicht verlernt: Der Ferrari-Pilot gewann den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone und setzte damit ein wichtiges Ausrufezeichen. Schließlich war der Monegasse in den vergangenen Wochen aufgrund seiner Leistungen mehrfach in die Kritik geraten.
"Ich denke, das heutige Ergebnis ist der größte Vertrauensschub, den er bekommen kann", sagt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur, der allerdings nie an den Qualitäten seines Piloten gezweifelt hat. "Wenn man sich das anschaut: Charles stand in Spielberg in der ersten Startreihe, er war konstant vorne dabei."
"Aus unserer Sicht, anhand der Daten, gab es keinen Grund für Pessimismus", betont der Franzose, der zugleich weiß, dass Leclerc zuletzt eine schwierige Phase durchlebt hat. "Das Schwierige für ihn war der Mangel an Punkten, der Mangel an Ergebnissen, weil wir in Barcelona ein Zuverlässigkeitsproblem hatten."
"Dadurch setzt sich einfach nicht alles zusammen, während die anderen Punkte sammeln, und man hat das Gefühl, ein wenig den Anschluss zu verlieren", weiß der erfahrene Teamchef. "Aber was die Performance angeht, war ich bei Charles weiterhin optimistisch, weil wir in den Daten gesehen haben, dass er da ist."
Rein leistungstechnisch, gemessen an den Rundenzeiten, habe Leclerc ohnehin nie den Anschluss verloren. "Es ging nie nur um die Performance - die Performance war da. Ich denke, es war vielmehr eine Frage des Selbstvertrauens", sagt Vasseur. "Und das wird ihm der heutige Tag enorm zurückgeben."
Ferrari-Teamchef lobt: Leclerc war "sehr konstant"
Das Wochenende in Silverstone brachte zudem wichtige Erkenntnisse bei der Fahrzeugabstimmung. "Er hat das Vertrauen gefunden, dass jeder Set-up-Schritt zwar nicht unbedingt einen großen Unterschied bei der Rundenzeit macht, einem Fahrer aber manchmal das nötige Selbstvertrauen gibt, noch ein bisschen mehr zu pushen."
"Und für die Rennpace ist das entscheidend", meint der Ferrari-Teamchef. "Heute war er über das gesamte Rennen hinweg sehr konstant. Wenn man sich die ersten 20 Runden anschaut, lag er immer innerhalb von ein oder zwei Zehntelsekunden. Das war für uns der Schlüssel, um das Duell mit Antonelli zu gewinnen."
Auch Leclerc selbst räumt ein, dass die vergangenen Wochen für ihn "mental sehr schwierig" gewesen seien. "Aber hier ist es uns gelungen, alles zusammenzubringen", sagt der Ferrari-Pilot, "und ich hoffe wirklich, dass ich diesen Schwung in die kommenden Rennen mitnehmen kann."
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