Herbe Enttäuschung für McLaren: Ein Punkt war das Maximum

McLaren kassierte in Zandvoort einen herben Tiefschlag im Kampf mit Ferrari um Rang drei in der Konstrukteurs-WM - Wo war die Pace?

Herbe Enttäuschung für McLaren: Ein Punkt war das Maximum

Für McLaren entwickelte sich die Rückkehr der Formel 1 nach Zandvoort zum Desaster. Im bislang so engen Kampf mit Ferrari um Rang drei in der Konstrukteurs-WM kassierte der britische Rennstall in den niederländischen Dünen möglicherweise den entscheidenden Nackenschlag.

Nach einem Wochenende, an dem den orangefarbenen Rennern aus Woking die Pace fehlte, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, liegt McLaren 11,5 Punkte hinter der Scuderia. Nur ein mickriges Pünktchen durch Lando Norris stand zu Buche. Noch bitterer als das reine Ergebnis war die Tatsache, dass mehr nicht drin war.

"Wir müssen akzeptieren, dass dieser eine Punkt alles war, was möglich war", stellt Teamchef Andreas Seidl fest. Schon nach dem Qualifying, als Daniel Ricciardo Zehnter wurde und Norris sogar in Q2 hängen blieb, war klar, dass das Rennen alles andere als leicht wird. Aus eigener Kraft war McLaren nicht schnell genug, zudem lief das Rennen am Sonntag dann auch ohne Zwischenfälle ab.

Overcut bringt Norris nach vorne

Immerhin gelang es dem Team durch einen Strategiekniff, Norris nach vorne zu bringen. Am Start konnte der 21-Jährige keinen Boden gutmachen und blieb zunächst auf dem 13. Platz. Ricciardo hingegen kam direkt an Antonio Giovinazzi vorbei und kam als Neunter aus der ersten Runde. Daran änderte sich bis zu den Boxenstopps nichts.

Norris, der direkt hinter George Russell und Lance Stroll lag, blieb deutlich länger draußen als die beiden Kontrahenten und versuchte, sie per Overcut zu überholen. Und das gelang. "Mit der freien Fahrt auf seinen ersten Reifen konnte er die Pace nutzen und George und Stroll überflügeln", erklärt Seidl. Norris kam nach seinem Reifenwechsel vor den beiden und direkt hinter Ricciardo wieder auf die Strecke.

"Wir haben versucht, die Teamkarte auszuspielen und ein Reifendelta für Lando zu kreieren, um zu sehen, ob eine Chance besteht, beide Autos in eine Position für Punkte zu bekommen und vielleicht die Alpines anzugreifen", schildert Seidl die folgende Teamentscheidung.

Aufholjagd auf Alpine scheitert

Ricciardo machte schnell Platz für Norris, der damit Neunter war und auf seinen frischen Reifen die Lücke nach vorne zufahren sollte. "Leider hatte Lando nur für zehn Runden eine gute Pace im Vergleich zu den anderen vor ihm. Am Ende war das Rennen aber nicht mehr da. Mehr als ein Punkt war heute nicht drin", sagt Seidl.

Tatsächlich holte Norris mit mittleren 1:14er-Zeiten zunächst in Riesenschritten auf Fernando Alonso und Esteban Ocon vor ihm auf. Doch die beiden Alpine-Piloten konnten ebenfalls zulegen und fuhren Norris wieder davon. Der Blick richtete sich also nach hinten, wo Sergio Perez angeflogen kam und zunächst Ricciardo und dann auch Norris noch überholen konnte. Das Manöver gegen den Briten blieb dabei nicht ohne Berührung.

Nun geht es bei McLaren darum, herauszufinden, warum das Wochenende in Zandvoort zu einer solchen Enttäuschung wurde. "Wir müssen uns neu formieren und in Monza wieder angreifen, um sicherzustellen, dass wir wieder in der Lage sind, mit den Ferraris zu kämpfen", sagt Seidl.

Kein Problem sei unterdessen die Rauchentwicklung an Ricciardos Boliden zu Beginn des Rennens gewesen. Dabei habe es sich nur um verbranntes Öl gehandelt. "So etwas sieht man hin und wieder, vor allem zu Rennbeginn bei vollem Öltank. Manchmal sieht man etwas Rauch, was aber kein Problem darstellt", so Seidl.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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