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Lando Norris warnt vor "Chaos-Rennen" durch neuen Boost-Modus

Lando Norris fasst nach dem Shakedown in Barcelona das Reglement 2026 zusammen - Der Brite befürchtet chaotische Situationen durch das neue Boost-System

Lando Norris warnt vor "Chaos-Rennen" durch neuen Boost-Modus

Lando Norris blickt auf die Regeln für die F1-Saison 2026

Foto: LAT Images

Es ist der Beginn einer neuen Ära: Die Formel-1-Piloten erhielten beim Shakedown in Barcelona einen ersten Vorgeschmack auf die Boliden der Generation 2026. Während der Automobil-Weltverband FIA und Liberty Media auf mehr Spektakel hoffen, blickt Lando Norris mit einer gewissen Skepsis auf die neuen Regeln. Der Brite befürchtet, dass bestimmte Elemente des Reglements für "chaotischere Rennen" sorgen könnten.

Ab 2026 wird die Königsklasse grundlegend umgekrempelt. Die Autos werden kürzer, schmaler und leichter. Herzstück ist der neue Antriebsstrang, bei der das Verhältnis zwischen Verbrennungs- und Elektromotor fast bei 50:50 liegt.

Hinzu kommt eine aktive Aerodynamik an Front- und Heckflügel, um den Luftwiderstand auf den Geraden zu minimieren. Das markanteste Feature für die Zweikämpfe ist jedoch der neue Boost-Modus, der das bisherige DRS ablösen wird.

Überholen an ungewöhnlichen Stellen?

Zwar lieferte der Shakedown in Barcelona noch keine echten Rad-an-Rad-Duelle, doch die Fahrer konnten bereits simulieren, wie sich die Zusatzleistung auf die Rundenzeit auswirkt. Norris sieht darin ein zweischneidiges Schwert.

"Man könnte fast schon chaotischere Rennen erleben, je nachdem, wann die Leute den Boost-Knopf drücken", erklärt der McLaren-Star. "Es gibt viele Geraden und Abschnitte, nehmen wir Barcelona als Beispiel, auf denen man normalerweise kaum Batterieenergie einsetzt, etwa zwischen Kurve 5 und Kurve 7. Wenn man dort aber den Boost nutzt, bekommt man einen ordentlichen Batzen an Pferdestärken dazu und kann jemanden vor Kurve 7 überholen. Das hat man dort vorher nie gesehen."

Der "Jo-Jo-Effekt" droht

Doch die Sache hat einen Haken: Die elektrische Energie ist begrenzt. Wer sie an einer Stelle verpulvert, steht kurz darauf mit leeren Händen da. "Das Problem ist, dass du dann bis Kurve 10 aufgeschmissen bist", so Norris.

Dennoch sieht er auch das Potenzial: "Man wird in der Lage sein, die Gegner in verschiedene Positionen zu zwingen und das Racing potenziell besser zu gestalten als in der Vergangenheit. Und ich denke, das ist wahrscheinlich eine gute Sache."

Der Boost-Modus setzt die maximale Leistung des Antriebsstrangs frei oder aktiviert eine von den Teams vordefinierte Konfiguration. Er dient sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung - vorausgesetzt, der Akku ist voll genug. Norris glaubt, dass dies zu einem "Jo-Jo-Effekt" führen könnte, bei dem sich die Fahrer ständig gegenseitig überholen.

"Man wird Leute überholen sehen, vielleicht nicht einmal, weil sie viel schneller sind, sondern einfach, weil sie es können. Aber das hat zur Folge, dass man ein oder zwei Runden braucht, um die Batterie wieder vernünftig aufzuladen."

Hoffnung auf Spektakel für die Fans

Sobald ein Fahrer überholt wurde, profitiert er im Windschatten wiederum von einer höheren Endgeschwindigkeit - Norris spricht von 5 bis 10 Kilometern pro Stunde mehr auf den Geraden, was dem Effekt des alten DRS nahekommt.

"Man wird mehr Positionswechsel sehen, mehr Manöver mit Überschussgeschwindigkeit. Aber diese Person muss dann vielleicht mehr verteidigen als früher. Das wird mehr Chaos verursachen - was für euch [die Medien und Fans] natürlich großartig ist", schmunzelt der Brite.

Wie massiv die Auswirkungen der neuen Technologie tatsächlich sind, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Norris erwartet, dass die Teams bei den anstehenden Testfahrten in Bahrain vom 11. bis 13. sowie 18. bis 21. Februar vermehrt mit dem System experimentieren werden. Ernst wird es dann am 6. März beim Saisonauftakt in Australien.

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