Sergio Perez bedauert: "Hatten das Podium in der Tasche"

Schadensbegrenzung bei Sergio Perez: Nach schwachem Qualifying kam der Red-Bull-Pilot in Katar als Vierter ins Ziel, das Podium verpasste er nur knapp

Sergio Perez bedauert: "Hatten das Podium in der Tasche"

Für Sergio Perez war das Formel-1-Rennen in Katar wohl ein paar Kilometer zu kurz, um selbst auf das Podium klettern zu können. Nach einem völlig missratenen Qualifying und Startplatz elf kämpfte sich Perez durch das Feld, doch weil sich Red Bull beim Mexikaner für die sichere Strategie entschied und kurz vor Schluss ein virtuelles Safety-Car seine Aufholjagd bremste, war mehr als Platz vier am Ende nicht drin.

"Ich denke, wir hatten das Podium in der Tasche", klagt Perez, der nach langem Hin und Her von seinem Team doch auf eine Zweistoppstrategie gesetzt wurde. "Wir haben es während des Rennens immer wieder geändert. Manchmal war es ein Stopp, dann zwei, dann wieder einer. Es war nicht völlig klar für uns", erklärt Perez.

Schlussendlich spielte auch der Reifenschäden bei Valtteri Bottas eine entscheidende Rolle, warum sich Red Bull für zwei Stopps entschied. Denn einerseits war einer der Hauptkonkurrenten in der Konstrukteurs-WM aus dem Rennen, zum anderen wurde die Gefahr durch Reifenschäden bei zu langen Stints offenkundig. "Wir sind auf Nummer sicher gegangen", sagt Perez.

Horner: Hatten Angst vor Situation wie bei Bottas

Perez war mit den Mediums ins Rennen gestartet und hatte sich bereits auf Rang vier nach vorne gearbeitet, als er schon nach 19 Runden auf die harten Reifen wechselte. Hätte er dann durchfahren wollen, hätte dies einen Schlussstint von 38 Runden bedeutet. Zum Vergleich: Bei beiden Williams-Fahrern war es nach jeweils 32 Runden auf dem harten Reifen zu Schäden gekommen, bei Lando Norris sogar bereits nach 24.

Perez absolvierte seinen zweiten Stopp aber ohnehin bereits vor diesen Zwischenfällen. Red Bull war das Risiko schlicht vorher schon zu groß. "Der Reifenverschleiß war ziemlich hoch und wir waren besorgt, dass genau dasselbe wie bei Bottas passiert", erklärt Teamchef Christian Horner bei 'Sky'.

Dass eine Einstoppstrategie mit Medium und Hard funktionieren kann, zeigten aber unter anderem die beiden Ferraris, Lance Stroll und Daniel Ricciardo. Alle kamen aber deutlich später zum Reifenwechsel als Perez.

Erstes Treffen mit Alonso im zweiten Stint

"Das Hauptproblem war, dass wir mitten im Verkehr wieder rausgekommen sind und es in den ersten Runden auf dem harten Reifen schwierig war, zu überholen. Dabei haben wir einige Sekunden verloren", erklärt Perez den Beginn seines zweiten Stints.

Unter anderem traf Perez zu dieser Zeit erstmals auf den auf Platz drei liegenden Fernando Alonso, an dem er sich die Zähne eine Weile ausbiss. "Dann haben wir ihn doch überholt und wir waren eigentlich auf einem Stopp unterwegs. Aber dann haben wir unsere Meinung geändert. Wir wollten auf jeden Fall ins Ziel kommen", sagt Perez.

Also kam er 17 Runden vor dem Ende noch einmal rein und erhielt einen Satz gebrauchte Mediums, mit denen er eine Schlussattacke Richtung Podium setzen sollte. Zunächst aber fiel er bis auf den siebten Platz zurück. Danach arbeitete er sich an Stroll und Esteban Ocon vorbei, Lando Norris musste seinerseits wegen eines Reifenschadens noch einmal an die Box.

VSC bremst Aufholjagd

Acht Runden vor dem Ende lag Perez 14 Sekunden hinter Alonso, vier Runden später war der Abstand auf acht Sekunden zusammengeschmolzen. Dann allerdings kam es zum virtuellen Safety-Car durch das parkende Auto von Nicholas Latifi, der es nach seinem Reifenschaden nicht mehr an die Box schaffte. Etwa anderthalb Runden bekam Perez noch einmal freie Bahn, doch es reichte nicht mehr, um Alonso noch einzuholen.

"Es hat uns aufgehalten und Fernando wohl davor bewahrt, einen Reifenschaden zu bekommen", sagt Perez mit Blick auf das VSC. Alonso war mit seinen Reifen in einem kritischen Bereich unterwegs, Alpine-Direktor Marcin Budkowski sprach von einigen Kurven, die der Spanier womöglich von einem Schaden entfernt war.

Perez zeigte sich jedoch als fairer Sportsmann und konnte sich für Alonsos Podium auch ein bisschen freuen. "Wenn es jemanden gibt, dem ich das Podium gerne überlasse, dann ist es Fernando. Er ist ein fantastisches Rennen gefahren und hat es verdient, da oben zu stehen"; sagt er.

Bei Perez stehen die Tage bis zum nächsten Rennen in Saudi-Arabien vor allem im Zeichen der Analyse, was im Qualifying schiefgelaufen ist. "Wir müssen das, was gestern passiert ist, analysieren. Wir sind irgendwo beim Auto in die falsche Richtung gegangen, auch das Qualiying selbst lief nicht glatt. Mit Platz vier davonzukommen ist besser als nichts", so Perez.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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