Raffaele Marciello bleibt entspannt: "Vorbereitung beginnt am Freitag"
Trotz der bevorstehenden Titelentscheidung plant Raffaele Marciello vor dem Saisonfinale das ADAC GT Masters keine besondere Vorbereitung
Raffaele Marciello hat gute Chancen, beim Finale des ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring (21. bis 23. Oktober) eine ohnehin schon erfolgreiche Saison 2022 zu krönen. Die Aussicht auf den Titelgewinn in der Deutschen GT-Meisterschaft macht den Mercedes-AMG-Piloten aus dem Team Landgraf aber nicht nervös und ändert nichts an seiner Herangehensweise.
Auf die Frage, wann er mit der Vorbereitung auf die Rennen in Hockenheim beginne, antwortet Marciello: "Am Freitag des Rennwochenendes. Wir sind in der GT-World-Challenge erst kürzlich in Hockenheim gefahren. Und wenn man fast jedes Wochenende Rennen fährt, ist das [eine besondere Vorbereitung beispielsweise im Simulator] eigentlich nicht weiter nötig."
42 Punkte Vorsprung hat Marciello in der Meisterschaftswertung auf das Joos-Porsche-Duo Christian Engelhart und Ayhancan Güven. Da in Hockenheim insgesamt noch 56 Punkte zu vergeben sind, haben auch Marciellos AMG-Markenkollgen Jules Gounon/Fabian Schiller (ZVO) und das Emil-Frey-Lamborghini-Duo Jack Aitken/Albert Costa rechnerisch noch Titelchancen.
Konstanz ist Marciellos große Stärke
Allerdings müsste bei Marciello schon allerhand schiefgehen, damit er diesen satten Vorsprung noch verspielt. Doch der gebürtige Schweizer bleibt vorsichtig: "Noch ist nichts gewonnen und wir müssen weiter pushen. Das Team ist gut vorbereitet. In Hockenheim geht es darum, unnötige Fehler zu vermeiden."
Der Gewinn der Deutschen GT-Meisterschaft wäre für Marciello nach dem Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps, dem Gesamtsieg in der GT-World-Challenge Europe und dem Fahrertitel im Endurance Cup der GTWC der vierte Titel in dieser Saison.
Gounon: Respekt sorgt für faires Racing
Damit würde auch zum ersten Mal seit Jules Gounon im Jahr 2017 nur ein einzelner Fahrer Meister des ADAC GT-Masters. Besagter Gounon ist mittlerweile Markenkollege von Marciello und musste in dieser Funktion in dieser Saison mehrmals die Rollen wechseln. Bei den 24 Stunden von Spa gewannen beide zusammen mit Daniel Juncadella, im ADAC GT-Masters kämpfen sie in unterschiedlichen Teams gegeneinander.
Auf die Frage, wie er diesen Rollenwechsel meistere, sagt Gounon: "Wir gehen uns aus dem Weg und sagen uns nicht einmal Hallo. Nein, Scherz beiseite. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander", so der Franzose.
"Wir arbeiten seit zwei Jahren miteinander und haben einige gute Resultate erzielt. Es ist eine Freude, mit Lello zu fahren, denn man weiß, dass er im Auto immer abliefert", lobt Gounon seinen Kollegen. "Aber es ist in der Tat manchmal schwierig. An einem Wochenende gewinnen wir zusammen ein Rennen und am nächsten Wochenende fahren wir gegeneinander."
Das gute Verhältnis der beiden zueinander ist für Gounon die Grundlage für hartes, aber faires Racing. "Ich habe eine Menge Respekt vor ihm, und umgekehrt ist es sicher genau so. Dann macht man keine verrückten Manöver wie vielleicht bei jemand anderem", so der Franzose.
Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.
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