Dörr-Leiter über Glock-Pannen: "Nichts zu tun mit schlechter Vorbereitung"
Während Ben Dörr seinen ersten DTM-Sieg feiert, erlebt Timo Glock eine Serie technischer Rückschläge: Das McLaren-Team widerspricht einfachen Erklärungen
Pechvogel Timo Glock: Warum gibt es ständig Probleme bei seinem McLaren?
Foto: ADAC Motorsport
Wie erklärt das Dörr-Team die beispiellose Pechsträhne von Timo Glock in der DTM-Saison 2026? Wenn es ein Problem gibt, dann tritt es fast immer beim Ex-Formel-1-Piloten - und nicht bei Teamkollege Ben Dörr, dem Sohn des Teambesitzers Rainer Dörr, auf. Glock zeigte sich zuletzt auf dem Lausitzring "sprachlos", weil es laut eigenen Angaben bisher "nicht eine Session" gab, "in der es an meinem Auto kein Problem gibt".
Ex-DTM-Champion Volker Strycek, der seit Ende 2026 beim Dörr-Team als GT3-Leiter fungiert, verteidigt nun sein McLaren-Team gegen den Vorwurf, dass es ein Ungleichgewicht gäbe. "Das sieht von außen sicherlich so aus", sagt er bei ran.de. "Aber in Wirklichkeit waren das noch andere Gründe, warum der Erfolg für Timo am Ende nicht da war."
Glocks Ausfallsgrund am Samstag auf dem Lausitzring, der kurioserweise dem Teamkollegen den ersten DTM-Sieg ermöglichte, sei keine Schuld des Teams gewesen. "Am Ende war es ein Kabel des Drehzahlsensors, der die Daten für den Data-Logger des Scrutineerings (technische Abnahme; Anm. d. Red.) abgibt - und das Auto steht!", erklärt er. "Das hat nichts mit schlechter Vorbereitung zu tun. Das ist wirklich sehr unglücklich."
Beide Autos vor Norisring "gründlich durchgecheckt"
Dennoch gibt Strycek zu, dass es bei Glocks Auto abgesehen vom Auftaktrennen in Spielberg, bei dem dieser mit Platz sechs sein bestes McLaren-Ergebnis einfuhr, immer wieder Schwierigkeiten gibt. "Wir haben ein bisschen Probleme bekommen, aber wir werden alles dafür tun, dass dieses Auto auf der gleichen Ebene ist wie das Auto von Ben", kündigt Strycek an.
Für das Norisring-Wochenende (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) erhält Glock einen "nagelneuen Turbolader", verspricht er. "Wir haben beide Autos gründlich durchgecheckt." Denn auch beim zweiten Rennen auf dem Lausitzring fiel Glock, der das ganze Wochenende über mangelnde Leistung klagte, nach seinem zweiten Turbodefekt der Saison aus.
Unterschiede bei Autos? "Daran liegt es mit Sicherheit nicht"
Der fünfmalige DTM-Rennsieger fährt dieses Jahr den Boliden, den er im Vorjahr im Zuge des Fahrzeugwechsels von seinem Teamkollegen Ben Dörr übernahm, während dieser 2026 einen neuen McLaren erhielt. "Die Autos sind absolut identisch", stellt Strycek klar. "Beide Autos sind am Anfang der Saison auf einen absoluten Neuwertstand gewesen. Daran liegt es mit Sicherheit nicht."
Aktuell zeige sich aber, dass Glocks Teamkollege "in der Lage ist, es tatsächlich auf den Punkt zu bringen", sagt Strycek. Bei Glock habe es hingegen im Qualifying immer wieder auch ein "Timing-Problem" gegeben, wodurch dieser von weiter hinten starten musste.
Dann befinde man sich in der DTM "in der heißen Zone" - und es drohen Zwischenfälle.

Volker Strycek (re.) im Vorjahr auf dem Sachsenring mit Timo Glock
Foto: Dörr Motorsport
"Wir haben Berührungen gehabt, wir haben in Zandvoort einen Crash gehabt, wo die Felge kaputt war, das Radlager anschließend kaputt gegangen ist. Das hat nichts mit der Vorbereitung zu tun. Das ist einfach unfallbedingt gewesen", relativiert er den Eindruck, dass es am Team liege.
"Würde mir für Timo wünschen, dass er andere Rennen fahren könnte"
Ob er auch psychologisch einwirken müsse, weil es bei Ben Dörr im Gegensatz zu Glock wie am Schnürchen läuft? "Er ist ein Profi, er weiß, wie das Business funktioniert", sagt Strycek, der Glock aus seiner Ära als Opel-Motorsportchef kennt, als dieser vom Hersteller in der Formel 3 gefördert wurde. "Da mache ich mir gar keine Sorgen. Er ist stabil genug, und er kann das auch."
Bei Ben Dörr müsse man wegen der Erfolge hingegen etwas darauf achten, dass er "wirklich auf dem Boden bleibt", sagt Strycek. Dass sich der Sohn von Teambesitzer Rainer Dörr so stark entwickelt, führt der GT3-Leiter des Teams auch auf die zusätzliche Fahrzeit in der GT-World-Challenge Europe und anderen GT3-Rennen zurück.
"Wir schauen, dass er wahnsinnig viel Tracktime bekommt", sagt Strycek über Ben Dörr. "Ich würde mir auch für Timo wünschen, dass er andere Rennen fahren könnte, weil hier sind die Besten der Besten. Und jeder, der hinter dem Lenkrad sitzt, fährt eigentlich an jedem Wochenende irgendwo ein anderes Rennen im GT3."
Davon würde Glock auch in der DTM profitieren, in der Details den Unterschied machen. "Da zählt wirklich alles", sagt Strycek. "Wir können nur dafür Sorge tragen, dass die Dinge so laufen, dass er am Ende hoffentlich wieder erfolgreich wird."
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