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Mercedes-Offensive in DTM: Nächster AMG GT3 durch GetSpeed-Team?

Wieso GetSpeed das sechste Mercedes-Team in der DTM werden könnte, warum man keine Werksunterstützung erhält und wie man das Projekt dennoch stemmen könnte

Mercedes-Offensive in DTM: Nächster AMG GT3 durch GetSpeed-Team?

Die vergangenen Wochen haben bewiesen: Mercedes-AMG hat die DTM mit einer späten Offensive gerettet. Fünf Boliden sind offiziell bestätigt, doch dabei wird es nicht bleiben, denn auch Peter Mücke will einen von Schaeffler-Paravan finanzierten Mercedes-AMG GT3 mit Ex-Champion Gary Paffett einsetzen.

Und mit der Nordschleifen-Truppe GetSpeed kommt nun sogar ein weiteres Mercedes-Team für einen DTM-Einstieg infrage. Wie 'Motorsport.com' erfahren hat, arbeitet man in der Gottlieb-Daimler-Straße in Meuspath beim Nürburgring aktuell neben den Vorbereitungen für das 24-Stunden-Rennen an einem DTM-Projekt.

Die aufstrebende Truppe des 47-jährigen Teamgründers Adam Osieka, die seit 2020 in die Riege der AMG-Performance-Teams aufgestiegen ist, verfügt über vier Mercedes-AMG GT3 und wäre daher auch für ein DTM-Engagement gerüstet.

Warum GetSpeed keine DTM-Werksunterstützung erhält

Fakt ist aber, dass man die Finanzierung selbst aufstellen müsste. Denn Mercedes-AMG hat sich festgelegt, mit GruppeM, dem Haupt-Team und Winward drei Rennställe mit kostenlosen Boliden, 150.000 bis 200.000 Euro pro Auto, Ersatzteilen und Werksfahrern zu unterstützen.

GetSpeed war laut Informationen von 'Motorsport.com' auch in der Riege der Kandidaten, konnte damals aber die Eigenleistung für einen DTM-Einsatz nicht stemmen - und kam daher nicht zum Zug.

Doch in Meuspath, wo auch das Haupt-Team und das bisherige Audi-Werksteam Phoenix ansässig sind, hat man das Projekt nicht aufgegeben, sondern versucht jetzt - wie es das Mücke-Team durch Schaeffler-Paravan geschafft hat - eine Fremdfinanzierung auf die Beine zu stellen. Auch Christian Kliens JP-Motorsport-Truppe, die an vier Wochenenden an den Start gehen will, erhält kein Geld von AMG-Mercedes, sondern stemmt den Einsatz selbst.

Wie man das Budget selbst aufstellen könnte

Das ist neben einem großen Sponsor auch über Fahrer möglich, wie es dem Rosberg-Team über den US-Amerikaner Dev Gore gelungen ist. Und gerade im Formelsport-Bereich sind Fahrer auf dem Markt, die es gewohnt sind, viel Geld für ein Cockpit auf den Tisch zu legen: So erhält man derzeit einen Formel-2-Sitz nicht unter 1,5 Millionen Euro.

Dagegen ist eine GT3-Saison in der DTM mit Einsatzkosten von rund einer Million Euro vergleichsweise günstig. Wenn das Team dann noch über einen zusätzlichen Sponsor verfügt, könnte die Rechnung aufgehen.

DTM für aufstrebendes GetSpeed-Team nächster Schritt?

Für die GetSpeed-Truppe könnte die DTM der nächste Schritt in seiner Entwicklung sein:. Das Team wurde im Jahr 2013 von Osieka gegründet, der mit GetSpeed vier Jahre lang bis 2016 auch Minderheitsgesellschafter des Nürburgrings war und auch selbst immer noch am Steuer sitzt, wie er zuletzt im Vorjahr in der Nürburgring-Langstrecken-Serie NLS (vormals VLN) bewiesen hat.

Zunächst trat GetSpeed auf der Nordschleife mit einem Cup-Porsche an, 2018 machte man den Schritt in den GT3-Bereich mit einem Porsche 911 GT3 R. Ein Jahr später folgte der Markenwechsel zu Mercedes. Und der brachte rasch Erfolge: 2019 gelang dem Team der erste VLN-Gesamtsieg, wodurch man 2020 vom AMG-Customer-Team zum -Performance-Team aufstieg und ab sofort Werksunterstützung erhielt.

Welche Pläne GetSpeed für 2021 hat

Es war auch das erste Jahr, in dem man sich international präsentierte: Erstmals ging man in der GT-World-Challenge Europe an den Start, zudem holte man in der GT-Open-Serie den Titel in der Amateurklasse. Und als Highlight führte man das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife lange an, ehe Raffaele Marciello bei schwierigen Bedingungen kurz vor der nächtlichen Unterbrechung crashte.

Welches Programm man für 2021 vorgesehen hat? Das Team konzentriert sich derzeit vor allem auf den Einsatz beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife, mit der man nach dem möglichen Triumph im Vorjahr eine Rechnung offen hat.

Das GetSpeed-Kundenauto soll zudem die komplette NLS-Saison absolvieren, während der werksunterstützte Mercedes-AMG GT3 bei mindestens sechs NLS-Rennen starten soll. Und auch in der GT-World-Challenge plant man ein Auto mit Piloten der FIA-Kategorie Silber.

Mit Bildmaterial von Daimler.

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