"Drehtür im Management": Experte identifiziert Problem von Aston Martin
Experte Martin Brundle ist überzeugt, dass Jonathan Wheatley ein guter Teamchef für Aston Martin wäre, nachdem es in der Teamführung zuletzt "eine Drehtür" gab
Jonathan Wheatley hat seine Rolle als Audi-Teamchef abgegeben
Foto: LAT Images
Der ehemalige Formel-1-Pilot und aktuelle Sky-Sports-Experte Martin Brundle ist der Ansicht, dass die Verpflichtung von Jonathan Wheatley als Teamchef ein "kluger Schachzug" für Aston Martin wäre, warnt jedoch zugleich, dass das Team seine Managementstruktur stabilisieren müsse.
"Sie hatten bei Aston Martin eine regelrechte Drehtür im Management, oder? Und ich finde, sie haben einige merkwürdige Entscheidungen darüber getroffen, wer was macht und wer das Sagen hat", erinnert Brundle im Gespräch mit Sky UK an die zahlreichen Wechsel auf der Teamchef-Position.
Denn auf Otmar Szafnauer folgte Mike Krack, der wiederum von Andy Cowell abgelöst wurde. Seit Anfang des Jahres ist Adrian Newey in der Rolle des Teamchefs, die er nun allerdings wieder abgeben wird. "Ehrlich gesagt ist das ziemlich kurios, wenn man es von außen beobachtet und einige der beteiligten Personen kennt", sagt Brundle.
Zwar gab es bereits erste Gerüchte und Spekulationen, offiziell ist jedoch weiterhin nicht bestätigt, ob Jonathan Wheatley nach seinem Audi-Aus tatsächlich neuer Teamchef bei Aston Martin wird. Aber "ich gehe davon aus, ja", ist der Sky-Experte überzeugt.
Martin Brundle: Wheatley wird bei Aston Martin landen
"Jonathan ist ein Freund von mir, aber er möchte im Moment nicht darüber sprechen, weil er es vermutlich nicht kann", ergänzt der frühere Formel-1-Pilot. "Ich glaube nicht, dass er das Audi-Projekt und den Umzug seiner Familie in die Schweiz und all das leichtfertig aufgegeben hätte."
"Gehen wir also davon aus, dass er, sobald die Verhandlungen oder die Gardening-Leave-Phase oder was auch immer hier eine Rolle spielt, abgeschlossen sind, bei Aston Martin landen wird." Brundle ist zudem der Meinung, dass ein Wechsel Wheatleys für Aston Martin sinnvoll wäre.
"Adrian Newey kennt ihn natürlich noch unglaublich gut aus den Red-Bull-Zeiten", erinnert der Brite. "Und ich denke, Jonathans Pragmatismus und seine praxisnahe Herangehensweise würden dort einige Dinge zusammenhalten. Ich glaube, das wäre ein kluger Schachzug."
"Das ist nichts, was ich direkt von ihm gehört habe, aber vielleicht reizt ihn eine Rückkehr nach Großbritannien und das Zahlen von Steuern", sagt Brundle mit einem Lachen. Wheatley soll sich in seiner neuen Heimat in der Schweiz nicht wohlgefühlt haben. "Aber ja, das ist eine interessante Entwicklung."
Aston Martin "wie ein Premier-League-Fußballteam"
"Ehrlich gesagt habe ich das bei Jonathan nicht kommen sehen, obwohl mir in Melbourne tatsächlich zweimal gesagt wurde, dass genau das passieren wird. Jonathan wäre ein guter Fang für sie. Aber sie müssen zur Ruhe kommen und einfach mal an einer Linie festhalten."
"Momentan wirken sie wie ein Premier-League-Fußballteam, das ständig wechselt, wer das Sagen hat", betont der Sky-Experte und schließt sich damit der Kritik von TV-Experte Will Buxton an, der bereits vor einigen Wochen in ähnlichen Tönen über den angeschlagenen Formel-1-Rennstall gesprochen hatte.
"Und was passiert dann?", fragt Brundle schelmisch. "Alle im Team gehen in Deckung und halten den Kopf unten, weil sie nicht wissen, was als Nächstes passiert, wem sie berichten, wie die Strategie aussieht oder Ähnliches. Es ist insgesamt eine wirklich schwierige Situation für sie."
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