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Kolumne: Warum die Formel 1 ein größeres Starterfeld braucht

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Kolumne: Warum die Formel 1 ein größeres Starterfeld braucht
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Redakteur Norman Fischer wünscht sich in der Formel 1 wieder ein volles Starterfeld und ruft die FIA zu mehr Mut auf: Auch Scheitern schreibt Geschichten!

Liebe Formel-1-Fans,

19 Fahrer waren am Sonntag beim Großen Preis von Belgien am Start. In Worten: neunzehn. Ich muss zugeben, wenn ich Rennen mit weniger als 20 Fahrern sehe, dann nimmt mir das immer ein wenig den Spaß. Es fühlt sich einfach so wenig an.

Wer mir auf Twitter oder Facebook folgt, der weiß, dass ich ein großer Fan der beiden Nachwuchsklassen bin. Die Formel 3 tritt mit einem satten Starterfeld von 30 Fahrzeugen an (geil!), die Formel 2 immerhin mit 22 (auch noch okay).

Und dann kommt am Sonntagnachmittag die Formel 1 daher, die sich im Vergleich einfach etwas leer anfühlt. 20 Autos sind schon die unterste Grenze, und wenn dann ein Problem wie bei Carlos Sainz in Spa, Nico Hülkenberg in Silverstone oder (fast) Max Verstappen in Budapest auftritt, ist man schnell bei einem Starterfeld mit einer 1 davor - das wirkt wenig königlich.

Zu hohe Hürden für Neueinsteiger

Wäre ich Chef der FIA, dann würde ich schnellstmöglich dafür sorgen, dass das Starterfeld der Formel 1 wieder größer wird. Interessenten gibt es mit Panthera oder einem spanischen Projekt rund um Campos ja - und bestimmt hat auch Zoran Stefanovic irgendwo noch Pläne in der Schublade rumliegen.

Das Problem: Die Formel 1 hat irgendwie kein Interesse daran. Obwohl sich in den vergangenen Jahren regelmäßig Teams gemeldet haben, erklärten Ross Brawn oder Jean Todt, dass keine ernsthaften Bewerber in Aussicht stehen. Und ich sage: Macht doch die Augen auf!

Ich verstehe nicht, wieso man potenziellen Neueinsteigern nicht einmal eine Chance gibt. Stattdessen sorgt man mit so hohen Hürden dafür, dass im Grunde gar keiner eine Chance hat, in den Sport einzutauchen. Und das finde ich schade.

Die Formel 1 erwartet im Grunde, dass Neulinge schon so perfekt sind, dass sie auf Anhieb mithalten können. Denn man will ja schließlich die Reputation des Sportes nicht gefährden. Aber wäre es nicht auch eine Geschichte, wenn man zeigen könnte, wie sich ein neues Team von der Chancenlosigkeit nach oben arbeiten kann? Man muss ja erst einmal lernen. Das darf man in der Formel 1 aber nicht.

Andrea Moda & Co.

Klar, die Verantwortlichen haben Angst, dass es wie in den 90er-Jahren wird, wo Teams wie Andrea Moda, Life oder Lola eine Negativschlagzeile nach der anderen schreiben und nach einem Jahr wieder verschwunden sind. Ich aber frage mich: Ist das so schlimm?

Andrea Moda schickte einst seinen Piloten Perry McCarthy auf eine hoffnungslose Mission. Im Grunde war sein Auto nur der Ersatzwagen für Teamkollege Roberto Moreno. Seine Teilnahme war für das Team ein Alibi. Mal schickte man ihn so spät heraus, dass er keine Chance hatte, überhaupt eine Zeit zu setzen, mal ließ man ihn im Trockenen mit abgefahrenen Regenreifen fahren.

Perry McCarthy, Andrea Moda S921

Perry McCarthy, Andrea Moda S921

Foto: Sutton Images

Zugegeben, nicht ganz die saubere Art, aber es sind solche Geschichten, die ich mir auch heute noch gerne auf Wikipedia durchlese. Auch das Debakel von Lola mit dem einzigen Teilnahmeversuch in Australien 1997, als die Autos elf und 13 Sekunden zu langsam waren, ist legendär.

Und solche Geschichten fehlen heutzutage in der Formel 1. Alle Teams sind im Grunde glattgeleckt, und dass Williams zwei Sekunden zu langsam ist, ist das Höchste der Gefühle - aber das ist im Formel-1-Kontext auch nichts, was ich mir in 20 Jahren noch einmal durchlesen werde. Scheitern ist in der sterilen Formel-1-Welt nicht vorgesehen.

Doch damit verpasst die Serie zahlreiche Storys.

Mehr Chancen für neue Fahrer

Ich würde mir wieder ein Starterfeld von 26 Autos wünschen. Das würde auch weiteren Fahrern eine Chance in der Formel 1 gewähren. Aktuell haben wir nur 20 Plätze, was die Möglichkeiten ziemlich einschränkt. Nur ein einziger neuer Fahrer ist 2020 dabei, und selbst der Formel-2-Meister der vergangenen Saison muss zuschauen.

Sicher, den Teams gefällt es nicht, wenn weitere Rennställe zusteigen, denn dann würde auch der Anteil am Preisgeld-Kuchen kleiner ausfallen. Aber da würde ich sagen: So what? Dann ist es eben so.

Nyck de Vries

Formel-2-Meister Nyck de Vries erhält keine Chance in der Formel 1

Foto: LAT

Zudem würde die Formel 1 neue Chancen zur Vermarktung bekommen. Vier Stunden Training sind aktuell nicht das spannendste Format. Anfang der 90er-Jahre gab es hingegen sogar noch das Pre-Qualifying, in dem die Fahrer darum kämpfen mussten, überhaupt in der Qualifikation zu fahren. Somit ging es schon zu Beginn des Wochenendes sportlich um etwas.

Und das würde ich viel lieber sehen als 19 Autos, die in Perfektion um den immer weiter asphaltierten Kurs von Spa-Francorchamps rollen. Also FIA und Formel 1: zeigt Mut!

Euer

Norman Fischer

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Urheber Norman Fischer