24h Le Mans 2026 FT1: Vorjahressieger mit Unfall
Yifei Ye fliegt eine Viertelstunde vor Ende des ersten Freien Trainings im gelben Ferrari ab - LMDh-Boliden geben den Ton in der Hypercar-Klasse an
Yifei Ye musste nach einem Einschlag in den Reifenstapel die Session frühzeitig beenden
Foto: Rainier Ehrhardt
Kleiner Schock beim ersten Training zu den 24 Stunden von Le Mans 2026 (hier im Fernsehen und Livestream): Der Titelverteidiger, der AF-Corse-Ferrari #83 (Ye/Kubica/Hanson; 17.), flog 15 Minuten vor Schluss in der Mulsanne-Kurve ab. Der seitliche Einschlag in den Reifenstapel war nicht heftig, aber auch nicht sanft. Yifei Ye brachte den Ferrari 499P in langsamer Fahrt zurück an die Box, wo er bis zum Sessionende blieb.
Ye bemerkte beim Anbremsen der Mulsanne-Kurve, dass er zu spät auf der Bremse war. Um nicht in einen der beiden unmittelbar davor fahrenden Werks-Ferrari zu krachen, versuchte er, in den Kreisverkehr einzufahren, um dort weiter abzubremsen. Dabei wurde er ausgehebelt und segelte seitwärts in den Reifenstapel.
Unmittelbar vor Schluss gab es einen weiteren Vorfall in der Hypercar-Klasse, als Frederic Makowiecki im Alpine #36 (Makowiecki/Gounon/Martins; 12.) ausgangs der Esses in die Leitplanke einschlug und nun bis zum Qualifying einen Satz neue Querlenker auf der linken Seite braucht.
Die Esses waren der Schwerpunkt in Sachen Ausrutschern im Eröffnungstraining (siehe unten).
Drei Cadillac auf den ersten vier Plätzen
An der Spitze nisteten sich schnell die Cadillac V-Series.R ein. Kurz vor Schluss unternahm Earl Bamber im Cadillac #38 (Bamber/Bourdais/Aitken; 1.) einen Qualifying-Versuch und kam auf eine Bestzeit von 3:23.786 Minuten. (Ergebnis)
Das ist deutlich schneller als die Bestzeit aus dem Vorjahr von 3:25.148 Minuten, die ebenfalls vom Cadillac #38 dank Sebastien Bourdais gefahren wurde. Nach der Bestzeit kam Aitken an die Box, weil es eine leichte Beschädigung durch heftiges Räubern über die Randsteine gab.
Die beste Zeit im Renntrimm fuhr Jordan Taylor im WTR-Cadillac #101 (J. Taylor/R. Taylor/Albuquerque; 2.) in 3:25.348 Minuten. Der Cadillac #12 (Stevens/Nato/Deletraz; 4.) unterstrich die bärenstarke Form der General-Motors-Nobelmarke, die von vielen als Favorit auf den Sieg gilt.
"Alle sind ziemlich zufrieden mit dem Auto. Wir hatten einen guten Test und haben zwischen dem Test und der Rennwoche einige Änderungen vorgenommen, die sich als gut herausgestellt haben. Das Rennen wird aber nicht über eine Runde, sondern über Doppel- und Dreifachstints entschieden", sagt Jordan Taylor.
Dazwischen schob sich noch der BMW #20 (Frijns/Rast/S. van der Linde; 3.) in 3:25.533 Minuten, während der andere BMW nicht über den 14. Platz hinauskam. Allerdings fuhren verschiedene Hersteller verschiedene Programme.
Hinter dem Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg; 5.) war der Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa; 6.) bester Vertreter der LMH-Fraktion. Außerdem kamen beide Aston Martin, ein Ferrari und ein Genesis in die Top 10. Düster sieht die Lage wie schon im Vorjahr für Peugeot aus. Als einziger Hersteller kamen die Löwen nicht unter die Marke von 3:27 Minuten.
Probleme gab es auch beim Genesis #17 (Lotterer/Derani/Jaubert; 9.) . Luis Felipe "Pipo" Derani erklärt: "Wir hatten ein paar Probleme mit dem Antrieb. So will man Le Mans natürlich nicht beginnen. Aber die Jungs haben es behoben und am Ende haben wir noch ein Runden mit dem Auto in gutem Zustand hinbekommen.
Frühe Ausrutscher von LMP2-Fahrzeugen ohne Folgen
Nur vier LMP2-Fahrzeuge landeten innerhalb von einer Sekunde. Die Bestzeit ging hier an den Duqueine-Oreca #30 (Pin/Andlauer/Verschoor; 1. LMP2). 3:35.248 Minuten sind deutlich schneller als die 3:36.888 Minuten von Patrik Pilet aus dem Vorjahr, die die Bestzeit im ersten training stellten, aber langsamer als die 3:34er-Zeiten aus den Jahren 2023 und 2024.
Die LMP2 sorgte auch früh für Zwischenfälle. Das zweifelhafte Vergnügen, für den ersten Abflug der Veranstaltung zu sorgen, hatte Theodor Jensen im CLX-Oreca #37 (Closmenil/Aguilera/T. Jensen; 15.) in den Esses. Nur wenige Minuten nach ihm drehte sich George Kurtz im APR-Oreca #4 (Kurtz/Quinn/Heinrich; 7. LMP2) an derselben Stelle raus. In beiden Fällen blieb es bei harmlosen Kiesbettbesuchen, die eine Slow Zone nach sich zogen.
Für aufsehen sorgte auch Harry King, der den Proton-Oreca #9 (Ried/Ohta/King) erst spektakulär über Randsteine prügelte und dann ausgangs der Esses in einen Dreher zwang.
Die LMGT3-Bestzeit vom ASP-Lexus #78 (van Rompuy/David/Hawksworth; 1. LMGT3) von 3:55.737 Minuten war eineinhalb Sekunden schneller als die LMGT3-Bestzeit aus dem Jahr 2025 und mehr als zwei Sekunden schneller als die 2024er-Bestzeit im ersten Training.
Zwölf Fahrzeuge landeten innerhalb einer Sekunde. Die WRT-BMWs hinterließen mit den Plätzen zwei und drei einen starken Eindruck, ebenso die beiden Corvetten von TF Sport mit den Plätzen vier und acht. Auch zwei Iron-Lynx-Mercedes kamen in die Top 10. Ein wenig zurück hängen hier noch Ferrari und vor allem Ford.
Das Qualifying beginnt um 18:30 Uhr. (Kompletter Zeitplan 24h Le Mans 2026)
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.