NLS3 2026: Schubert-BMW siegt nach KCMG-Strafe
KCMG war auf Kurs zum ersten Sieg auf der Nürburgring-Nordschleife, dann verändert eine Code-60-Strafe alles - Schubert-BMW schlägt "Grello" und Co.
Schubert Motorsport triumphierte erstmals seit langer Zeit wieder auf der Nordschleife
Foto: Speedpictures Speedpictures
Eine 85-Sekunden-Strafe gegen den KCMG-Mercedes #47 (Kobayashi/Krohn/Pittard/Liberati; 4.) entschied die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy. Gesamtsieger beim dritten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2026 wurden Marco Wittmann, Philipp Eng und Robin Frijns auf dem Schubert-BMW #77, die von der Strafe profitierten. (Ergebnis)
Eigentlich lief alles auf den ersten Gesamtsieg für das Hongkonger Team hinaus. David Pittard verteidigte beim Start die Spitze und übergab das Auto in Führung liegend. Als Jesse Krohn einstieg, gab es eine Reihe von Code-60-Zonen auf der Nürburgring-Nordschleife. Eine davon wurde dem Finnen zum Verhängnis: Er wurde mit 115 km/h geblitzt.
Das zog eine 85-Sekunden-Strafe und zwei DMSB-Strafpunkte nach sich. Krohn darf sich nun keinen weiteren Strafpunkt leisten, sonst wird sein Permit entzogen. Die Strafe warf den Mercedes-AMG GT3 auf Platz fünf zurück.
In Führung lag zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend der Gamota-BMW #23 (Zsigo/Kranz/Jahn; 6.). Die Nordschleifen-Routiniers Moritz Kranz, der in der Saison 2025 nach einem Testunfall verletzungsbedingt pausieren musste, und David Jahn brachten den slowakischen BMW M4 GT3 Evo an die Spitze.
Natürlich konnte Teamchef Antal Zsigo als Amateurfahrer das Tempo seiner Teamkollegen im Schlussstint nicht mitgehen und fiel schnell zurück, sodass Frijns, Vincent Kolb im HRT-Ford #65 (Olsen/Vervisch/Mies/Kolb; 2.), Ayhancan Güven im Manthey-Porsche #911 (Campbell/Güven; 3.) "Grello" und Kamui Kobayashi im KCMG-Mercedes schnell vorbeizogen. Der Sieg in der SP9 Pro-Am war Gamota Racing aber sicher.
Güven und Kolb mit spannendem Zweikampf
Der Schubert-BMW, der beim Saisonauftakt noch ein sehr verhaltenes Nordschleifen-Comeback hingelegt hatte, war diesmal auf deutlich größere Erfolge aus und erbte den Gesamtsieg.
Dahinter gab es einen packenden Kampf um den zweiten Platz zwischen dem HRT-Ford und dem "Grello". Beide waren von relativ weit hinten gestartet (Ford P14, "Grello" P18), ließen aber bereits in der ersten Runde alle Cup-Porsche hinter sich. Im Laufe des Rennens tauschten beide Fahrzeuge mehrmals die Positionen. Es kam sogar zu einem kleinen Auffahrunfall in einer Code 60.
Das entscheidende Manöver setzte Güven in der drittletzten Runde, als er Kolb in der Sabine-Schmitz-Kurve überraschte. Somit holte der "Grello" Platz zwei und der Ford P3, gefolgt vom KCMG-Mercedes und dem Max-Kruse-Audi #75 (D. Fugel/M. Fugel/Leuchter; 5.), der die AT1-Klasse für sich entschied.
Die Top 10 hinter dem komplettierten der Gamota-BMW, der Black-Falcon-Porsche #5 (Kaya/Arrow/Stursberg; 7.) als Sieger der SP9 Am, der Renazzo-Lamborghini #786 (Nana/Breuer/"Schmidtmann"/Mutsch; 8.), der Reiter-KTM #66 (Born/Hoffmeister/Apotheloz/Marchewicz; 9.) als Sieger der SPX und der Sieger der Cup2-Klasse, der Sorg-Porsche #901 (Grütter/Grosse; 10.).
Frühes Aus für den BMW Z4 GT3
Der Konrad-Lamborghini #7 (Engelhart/Lefterow/Stalidzane; DNF) musste das Rennen aufgrund eines Einschlags auf der Breidscheid-Brücke ebenso frühzeitig beenden wie der Falken-Porsche #44 (Bachler/Leuchter; DNF), der durch einen Reifenschaden ausschied.
Update: Der Falken-Porsche wurde sogar noch disqualifiziert, weil der defekte Reifen an der Hohen Acht gewechselt wurde, was nicht erlaubt ist. Da der Porsche das Rennen ohnehin aufgab, macht es nur verwaltungstechnisch einen Unterschied.
Sehr bitter für die Fans: Der Publikumsliebling, der Posavac-Z4 #40 (Posavac/Funke/Nikolaus; DNF), schlug in der Einfahrt Nordschleife schon in der ersten Stunde des Rennens ein. Immerhin sah der Schaden auf den ersten Blick überschaubar aus. Beim 24-Stunden-Rennen sollen zwei Z4 GT3 an den Start gehen.
Von den HWA EVO.R kam ein Auto durch, die #62 (Ludwig/Green/Arnold; 18.) sah die Zielflagge mit einer persönlich schnellsten Runde von 8:27.081 Minuten. Das Schwesterfahrzeug #61 (Holstad/Gebhardt/Asch; DNF) fiel bei Halbzeit mit einem Reifenschaden aus.
Das Team Verstappen Racing war diesmal nicht am Start. Die Einsatzmannschaft Winward Racing war bei der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Le Castellet am Start. Deren Saisonauftakt ist auch der Grund, warum die SP9-Klasse mit 15 Teilnehmern für ein NLS-Rennen vor dem 24-Stunden-Rennen relativ spärlich besetzt war.
Die NLS 2026 wird bereits am kommenden Wochenende fortgesetzt. Mit den zwei 4-Stunden-Rennen im Rahmen der 24h-Qualifiers wird bereits die erste Saisonhälfte abgeschlossen.
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