Nächster Unfall in Eau Rouge: Warum die Sicherheit angepasst werden muss

Nach einem schweren Unfall in Eau Rouge/Raidillon gibt es erneut Sicherheitsdiskussionen um die Kurven - Wird es nach dem Umbau sicherer?

Nächster Unfall in Eau Rouge: Warum die Sicherheit angepasst werden muss

Der schwere Unfall im Qualifying der W-Serie am gestrigen Freitag hat erneut Diskussionen über die Sicherheit und die Auslaufzonen im Bereich der berüchtigten Kurven Eau Rouge und Raidillon ausgelöst. Einsetzender Regen hatte gestern einen Massencrash mit sechs Fahrzeugen ausgelöst, bei dem Ex-Red-Bull-Juniorin Beitske Visser und Ayla Agren ins Krankenhaus mussten.

Zwar konnten beide Fahrerinnen mittlerweile wieder entlassen werden, dennoch kocht das Thema Sicherheit erneut hoch. Denn es war nicht der erste schwere Unfall in der jüngeren Vergangenheit. Erst vor zwei Jahren ließ Formel-2-Pilot Anthoine Hubert dort sein Leben, vor wenigen Wochen zog sich Williams-Reservist Jack Aitken bei den 24 Stunden von Spa mehrere Knochenbrüche zu.

Die Kurve komplett zu entschärfen, fordern die wenigsten. Denn Eau Rouge ist eine der berüchtigsten Kurven der Formel 1, auch wenn sie heute meist locker Vollgas gefahren werden kann. Vielmehr geht es um die Streckenbegrenzungen und die Auslaufzonen, die in der Kritik stehen.

Streckenbegrenzung gefährlich

Die Auslaufzone auf der linken Seite oben am Hügel sorgt häufig dafür, dass verunfallte Autos wieder auf die Strecke zurückgeschleudert werden. So war es auch bei Aitken, der in die Mitte der Strecke zurückgeschickt wurde, wo er von anderen Autos getroffen wurde, die ihn dort nicht sehen konnten.

"Das Problem bei einem Crash wie bei mir ist, dass die Distanz nicht groß genug ist, wenn du in der Mitte von Eau Rouge links die Streckenbegrenzung triffst. Du hast keine Zeit, um abzubremsen", sagt Aitken.

 

Er selbst hatte einfach nur einen Rutscher überkorrigiert. "Das Auto war immer noch relativ gerade, aber ich wusste, dass ich keine Chance habe, die Streckenbegrenzung zu vermeiden oder noch weglenken zu können - einfach weil die Auslaufzone nicht groß genug ist."

Doch die größere Auslaufzone ist nur ein Problem - und eines, dass sich aufgrund von Platzproblemen nicht unbedingt einfach lösen lässt.

Wieder Kiesbett als Auslaufzone

Ein anderes wird in den kommenden Monaten angegangen: Auch der Asphaltauslauf steht in der Kritik. Denn durch ihn können Fahrer auch besser wieder zurückgeschleudert werden, zum anderen rasen immer wieder Piloten mit Vollgas durch den Asphaltauslauf - auch das hat beim Tod von Anthoine Hubert eine Rolle gespielt.

Doch da Spa in Zukunft wieder Motorradrennen abhalten möchte, werden einige Anpassungen an der Strecke vorgenommen werden. Im Bereich der Raidillon-Kurve soll es in Zukunft wieder Kiesbetten geben - wie früher. Auch die Streckenbegrenzung wird sich verändern, wie veröffentlichte Skizzen zeigen.

 

Insgesamt 80 Millionen Euro gibt die Strecke aus und sollte damit auch sicherstellen, dass die Formel 1 ihre wohl berühmteste Kurve behält, wenn auch mit verbesserter Sicherheit, wie von vielen gefordert.

Der Umbau von Spa war die Vision von Geschäftsführerin Nathalie Maillet, die leider Anfang dieses Monats zu Tode kam. Trotzdem hat die Strecke bereits verkündet, mit den Plänen fortfahren zu wollen.

Weitere Co-Autoren: Filip Cleeren. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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