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Analyse Daytona-Vortest "Roar before the 24”: Alles Porsche, oder was?

Vier Session-Bestzeiten, Gesamtbestzeit, auch in den Longruns sind die 963 auch ganz vorn: Porsche bestimmt das Geschehen in Daytona - Sogar der private 963 mischt mit

Analyse Daytona-Vortest "Roar before the 24”: Alles Porsche, oder was?

Porsche hatte das Geschehen beim "Roar"-Test klar im Griff

Foto: Lumen Lumen

Der Vortest zu den 24 Stunden von Daytona war eine klare Angelegenheit für Porsche. Alle drei 963 holten mindestens eine Session-Bestzeit, inklusive des auf Vorjahresstand fahrenden privaten JDC-Miller-Porsches. Die übrigen Session-Bestzeiten gingen an den WRT-BMW #24 (S. van der Linde/D. Vanthoor/Frijns/Rast) und den WTR-Cadillac #10 (R. Taylor/Albuquerque/Stevens).

Auch im kumulierten Klassement aller sieben Sessions (die GTP-Fahrzeuge fuhren nur deren sechs, da die siebte Sitzung Bronze-Fahrern vorbehalten war) liegen alle drei Porsche auf den ersten drei Plätzen:

Kumuliertes Gesamtergebnis GTP (schnellste Runde):

  1. Penske-Porsche #7 (Nasr/Andlauer/Heinrich) - 1:36.327 Min. (Session 1)
  2. JDC-Miller-Porsche #85 (Pino/Frederick/van der Helm) +0,004 Sek. (Session 1)
  3. Penske-Porsche #6 (L. Vanthoor/Estre/Campbell) +0,108 (Session 1)
  4. WTR-Cadillac #10 (R. Taylor/Albuquerque/Stevens) +0,404 (Session 4)
  5. WRT-BMW #24 (S. van der Linde/D, Vanthoor/Frijns/Rast) +0,415 (Session 2)
  6. WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz/Herta) +0,574 (Session 1)
  7. Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch) +0,659 (Session 4)
  8. WRT-BMW #25 (Marciello/Eng/Wittmann/Magnussen) +0,820 (Session 4)
  9. Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Dixon/Allmendinger) +0,968 (Session 3)
  10. Meyer-Shank-Acura #93 (van der Zande/Yelloly/Palou/Ohta) +1,017 (Session 4)
  11. THOR-Aston-Martin #23 (Gunn/de Angelis/Riberas) +1,202 (Session 3)

Porsche machte bereits in der allerersten Session am Freitag alles klar: Die gefahrenen Zeiten im niedrigen 1:36er-Bereich sollten für die Plätze eins bis drei im Gesamtklassement reichen. Diese Zeiten wurden im Renntrimm erzielt, denn im Qualifying werden 1:34er-, vielleicht sogar 1:33er-Zeiten erwartet.

Analyse Longruns: Porsche fährt allen davon

Wichtiger als Einzelrunden ist natürlich die Konstanz. Wir haben alle Runden aller Sessions herangezogen, die unter 1:40 Minuten absolviert wurden. Da bei den langsameren Fahrzeugen mehr 1:40er-Runden dabei waren als bei den schnellen, wird der Rückstand hier also tendenziell eher unter- als überschätzt. Dennoch ergibt sich ein aussagekräftiges Bild:

 
  1. Penske-Porsche #7 (Nasr/Andlauer/Heinrich) - 1:38.095 Min. (113 Runden unter 1:40)
  2. Penske-Porsche #6 (L. Vanthoor/Estre/Campbell) +0,096 (119)
  3. WTR-Cadillac #10 (R. Taylor/Albuquerque/Stevens) +0,358 (125)
  4. JDC-Miller-Porsche #85 (Pino/Frederick/van der Helm) +0,372 (99)
  5. WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz/Herta) +0,382 (120)
  6. WRT-BMW #24 (S. van der Linde/D. Vanthoor/Frijns/Rast) +0,397 (162)
  7. Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Dixon/Allmendinger) +0,439 (111)
  8. Meyer-Shank-Acura #93 (van der Zande/Yelloly/Palou/Ohta) +0,528 (128)
  9. Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch) +0,567 (169)
  10. WRT-BMW #25 (Marciello/Eng/Wittmann/Magnussen) +0,627 (138)
  11. THOR-Aston-Martin #23 (Gunn/de Angelis/Riberas) +0,835 (36)

Der Aston Martin verpasste aufgrund eines Motorenwechsels die Sessions 3 und 4 und hat daher nur sehr wenig zählbare Runden hingelegt. Beide Acura ARX-06 verpassten große Teile der ersten Sitzung aufgrund von nicht weiter definierten kleineren Problemen, kamen danach aber in Fahrt.

Porsche bestimmt auch über die Distanz das Geschehen deutlich. Die beiden Penske-Werksautos haben sich an der Spitze klar abgesetzt. Überraschend ist auch das starke Abschneiden des privat eingesetzten JDC-Miller-Porsches im 2025er-Trimm. Das zeigt, dass Porsche beim Vortest klar die Oberhand hatte.

Um die Zeiten einzuordnen: Im Ranking der schnellsten Runden des Rennens 2025 wäre Felipe Nasrs Zeit von 1:36.327 Minuten lediglich die siebtschnellste Runde gewesen.

Es gibt also noch Luft nach oben, zumal Cadillac und Acura in der BoP in beiden Geschwindigkeitsbereichen und Porsche im hohen Geschwindigkeitsbereich bessere Leistungsgewichte aufweisen als im vergangenen Jahr. Und die Updates an allen vier LMDh-Boliden haben die Fahrzeuge sicherlich nicht langsamer gemacht.

Cadillac hat sich als zweite Kraft mit beiden Fahrzeugen etabliert. Auch der WRT-BMW #24 und der MSR-Acura #60 liegen innerhalb einer Zehntelsekunde im Rundendurchschnitt zum drittplatzierten Cadillac. Natürlich musste WRT die Testfahrten nutzen, um sich ein wenig im GTP-Feld einzuspielen. Dem Team muss auch für das Rennen ein halber Rookiebonus zugestanden werden.

Aston Martin scheint hingegen noch Probleme zu haben. Natürlich fehlt durch den Motorwechsel viel Fahrzeit, doch der Rückstand auf die anderen Fabrikate ist erklecklich.

Top 20 Prozent Runden: Cadillac kommt etwas ran

Weil die 24 Stunden von Daytona gerne in einem Sprint entschieden werden, werfen wir noch einen Blick auf die 20 Prozent schnellsten Runden aller Runden unter 1:40 Minuten. Für den Porsche #7 wurden also 23 Runden herangezogen, für den AXR-Cadillac #31 deren 34, für den Aston Martin nur sieben, womit die Daten für diesen natürlich wenig reliabel sind.

Das Ergebnis bestätigt aber im Großen und Ganzen, was sich bei der Betrachtung weiter oben angedeutet hat:

 
  1. Penske-Porsche #6 (L. Vanthoor/Estre/Campbell) - 1:37.135 Min.
  2. JDC-Miller-Porsche #85 (Pino/Frederick/van der Helm) +0,102 Sek.
  3. WTR-Cadillac #10 (R. Taylor/Albuquerque/Stevens) +0,133
  4. Penske-Porsche #7 (Nasr/Andlauer/Heinrich) +0,177
  5. WTR-Cadillac #40 (J. Taylor/Deletraz/Herta) +0,341
  6. WRT-BMW #24 (S. van der Linde/D. Vanthoor/Frijns/Rast) +0,457
  7. Meyer-Shank-Acura #60 (Blomqvist/Braun/Dixon/Allmendinger) +0,545
  8. WRT-BMW #25 (Marciello/Eng/Wittmann/Magnussen) +0,595
  9. Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch) +0,598
  10. Meyer-Shank-Acura #93 (van der Zande/Yelloly/Palou/Ohta) +0,670
  11. THOR-Aston-Martin #23 (Gunn/de Angelis/Riberas) +0,936

Porsche bleibt also an der Spitze, doch Cadillac kann den Abstand bei den allerschnellsten Runden verkürzen. Dieses Bild zeigte sich 2025 immer wieder in der WEC, wo Cadillac im Qualifying und in schnellen Einzelrunden immer äußerst konkurrenzfähig war. Dennoch bleiben die 963 an der Spitze.

BMW und Acura bleiben ungefähr bei ihren Longrun-Abständen, tendenziell ist der Abstand sogar noch etwas größer als bei der Betrachtung aller Zeiten unter 100 Sekunden.

Das sagen die Teams

"Wir haben die Testfahrten sauber über die Bühne gebracht und uns dabei jederzeit ausschließlich auf unser Programm konzentriert", bilanziert Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh bei Porsche. "Der Porsche 963 funktionierte makellos, die Fahrer lieferten starke Leistungen ab."

"Die Ergebnisse von JDC-Miller MotorSports zeigen, dass unserer Kundenmannschaft über den Winter ebenfalls ein spürbarer Fortschritt gelungen ist. Wir sind für den Saisonstart optimal vorbereitet, werden das Kräfteverhältnis aber erst in der Rennwoche einschätzen lernen."

Filipe Albuquerque aus dem Cadillac-Camp zeigt sich zufrieden: "Ich bin mit der Balance des Autos sehr happy. Jetzt analysieren wir die Daten des Tests und machen uns bereit für das Rennen."

Sheldon van der Linde lässt zwischen den Zeilen durchblicken, dass BMW womöglich noch nicht alles gezeigt hat: "Wir haben die vergangenen Tage genutzt, um alle grundlegenden Themen, die es bei so vielen neuen Leuten im Team abzuarbeiten gilt, von unserer Liste zu streichen. In den Trainings vor dem Rennen wird es nun um Performance gehen, damit wir im Rennen ein schnelles Auto haben, mit dem wir hoffentlich um den Sieg kämpfen können."

Sollte die BoP nicht mehr geändert werden, ist Porsche klarer Favorit auf den Sieg. Die IMSA sollte durch den - von Aston Martin abgesehen - reibungslosen Vortest ein gutes Bild haben, wo die überarbeiteten Fahrzeuge stehen. Am Donnerstag und Freitag stehen noch einmal drei Trainingssitzungen und das Qualifying auf dem Programm.

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