MotoGP Brünn: Dovizioso vor Rossi auf Pole

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MotoGP Brünn: Dovizioso vor Rossi auf Pole
Autor: Sebastian Fränzschky
04.08.2018, 12:58

Andrea Dovizioso und Valentino Rossi überraschen mit starken Zeiten in letzter Sekunde und stehen mit Marc Marquez in Reihe 1 - Stefan Bradl auf Startplatz 18

Polesitter Andrea Dovizioso, 2. Valentino Rossi, 3. Marc Marquez
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Danilo Petrucci, Pramac Racing
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP
Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Tito Rabat, Avintia Racing
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Alvaro Bautista, Angel Nieto Team
Bradley Smith, Red Bull KTM Factory Racing
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3
Jack Miller, Pramac Racing
Stefan Bradl, HRC Honda Team

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso wird beim Tschechien-Grand-Prix in Brünn von der Pole-Position aus starten. Der Vizeweltmeister sicherte sich im Qualifying in letzter Sekunde die Bestzeit. Ebenfalls in Reihe eins stehen am Sonntag Valentino Rossi (Yamaha) und Marc Marquez (Honda). Stefan Bradl wird beim Gaststart aus Reihe sechs starten. Er beendete das Qualifying auf Position 18.

Fotos: MotoGP in Brünn

Ergebnisse: MotoGP in Brünn

Bei etwa 50 Grad Asphalttemperatur führte Ducati-Pilot Jorge Lorenzo die Wertung nach dem ersten Schlagabtausch deutlich an. Der dreifache MotoGP-Champion umrundete den Kurs in Brünn in 1:55.059 Minuten und nahm seinen Verfolgern mehr als vier Zehntelsekunden ab. Cal Crutchlow (LCR-Honda) war der erste Verfolger vor Honda-Markenkollege Marc Marquez. Valentino Rossi lag nach dem ersten Versuch nur auf Position elf.

Beim zweiten Versuch unterbot Lorenzo seine Bestzeit um wenige Tausendstelsekunden, doch Marquez fuhr kurz danach die erste 1:54er-Zeit des Wochenendes. Nach seiner Fabelrunde drehte Marquez ab und deutete damit an, dass er keinen weiteren Versuch startet. Doch das Qualifying war noch nicht vorbei. Viele Fahrer hatten rote Sektoren und waren auf Kurs für Verbesserungen.

Dovizioso und Rossi kicken Lorenzo aus Reihe 1

Andrea Dovizioso unterbot Marquez' Vorgabe in den einzelnen Sektoren deutlich und übernahm mit 1:54.689 Minuten die Spitze. Damit war der Vizeweltmeister um 0,272 Sekunden schneller als der Titelverteidiger. Und auch Rossi schaffte beim finalen Versuch den Sprung in Reihe eins. Um fünf Tausendstelsekunden unterbot er die Zeit von Marquez und schob sich auf die zweite Position.

"Ich bin sehr glücklich", betont Pole-Setter Dovizioso. "Das habe ich wirklich nicht erwartet. Ich habe mich zwar gut gefühlt, aber nicht so gut. Als ich die letzte Runde begonnen habe, fühlte ich mich wirklich wohl auf dem Bike. Ich konnte sehr hart bremsen und das Bike hat perfekt auf mein Fahrverhalten geantwortet."

"Während der Runde dachte ich, dass meine Zwischenzeiten nicht stimmen können, weil sie so schnell waren. Daher bin ich sehr glücklich. Im Rennen weiß ich nicht, ob wir um den Sieg kämpfen können. Aber mein Gefühl ist gut. Vielen Dank an Ducati!", so "Dovi".

Rossi sorgt sich um sein Renntempo

Rossi kopierte seine Taktik aus dem FP3 und verbesserte sich in letzter Sekunde. "Es ist sehr schwierig bei diesen Bedingungen. Ich wusste, dass ich auf frischen Reifen konkurrenzfähig sein kann. Schon am Vormittag ist mir eine gute Rundenzeit gelungen, am Nachmittag habe ich noch härter gepusht", berichtet der "Doktor".

"Ich war sehr am Limit beim Bremsen am Kurveneingang. 1:54.9 ist eine tolle Zeit, das freut mich sehr", bemerkt Rossi und gesteht, dass er für den Grand Prix am Sonntag nur bedingt optimistisch ist: "Für das Rennen morgen ist der Start aus der ersten Reihe sehr wichtig. Meine Rennpace ist leider nicht so toll. Nach wenigen Runden bekomme ich Problem, aber wir werden alles versuchen."

Marquez der Favorit für den Sieg in Brünn?

Marquez wirkte nach dem Qualifying zufrieden. Der Spanier konzentrierte sich in Brünn bisher voll und ganz auf das Rennen. "Schon am Vormittag habe ich gesehen, dass es auf einer schnellen Runde schwierig werden würde. Mein Set-up ist eher auf den gebrauchten Reifen ausgelegt. Wenn der Reifen etwas nachlässt, fühle ich mich wirklich gut", erklärt er.

"Wohingegen ich mich auf dem frischen Reifen nicht ganz so wohl fühle. Dennoch war das eine schnelle Rundenzeit. Ich bin allein gefahren, das war wichtig. Dovi ist hier sehr schnell, aber beide Ducatis sind schnell und auch Valentino wird schnell sein. Wieder einmal sind wir auf einer Strecke, auf der wir eigentlich immer Schwierigkeiten hatten, mit dabei", freut sich der WM-Leader.

Durch die späten Verbesserungen von Dovizioso und Rossi wurde Lorenzo in die zweite Startreihe verdrängt. Diese teilt sich der Spanier am Sonntag mit Cal Crutchlow und Danilo Petrucci (Pramac-Ducati). Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) führt Reihe drei an und steht neben Andrea Iannone (Suzuki) und Alex Rins (Suzuki).

Für Dani Pedrosa, der am Freitag der schnellste Fahrer war, endete das Qualifying nur auf Platz zehn. Der Routinier konnte sich im Vergleich zum FP2 nicht genug steigern und muss in Brünn eine Aufholjagd starten. Neben Pedrosa stehen Tito Rabat (Avintia-Ducati) und Maverick Vinales (Yamaha) in Reihe vier. Vinales und Rins kamen über das Q1 in den entscheidenden Qualifying-Durchgang.

Fünf Stürze im Q1

Im ersten Qualifying-Durchgang war Vinales mit einer 1:55.538er-Runde der mit Abstand schnellste Fahrer. Rins gelang ebenfalls eine 1:55er-Zeit. Im sturzreichen Q1 nutzte Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) die Fehler seiner Gegner und sicherte sich Startplatz 13. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Ducati) war auf Q2-Kurs, doch in der Bergaufschikane verlor der Spanier das Vorderrad seiner Ducati und rutschte ins Kiesbett. Ihm gelang dadurch keine weitere Verbesserung.

Ebenfalls Chancen auf das Q2 hatte Jack Miller (Pramac-Ducati). Doch auch der Australier ging im Q1 zu Boden und muss am Sonntag von der 17. Position in den Tschechien-Grand-Prix starten. Aleix Espargaro (Aprilia), Scott Redding (Aprilia) und Karel Abraham (Angel-Nieto-Ducati) waren die weiteren Sturzopfer im Q1.

Stefan Bradl will von Startplatz 18 in die Punkte

Wildcard-Starter Stefan Bradl verpasste die Q2-Qualifikation um etwa eine halbe Sekunde. Der Zahlinger reiht sich in der Startaufstellung auf Position 18 ein. Beim Gaststart in Brünn muss Bradl für Honda neue Teile testen. "Es ist nicht so, als wenn wir ein normales Rennwochenende durchplanen würden. Wir haben zwei verschiedene Motorräder. Deshalb ist es im Qualifying schwierig, zu attackieren", kommentiert Bradl im Gespräch mit 'Eurosport'.

"Ich bin mit meiner Runde zufrieden und muss sagen, dass ich viel dazu gelernt habe. Die Michelin-Reifen verlangen deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten. Ich muss mich richtig zwingen. Hier in Brünn ist das entscheidend", berichtet der HRC-Testpilot. "Ich muss mich fahrerisch anpassen und verbessern. Ich hoffe, dass ich morgen ein paar Plätze gutmachen kann. Punkte wären super."

Am Sonntag steht Bradl zusammen mit Tech-3-Pilot Hafizh Syahrin und Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller in Reihe sechs. Bradley Smith setzte sich im KTM-internen Duell gegen Pol Espargaro durch und sicherte sich Startplatz 15. Espargaro muss sich vier Plätze weiter hinten einsortieren. Tom Lüthi qualifizierte sich für den 22. Startplatz.

Der Tschechien-Grand-Prix wird am Sonntag um 14:00 Uhr gestartet.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Brno
Urheber Sebastian Fränzschky
Artikelsorte Qualifyingbericht