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Analyse

WEC-Performance-Analyse 2025 nach BoP: Porsche

Was die Einstufungen der Hypercars über die Leistung in der WEC-Saison 2025 verraten - Heute: Porsche 963

WEC-Performance-Analyse 2025 nach BoP: Porsche

Der einzige WEC-Sieg für Porsche 2025: Der 963 ging in Austin übers Wasser

Foto: FIA FIA

Der Porsche 963 ist der vor BoP schnellste LMDh-Bolide im Feld. Die ganze Saison über hinweg war das einzige auf einem Multimatic-LMDh-Chassis aufbauende Hypercar im wichtigen Bereich unter 250 km/h der LMDh-Bolide mit dem ungünstigsten Leistungsgewicht. Beim Saisonfinale in Bahrain war der 963 sogar das von allen am schlechtesten eingestufte Hypercar.

Das allein zeigt bereits, dass Porsche Penske Motorsport das LMDh-Konzept ausgereizt hat wie kein anderer Hersteller. Die Erfolge in der IMSA SportsCar Championship bestätigen dies.

Umso bedauernswerter ist natürlich der WEC-Ausstieg, der wie ein Fremdkörper im "Goldenen Zeitalter" des Sportwagensports wirkt, der sonst von einem Erfolg zum nächsten rennt. Es passt irgendwie nicht so richtig rein. Und Porsche ist für die WEC ein bitterer Verlust. Jeder andere Ausstieg mit Ausnahme von Ferrari wäre für FIA und ACO einfacher zu verkraften gewesen als der von Porsche.

Hauptgrund ist, dass Porsche nach der knappen Le-Mans-Niederlage gegen Ferrari keine Perspektive mehr sieht, dass die LMH- und LMDh-Konzepte fair angeglichen werden können. Pikant ist das dadurch, weil das Hypercar-Reglement allen Herstellern ein "guaranteed equal playing field" versprochen hat.

In Porsches Augen ist das nicht gegeben, weil Ferrari mit dem LMH-Boliden ein Spiel spielen kann, das mit LMDh-Boliden konzeptbedingt nicht geht. Deshalb setzte sich Porsche nach Le Mans noch einmal verstärkt für eine Vereinheitlichung der Regularien ein. Da sich aber abzeichnete, dass dies vor 2030 unrealistisch ist, zog Porsche den Stecker in der WEC. Denn die IMSA ist nach wie vor LMDh-dominiert.

Das schwere Erbe des WM-Titels

Porsche gewann 2024 die Fahrer-Weltmeisterschaft und startete so mit dem zweitschlechtesten Leistungsgewicht hinter Toyota in Katar und Imola in die Saison 2025. Entsprechend fielen die Resultate aus.

Zur allgemeinen Überraschung ereilte Porsche vor Spa das Toyota-Schicksal: Trotz noch schlechterer Resultate als bei Gazoo Racing verschlechterte sich das Leistungsgewicht des Porsche 963 ebenfalls, wenn auch weniger stark als bei Ferrari und Toyota. Und so war Penske auch in den Ardennen chancenlos.

Übermenschliche Leistung in Le Mans

Nach drei Rennen hatten die Porsche 963 ganze sieben WM-Punkte gesammelt. Natürlich wäre Porsche bereit gewesen, dieses Opfer für einen Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans zu bringen. Mit einem dritten Werksauto wurden erneut weder Kosten noch Mühen gescheut.

Unterhalb von 250 km/h wurde der 963 mit 2,037 kg/kW eingestuft - der zweitschlechteste Wert hinter dem Peugeot 9X8. Oberhalb von 250 km/h hingegen erhielt der Porsche mit 2,009 kg/kW einen ausgesprochen guten Wert zugesprochen.

Doch das reichte nicht gegen die überragenden Ferrari 499P. Dass es beinahe gereicht hätte, ist einer gigantischen Leistung des Porsche #6 zuzuschreiben. Hätten Kevin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell das Rennen gewonnen, hätte der Sieg auf einer Stufe mit dem Audi-Triumph von 2008 gestanden - nur ohne Mithilfe des Regens.

Es war eine der bemerkenswertesten Fahrten, die das 24-Stunden-Rennen von Le Mans je gesehen hat. Denn objektiv hatte Porsche keine Chance. Wäre Ferrari nicht gewesen, hätte Porsche das Rennen mit zwei Minuten Vorsprung gewonnen. Mit einem Safety-Car zur Rennhalbzeit. Über eine 24-Stunden-Distanz ohne Safety-Car hätte die #6 also das ganze Feld überrundet, inklusive der Teamkollegen.

Dass es am Ende nach einer perfekten Fahrt um 14,084 Sekunden nicht reichte - der zweitengste Zieleinlauf ohne Stallorder nach 2011 - sorgte bei Porsche für ein Trauma. Dass Ferrari mit einem alles andere als perfekten Job bei den Werksautos und einem Getriebeproblem beim siegreichen privaten 499P gegen eine perfekte Fahrt der #6 gewinnen konnte, stieß sauer auf.

"Am Schluss müssen wir sagen, dass die Nummer 6 eigentlich ein nahezu perfektes Rennen gefahren ist. Und die Ferraris hatten dann doch das eine oder andere Thema, auch mit Strafen", bemerkte Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach nach dem Rennen. Der Frust, dass Ferrari trotzdem den Sieg davontrug, liest sich zwischen den Zeilen heraus.

Diese Chancenlosigkeit war letztlich tatsächlich noch vor den wirtschaftlichen Problemen der Hauptgrund für den Ausstieg. Auf politischer Ebene versuchte Porsche alles, um eine möglichst schnelle Angleichung der Fahrzeugkonzepte zu erzielen. Als sich abzeichnete, dass dies frühestens im nächsten Jahrzehnt zu erzielen ist, zog man den Stecker.

Sensationeller Austin-Sieg und bitteres Finale

Für Sao Paulo erhielt der Porsche eine Einstufung von 2,102 kg/kW. Schlechter als in Katar und Imola, aber im direkten Vergleich zur unmittelbaren Konkurrenz mit Ausnahme von Cadillac besser als in den ersten drei Rennen. Prompt mischte Porsche ganz vorn mit, war jedoch gegen die überlegenen Cadillac in Sao Paulo chancenlos.

Überraschenderweise erhielt Porsche für Austin die größte Einbremsung aller Hypercars, doch das Wetter setzte die BoP außer Kraft. Wieder zeigte Porsche Penske Motorsport, dass man sich zur Benchmark beim Maximieren der Möglichkeiten in der WEC gemausert hat. Porsche ging als einziger Hersteller das Tempo von Ferrari mit und Kevin Estre sicherte sich beim letzten Restart den Sieg.

BoP-technisch war der Porsche mittlerweile fast auf dem Niveau von Ferrari und Toyota. Das galt auch für das Rennen auf dem Fuji Speedway. Trotz der Einstufung mischte der Porsche #6, vom vorletzten Startplatz kommend, im Kampf um den Sieg mit und wurde letztlich Dritter.

Dass Porsche trotz wesentlich schlechterer Einstufung als beim Saisonauftakt noch immer um Podiumsplätze kämpfen konnte, zeigt, dass Penske im dritten Jahr mit dem Auto noch einmal große Fortschritte erzielt hat. Die Formkurve während der Saison schoss steil nach oben.

Das spiegelte sich dann allerdings in der BoP für Bahrain wider. Mit einem Leistungsgewicht von 2,222 kg/kW unter 250 km/h war der Porsche erstmals das am ungünstigsten eingestufte Hypercar von allen. Im Rennen ging dann auch noch die Strategie nach hinten los, was für einen der schlimmsten Tage des gesamten Programms sorgte.

Urs Kuratle sprach sogar vom schlimmsten Tag überhaupt im Programm. Statt Ferrari im Kampf um die Fahrer-WM noch zu attackieren, verlor Porsche Platz zwei in der Herstellerwertung an Toyota. "Im Endeffekt war es wohl eher eine Diskussion über Kilos und Kilowatt statt über Reifen", sagte Kuratle nach dem Rennen.

Ohne Porsche wird der WEC etwas fehlen. Andere Hersteller stoßen in den kommenden zwei Jahren hinzu, doch den Glanz und Mythos von Porsche wird keiner ersetzen können. Eine Rückkehr? Nach jetzigem Stand voraussichtlich nicht vor 2030.

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