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"Taktieren gibt es nicht": Walkner vor wichtiger Dakar-Etappe

Eine lange und schwierige Etappe muss Matthias Walkner auf seinem Weg zum Dakar-Sieg noch meistern: "Mehr als mein Bestes kann ich nicht geben"

Gerald Dirnbeck

Bearbeitet: 19.01.2018, 13:45

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#2 Red Bull KTM Factory Racing KTM: Matthias Walkner

Zwei Etappen trennen KTM-Fahrer Matthias Walkner noch vom Sieg bei der Rallye-Dakar 2018. Am Donnerstag kam der Österreicher seinem großen Ziel einen weiteren Schritt näher, denn die zwölfte Etappe – der zweite Teil einer Marathonetappe für Motorräder – wurde abgesagt. "Vollkommen richtig, weil es wahnsinnig wäre, uns hinter den Autos und Lastwagen fahren zu lassen", sagt Walkner gegenüber 'Motorsport.com' dazu. "Wir würden die Lastwagen sicher einholen." Und im Staub einen Truck zu überholen, ist schwierig und kann auch zu gefährlichen Situationen führen.

Aus Wetter- und Sicherheitsgründen wurde Etappe 12 für die Motorräder und Quads gestrichen. Die Teilnehmer dieser beiden Kategorien machten sich ohne Zeitenjagd von Fiambala ins brütend heiße San Juan. Walkner hat im Gesamtklassement 32:00 Minuten Vorsprung auf Honda-Fahrer Kevin Benavides sowie 39:17 Minuten auf Markenkollege Toby Price. Noch zwei Etappen, beziehungsweise knapp 550 gezeitete Kilometer (insgesamt knapp 1.200 Kilometer) verbleiben noch. Trotz Vorsprungs ist noch nichts entschieden, wie der Sturz von Adrien van Beveren an Tag zehn vor Augen geführt hat.

Vorsprung ist ein kleines Sicherheitspolster

"Sicher werde ich nichts Wahnsinniges riskieren", blickt Walkner auf die verbleibenden Aufgaben voraus. "Wenn ich im Staub fahre, werde ich nicht auf Biegen und Brechen versuchen vorbei zu fahren. Oder wenn ich mir nicht ganz sicher bin, werde ich nachkontrollieren. Diesen Sicherheitsvorsprung habe ich, um mir das ein wenig erlauben zu können. Aber die anderen werden auf Teufel komm raus fahren. Taktieren gibt es nicht und will ich auch gar nicht, weil ich schnell Motorradfahren will."

Entscheidend wird die 13. Etappe am Freitag von San Juan nach Cordoba. Sie ist die letzte richtige Prüfung, bevor am Samstag nur noch eine kurze Schleife um die argentinische Stadt auf dem Programm steht. "Viele Kurven", sagt Walkner beim Studium des Roadbooks zu Etappe 13. Ursprünglich war für die Motorräder und Autos eine etwas andere Streckenführung geplant. Wegen starker Regenfälle in den vergangenen Tagen können allerdings einige Passagen wegen zu tiefem Matsch nicht befahren werden.

#2 Red Bull KTM Factory Racing KTM: Matthias Walkner

#2 Red Bull KTM Factory Racing KTM: Matthias Walkner

Foto: Red Bull Content Pool

Deswegen werden die Bikes und Quads am Freitag die gleiche Route wie Autos/Trucks nehmen. Diese ist etwa 50 Kilometer kürzer als die ursprünglich geplante Variante für Bikes/Quads. Vom Charakter her erinnern die Straßen an die Rallye-WM. "Es sieht so aus und ich hoffe auch, dass das der Fall ist, weil ich langsam von dem Sand genug habe", so Walkner. "Derweil sieht es danach aus, dass es eine harte, schnelle Piste wird und man im Rallye-Stil fahren muss. Ich bin froh, dass es jetzt in diese Richtung geht."

Der Rummel um den Österreicher wird von Tag zu Tag größer. Fernsehstationen und Journalisten scharen sich um Walkner. Spürt er die Anspannung? "Am Start und bei einer Verbindungsetappe bin ich schon etwas nervös, aber wenn ich dann in der Materie stecke nicht mehr. Ich kann am zehnten Tag genau so viel Zeit wie am 13. Tag verlieren. Die Zeit tickt genau so schnell oder langsam. Den Rhythmus, den ich bis jetzt gehabt habe, will ich beibehalten. Was geht, das geht. Mehr als mein Bestes kann ich nicht geben."

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