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Formel-1-Liveticker: Das Qualifying beim Saisonfinale in Abu Dhabi

Abu-Dhabi-Samstag in der Analyse: Verstappen auf Pole, Norris auf WM-Kurs

Formel-1-Liveticker: Das Qualifying beim Saisonfinale in Abu Dhabi

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Feierabend

Vor Ort in Abu Dhabi bewegen wir uns bereits auf Mitternacht zu, und damit sich wir auch am Ende unseres letzten Samstagstickers in diesem Jahr angekommen.

Rennstart auf dem Yas Marina Circuit ist morgen bereits um 14:00 Uhr MEZ, wir sind also rechtzeitig wieder mit einer neuen Ausgabe für euch am Start.

Viel Spaß noch mit unserer großen Videoanalyse, schlaft nachher gut und bis dann!

Alpine wieder ganz hinten

Irgendwie passt es zu dieser Saison, dass die beiden Alpine-Piloten morgen von P19 und P20 ins Rennen gehen. "Wir haben über Nacht großartige Arbeit geleistet, um das Auto zu verbessern, und es fühlte sich an, als hätten wir gegenüber gestern einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagt Pierre Gasly zwar.

"Ich war mit meiner letzten Runde sehr zufrieden, alle Kurven haben geklappt", berichtet er. Doch selbst das reichte nicht aus, um nach vorne zu kommen. Teamkollege Franco Colapinto ergänzt: "Die Schwierigkeiten von gestern haben sich leider auf heute übertragen."

"Ich glaube, Pierre hat mehr Tempo gefunden und einen besseren Job gemacht als ich. Wir haben einige Änderungen vorgenommen, die einen Unterschied gemacht haben, aber ich habe mich trotzdem nicht ganz wohl gefühlt", so der Argentinier nach P20.

Weiße Weste

Nach dem letzten Qualifying des Jahres können wir Bilanz ziehen - und stellen fest, dass es zwei Fahrer im Feld gibt, die bei allen 24 Saisonrennen in der Qualifikation vor dem jeweiligen Teamkollegen gelandet sind.

Max Verstappen und Fernando Alonso haben ihr teaminternes Duell jeweils mit 24:0 gewonnen. Einziger Wermutstropfen: Im Sprint-Qualifying haben beide jeweils einmal verloren, womit es insgesamt also "nur" 29:1 steht.

Die komplette Liste findet ihr hier.

Leclerc: Entweder Mauer oder Q3

Wirklich happy ist der Monegasse mit P5 heute nicht. "Es tut schon weh, mit einem fünften Platz zufrieden zu sein, aber das ist einfach die Situation, in der wir uns befinden", sagt er nach dem Abu-Dhabi-Qualifying.

"Das Einzige, was ich mitnehmen kann, ist das bisschen Freude darüber, unser Paket maximiert zu haben. Genau das ist uns heute gelungen", sagt Leclerc und erklärt: "Ich fahre das Auto gut, kann aber spüren wie knifflig es ist."

"Man muss es einfach mit vollem Einsatz fahren. Das führt einen entweder in die Mauer oder aber aus Q1 heraus. Und dann muss man in Q2 das Gleiche machen, und dann in Q3 nochmals", betont er.

Seine kompletten Aussagen findet ihr hier.

Wie langsam macht Verstappen?

Wenn Max Verstappen das Feld morgen wirklich einbremsen will, wie langsam kann er dann fahren? George Russell erklärt: "Ich denke, dass es zum Beispiel auf einem Stadtkurs ganz normal ist, das Feld zu bremsen."

"In Singapur kontrolliert man das Tempo und versucht dann, den Abstand bei den Boxenstopps zu vergrößern. Dazu muss man nicht wie ein Rowdy fahren oder gefährlich fahren", betont er.

Dort könnte man "drei oder vier Zehntel" herausnehmen und trotzdem vorne bleiben. "Auf manchen Strecken kann man an bestimmten Stellen leicht eine halbe oder eine ganze Sekunde herausholen, ohne gefährlich zu fahren", so Russell.

Ob es in Abu Dhabi ganz so langsam geht, ist die andere Frage. Aber Russell erwartet auf jeden Fall, "dass er das tut", wenn Verstappen beim Start morgen vor Norris bleiben sollte.

Bortoleto: Beste Runde seiner Karriere?

Während für Nico Hülkenberg bereits in Q1 Feierabend war, schaffte es sein Teamkollege in Q3 und wurde starker Siebter. Für ihn sei es "eine sehr große Überraschung" gewesen, dass auch für ihn fast in Q1 schon Feierabend war.

Da kam er als 14. ebenfalls nur mit Mühe durch. Es sei "sehr befriedigend", es dann doch noch in die Top 10 geschafft zu geben. "In Q2 war es eine der besten Runden, die ich wahrscheinlich in meiner Karriere gefahren bin", betont er.

"Es war eine mega Runde", jubelt der Rookie, und auch Q3 sei wieder "eine gute Runde" gewesen, sagt er zufrieden. Da war er allerdings minimal langsamer als zuvor in Q2.

P7 ist für den Sonntag eine gute Ausgangslage, denn noch hat Sauber Chancen, den vorletzten WM-Platz zu verlassen. Lediglich fünf Zähler liegt man vor dem letzten Saisonrennen hinter Haas.

Antonelli: In Q2 langsamer als in Q1

Der Rookie wirkte nach seinem Q2-Aus etwas ratlos und berichtet nun: "Das Qualifying begann in Q1 gut. Ich war mit der Balance des Autos zufrieden und konnte eine ordentliche Rundenzeit fahren."

"Leider war das im Q2 nicht der Fall und wir schieden in einer sehr engen Session aus. Das war schade, denn ich glaube, wir hatten das Potenzial, um morgen unter den ersten Sechs zu starten", ärgert er sich.

Andrew Shovlin ergänzt: "Kimi schaffte es mit seiner zweiten schnellen Runde [in Q1] auf Platz drei. Für ihn begann die Session im Q2 jedoch zu entgleisen. Obwohl wir unsere Herangehensweise nicht geändert hatten, brach sein Auto plötzlich aus."

"Dies führte zu höheren Temperaturen und verschlimmerte die Probleme. Leider konnte er seine Pace aus Q1 nicht wiederholen und beendete die Session auf Platz 14", so Shovlin.

Morgen hat er nun etwas Arbeit vor sich, um noch in die Punkte zu fahren.

Livestream

Ein Hinweis noch einmal in eigener Sache: Um 20:00 Uhr melden sich Kevin Scheuren und Kevin Hermann live auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de mit der großen Videoanalyse zum heutigen Qualifying.

Die beiden analysieren den spannenden Dreikampf an der Spitze, warum George Russell nicht dazwischenstechen konnte und ob der Start morgen für Oscar Piastri die letzte echte Chance auf den Titel sein wird.

Dazu gibt es einen Blick ins Mittelfeld zu Gabriel Bortoleto und Esteban Ocon, sowie auf den erneut enttäuschenden Lewis Hamilton, der wieder in Q1 ausgeschieden ist.

Lawson ärgert sich: "Zu konservativ"

Auch Liam Lawson ärgert sich über die Reifenstrategie. "Das Auto fühlte sich im Qualifying schnell an, daher ist es frustrierend, in Q2 ausgeschieden zu sein. Wir sind heute zu konservativ vorgegangen", erklärt er.

Man habe in Q3 gleich drei Reifensätze verbraucht, "was nicht nötig gewesen wäre", so Lawson, der dadurch wie Bearman nur noch einen neuen Satz für Q2 hatte und schließlich als 13. ausschied.

Teamkollege Isack Hadjar wurde derweil Neunter und berichtet: "Heute war ein guter Tag. Im Vergleich zu gestern bin ich sehr zufrieden, denn ich habe mich beim Fahren deutlich verbessert, wodurch wir etwas Besonderes erreichen und es in Q3 schaffen konnten."

"In Q2 habe ich alles gegeben und eine sehr gute Runde hingelegt, die ich leider im Q3 nicht wiederholen konnte, da ich nicht mehr Grip gefunden habe", so Hadjar, der in Q3 etwas langsamer als zuvor in Q2 war.

Trotzdem ist er zufrieden, denn P9 sei heute das Maximum gewesen "auf einer Strecke, die unserem Auto nicht so gut liegt wie die in Katar."

Warum verpasste Bearman Q3?

Der Haas-Pilot war im Training stark unterwegs, wurde in Q2 aber nur Elfter - und verpasste den Cut um 0,007 Sekunden. Er selbst führt das darauf zurück, dass er nur noch einen frischen Satz weiche Reifen hatte.

"Das Auto hat die Pace, aber ich habe die Runde einfach nicht ganz zusammenbekommen", gesteht er. Denn nachdem er seinen ersten Run auf einem gebrauchten Soft absolvierte, sei der Sprung auf den neuen danach zu groß gewesen.

Esteban Ocon schaffte es dafür in Q3 und wurde Achter. "Ich bin super happy", betont er und erklärt: "Wir waren [gestern] verloren und haben über Nacht alles am Auto verändert." Das habe sich heute dann viel besser angefühlt.

Ocon schaffte es erstmals seit Monaco vor mehr als einem halben Jahr wieder in Q3.

Stella: Kein Problem mit Tsunoda-Windschatten

Der McLaren-Teamchef hat kein Problem damit, dass Max Verstappen in Q3 einen Windschatten von seinem Teamkollegen bekommen hat. "Ich finde das nicht unfair", stellt Stella klar.

Der Vorteil sei nicht so groß gewesen - und Verstappens zweite Runde ohne Windschatten sogar schneller. "Ich denke, er war heute der Schnellste und hat sich die Poleposition verdient", so der Teamchef.

"Wir sind immer noch in einer guten Position für das Rennen, also liegt alles noch in unseren Händen", erinnert Stella, der auch im Rennen keine unfairen Aktionen von Red Bull erwartet.

"Ich denke, wir werden interessantes Racing sehen, aber ich bin mir sicher, dass all dies im Rahmen der Sportlichkeit und Fairness stattfinden wird", betont der Teamchef, der auch mit einer Verstappen-Blockade kein Problem hätte.

"Wenn man zu langsam wird, läuft man Gefahr, durch Undercuts attackiert zu werden. Man setzt sich der Gefahr aus, überholt zu werden. Daher finde ich es auf jeden Fall gut, dass wir mit zwei Autos vorne sind", erklärt er.

Williams verpasst Top 10

In Katar war man noch überraschend auf dem Podium, aber damit wird es an diesem Wochenende nichts werden. Carlos Sainz wurde heute nur Zwölfter, Alexander Albon schied sogar schon in Q1 aus.

"Schwierige Session. Wir konnten die Reifen nicht in den richtigen Temperaturbereich bringen und gerieten im letzten Sektor der Runde in den Verkehr", berichtet Albon nach P17 in Q1.

"Es gab ein paar kleine Details, die ich nicht ganz hinbekommen habe, und bei einem so engen Feld zählt jede Millisekunde", weiß er. Teamkollege Sainz ist trotz Q2-Aus "relativ happy" mit dem Qualifying.

"Wir haben gegenüber den Trainings einen guten Schritt gemacht", betont er und erinnert daran, dass ihm in Q2 lediglich 0,008 Sekunden zum Weiterkommen fehlten, was "unglücklich" sei.

Er sei aber "zuversichtlich", dass er es am Sonntag zumindest noch in die Punkte schaffen werde.

Mit einem Stopp geht's am schnellsten

Pirelli hatte bereits gestern angekündigt, dass eine Einstoppstrategie am Sonntag wohl die beste sein wird. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. "Die beiden schnellsten Strategien für morgen sind Einstopper", erklärt Mario Isola.

Möglich sei die Variante Medium-Hard oder Hard-Soft, wenn man einen langen ersten Stint fahren will. "Eine Zweistoppstrategie scheint etwas weniger wettbewerbsfähig zu sein, insbesondere angesichts der Schwierigkeit, hier zu überholen", so Isola.

Schauen wir mal, wie sich das Rennen entwickelt - und wie sich eine mögliche Verstappen-Blockade auch auf die Strategie auswirken könnte.

Vasseur nimmt Hamilton in Schutz

Nach dem erneuten Q1-Aus von Lewis Hamilton erklärt Teamchef Frederic Vasseur: "Für Lewis war es schwierig, weil er im ersten Training nicht gefahren ist, da er seinen Platz an Arthur [Leclerc] abgegeben hatte."

Dazu habe er dann in FT3 noch seinen Unfall gehabt. "In einer Situation, in der nur zwei Zehntelsekunden zwischen P4 und P18 liegen, ist es zu schwer, einen solchen Rückstand aufzuholen, wenn man so viel Trainingszeit verpasst", erklärt er.

"Man kann nicht allein auf der Grundlage des zweiten Trainings eine Leistung erzielen", so Vasseur. Was Hamilton selbst sagt, das könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Piastri: Habe noch eine Titelchance

Setzt McLaren morgen nun auf eine Stallorder oder nicht? Oscar Piastri selbst sagt dazu: "Ich weiß noch nicht genau, was von mir erwartet wird. Aber solange weder Lando noch Max vor mir die Ziellinie überqueren, habe ich noch eine Chance auf den Titel."

"Ich bin sicher, wir werden darüber sprechen. Ich denke, es ist sehr sinnvoll, darüber vor dem Rennen zu reden", sagt er über eine mögliche Stallorder. Bereits die erste Kurve dürfte bei der Ausgangslage morgen ziemlich interessant werden ...

Alonso: Hoffentlich nichts mit WM zu tun

Der Spanier hofft, dass Max Verstappen das Feld morgen nicht zu sehr einbremsen wird. Denn er selbst startet von P6 - und will mit dem WM-Kampf eigentlich gar nichts zu tun haben.

"Wir werden versuchen, unser Rennen zu fahren", sagt er und erklärt: "Wir kämpfen mit Haas und Sauber in der Konstrukteurswertung." Alles andere spiele für ihn keine Rolle.

Im Gegenteil: "Ich hoffe, dass ich so weit wie möglich vom Kampf entfernt bin", sagt er im Hinblick auf den WM-Fight. Denn zwar hätte er natürlich gerne ein paar zusätzliche Punkte.

"Aber ich möchte am Montag nicht in den Nachrichten sein", sagt er mit einem Schmunzeln.

Welche Rolle spielt Tsunoda?

Der Japaner startet morgen nur von P10. Kann er Max Verstappen trotzdem irgendwie helfen? Heute spendete er seinem Teamkollegen in Q3 ja bereits einen Windschatten.

"Natürlich war es der Plan, in Q3 zu kommen und Max zu helfen", verrät er. Doch das sei nach dem Crash mit Kimi Antonelli in der Boxengasse in FT3 gar nicht so leicht gewesen.

"Ich musste wieder auf den alten Unterboden wechseln, was meine Leistung in der Qualifikation beeinträchtigt hat", betont er. Doch was heißt das nun für morgen?

"Ich werde alles tun, um ihm zu helfen", verspricht er und sagt: "Das würde wahrscheinlich meine Strategie beeinträchtigen, aber angesichts seiner Position und seiner Situation besteht immer noch die Chance auf den Meistertitel."

"Deshalb werde ich alles tun, was ich kann", so Tsunoda.

Auch Rosberg glaubt an Verstappen-Blockade

"Die beste Chance für Max ist wahrscheinlich, das ganze Feld aufzuhalten", sagt Nico Rosberg bei Sky und ergänzt mit einem Grinsen: "Wie 2016. Ich kenne das sehr gut!"

Damals wendete Lewis Hamilton diese Taktik beim Finale in Abu Dhabi gegen ihn selbst an. Doch Rosberg erklärt auch: "Die Strecke ist anders. Seit meiner Zeit wurden zwei Kurven verändert."

"Es ist jetzt viel schwieriger, die Leute aufzuhalten, weil man kann einfacher überholen", betont er und erklärt, Verstappen müsse daher "eine Meisterleistung bringen", um diese Taktik umzusetzen.

Hülkenberg: Selbst ein Bein gestellt

Der einzige Deutsche im Feld war im Training schnell unterwegs, schied dann aber überraschend in Q1 aus. Bei Sky erklärt er: "Wir waren das letzte Auto, haben lange in der Boxengasse gewartet."

Dadurch habe er zunächst "Verkehr auf der Outlap" und dann auch "Verkehr auf der schnellen Runde" gehabt. Man habe das "Handbuch dafür geschrieben, wie man es nicht machen sollte", ärgert er sich.

Beim Timing sei alles zu sehr "auf Kante" genäht gewesen, so Hülkenberg. "Also wir sind einfach über uns selber gestolpert", zuckt er die Schultern.

Norris: Denke nicht an Verstappen-Spielchen

Der WM-Leader möchte über irgendwelche Taktikspielchen von Max Verstappen an der Spitze gar nicht nachdenken. "Es hat keinen Sinn, zu viel darüber nachzudenken", stellt er bei Sky klar.

"Ich werde mich mit meinen Jungs und Mädels zusammensetzen und überlegen, wie wir uns am besten auf morgen vorbereiten und für alle Eventualitäten wappnen können", kündigt er an.

"Unser Ziel ist es, das Rennen zu gewinnen. Das ist unsere Einstellung. Es wird kein einfaches Rennen werden, wahrscheinlich das komplizierteste, das ich je gefahren bin", fürchtet Norris.

"Ich muss kein Risiko eingehen und hoffe, dass ich das zu meinem Vorteil nutzen kann", kündigt er an.

Russell: Verstappen wird das Feld einbremsen

Der Brite geht fest davon aus, dass Max Verstappen das Feld morgen einbremsen wird. "Unter normalen Umständen haben wir nicht das Tempo. Aber wenn die erste Runde in derselben Reihenfolge endet, in der wir gestartet sind, kann ich mir natürlich nicht vorstellen, dass Max einfach davonfährt", so Russell bei Sky.

Dadurch könne sich "eine Chance ergeben", betont er und erklärt: "Ich werde es wie jedes andere Rennen angehen." Er werde natürlich "nichts Unüberlegtes versuchen", verspricht er, "aber ich werde keine Chancen ungenutzt lassen."

"Ich möchte auf dem Podium landen, die Saison erfolgreich abschließen, und ich werde nicht besser oder schlechter schlafen, egal wer morgen die Meisterschaft gewinnt", erklärt er und kündigt an: "Ich werde mein eigenes Ding machen."

Schumacher: "Piastri muss jetzt für Norris fahren"

Ralf Schumacher ist der Meinung, dass McLaren bei der Ausgangslage jetzt alles auf Lando Norris setzen muss. "Piastri muss jetzt für Norris fahren, der Käse ist jetzt gegessen", sagt er bei Sky.

"Stell dir mal vor, die fighten und kommen ineinander", warnt Schumacher und sagt daher über Piastri: "Der muss auf jeden Fall Lando covern und muss gucken, dass da auch nichts bei den Pitstops passiert."

"Wenn sie Max Verstappen nicht überholen können, ist auch klar, muss er dann die Lücke generieren, dass da gar nichts passiert." Piastri müsse "zur Not die anderen noch bremsen", so Schumacher.

Wird auf jeden Fall spannend, ob Piastri Norris morgen angreifen darf.

Stella: Mehr war nicht drin

McLaren-Teamchef Andrea Stella ist zufrieden mit der Ausgangslage morgen. "Verstappen und Red Bull waren heute ein oder zwei Zehntel schneller als wir, daher ist es fair, dass sie auf der Poleposition stehen. Ich bin mit der Leistung zufrieden", sagt er bei Sky.

"Ich denke, Oscar und Lando haben heute das Maximum aus dem Auto herausgeholt", stellt er klar und ergänzt: "Ich denke, es war ein positiver Tag für die Meisterschaft. Es liegt in unseren Händen, aber wir müssen morgen liefern."

Zudem verrät er noch, dass beide McLaren-Autos mit dem gleichen Heckflügel unterwegs sind. Da hatte es ja Spekulationen darüber gegeben, dass Piastri mit einem etwas flacheren Flügel fahre.

Mercedes: P2 wäre möglich gewesen

Noch heißer wäre die Ausgangslage morgen gewesen, wenn George Russell vor den beiden McLaren-Piloten gelandet wäre. Und Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagt bei ServusTV , dass das auch möglich gewesen wäre.

"Ich glaube, auf eine Runde hätte er schon P2 fahren können", so Wolff über Russell, "aber am Ende hat er es dann nicht hingekriegt." Ein Rutscher habe den Briten letztendlich um eine bessere Position gebracht.

Und auch im Rennen wird es unter normalen Umständen wohl nicht nach vorne gehen. "Ich glaube vom reinen Speed können wir nicht mitfahren. Aber wenn Max natürlich das ganze Feld hinter sich aufhält, dann ist alles offen", so Wolff.

Und genau das könnte morgen der Plan des Niederländers sein ...

Rosberg lobt "perfekten" Norris

Auf Pole steht er nicht, doch laut Nico Rosberg hat Lando Norris heute trotzdem alles richtig gemacht. Bei Sky sagt der Experte: "Lando hat am Ende großartige Arbeit geleistet. Einfach perfekt."

"Während des gesamten Qualifyings lief es nicht nach seinen Vorstellungen, irgendwie war das Ganze ein Kampf. Aber als es am Ende darauf ankam, fuhr er eine tolle Runde und sicherte sich damit einen Platz in der ersten Startreihe."

Norris habe den "Druck" ausgehalten, so Rosberg, der selbst 2016 in einer ganz ähnlichen Position war. Damals wurde auch er mit einem zweiten Platz in Abu Dhabi Weltmeister.

Norris: Will trotzdem auf Sieg fahren

Eigentlich muss Lando Norris morgen nichts riskieren. Ein zweiter Platz würde ihm ja sicher zum Titel reichen. Dennoch betont er: "Ich möchte morgen trotzdem gewinnen, das wird also mein Ziel sein."

"Wir haben alles gegeben. Ich finde, meine Runde war ziemlich gut, ich war ziemlich zufrieden. Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich mir nicht für das letzte Wochenende die Poleposition sichern konnte."

"Aber wir waren heute einfach nicht schnell genug. Wir werden es morgen erneut versuchen", kündigt er an.

Hamilton: "Jede Menge Ärger"

Bevor wir zum WM-Kampf kommen, blicken wir schnell erst einmal auf Lewis Hamilton. Der schied heute bereits zum dritten Mal in Folge in Q1 aus - oder sogar zum vierten Mal, wenn man den Katar-Sprint dazu zählt.

"Ich finde keine Worte, um meine Gefühle auszudrücken, nur jede Menge Ärger", berichtet der Rekordweltmeister, der sich im Interview mit Sky extrem wortkarg gibt.

Das Auto habe sich "großartig" angefühlt, sagt er. Auf die Frage, ob er also mit seiner eigenen Leistung wieder einmal nicht zufrieden sei, antwortet er lediglich mit einem Nicken.

Weitere Geldstrafen

Und auch die letzten beiden Urteile sind rechtzeitig vor dem Qualifying da. Williams muss für die unsichere Freigabe von Alexander Albon in FT3 5.000 Euro zahlen, bei Mercedes sind es sogar 10.000 Euro nach dem Crash mit Yuki Tsunoda.

Da klingelt die FIA-Kasse kurz vor Weihnachten noch einmal richtig ...

Geldstrafe für Red Bull

Und da haben wir das erste Urteil: Red Bull muss für den Vorfall mit Lando Norris in FT3 10.000 Euro zahlen. Zudem gibt es eine Verwarnung für Yuki Tsunoda. Hier die Begründung im Wortlaut:

"Die Telemetrie zeigte, dass Auto 4 im ersten Teil der Runde in einer Weise fuhr, die darauf hindeutete, dass es sich nicht auf einer schnellen Runde befand. Das Team von Auto 22 räumte ein, dass es dies so interpretiert hatte, dass Auto 4 nicht auf einer schnellen Runde sei. Auto 4 erhöhte jedoch anschließend das Tempo und begann einen durchgehenden Run."

"Beim Anfahren auf Kurve 9 war auf der den Teams zur Verfügung stehenden GPS-Karte deutlich sichtbar, dass Auto 4 sehr schnell auf Auto 22, das sich auf einer langsamen Runde befand, aufholte. Trotzdem informierte das Team von Auto 22 seinen Fahrer weiterhin nur über nachfolgende Autos auf schnellen Runden."

"Die Sportkommissare stellen fest, dass der Teilnehmer von Auto 22 seinen Fahrer hätte warnen müssen, dass Auto 4 die Lücke schnell schloss, und dass dafür ausreichend Zeit bestand. Daher wird die oben genannte Strafe verhängt."

"Zusätzlich wird dem Fahrer eine formelle Verwarnung erteilt. Auch wenn er nicht gewarnt wurde, hätte er sich auf einer langsamen Runde nicht an dieser Position auf der Strecke befinden dürfen."

Vorentscheidung im Qualifying?

2014 gewann Lewis Hamilton das Saisonfinale in Abu Dhabi von Startplatz 2 aus. Warum das interessant ist? Weil es das bislang letzte Mal war, dass der Große Preis von Abu Dhabi nicht von der Pole aus gewonnen wurde.

Seitdem kam der Sieger zuletzt zehnmal(!) in Folge von der Poleposition. Und von außerhalb der ersten Reihe wurde Abu Dhabi sogar erst ein einziges Mal gewonnen. 2012 war Kimi Räikkönen von P4 aus erfolgreich.

Eine Vorentscheidung im WM-Kampf könnte also bereits heute fallen.

Was ist mit Hamilton los?

Der Ferrari-Pilot war an diesem Wochenende bislang der einzige Fahrer mit einem Unfall. Experte Nico Rosberg sagt dazu bei Sky: "Es sah nicht so aus, als wäre etwas kaputt gegangen. Aber man kann nie wissen, das muss jetzt untersucht werden."

"Man sieht einfach, wie unwohl er sich mit dem Auto insgesamt fühlt, denn wann haben wir bei Lewis Hamilton jemals in einer normalen Trainingsrunde gesehen, dass er sich einfach so dreht?"

"In seiner gesamten Karriere haben wir das noch nie wirklich gesehen, und jetzt, bei Ferrari, macht er hier und da Fehler. Er fühlt sich mit diesem Auto einfach nicht wohl", so Hamiltons langjähriger Teamkollege.

Ärgert Mercedes die Favoriten?

Noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Start des Qualifyings und nach der Russell-Bestzeit in FT3 erklärt Toto Wolff bei Sky, dass man "auf einer einzelnen Runde" offenbar konkurrenzfähig sei. Das Problem sei allerdings der Longrun, so der Teamchef.

Gleichzeitig entschuldigt er sich bei Red Bull für den Crash in der Boxengasse eben. "Es tut mir leid für Yuki, denn ich glaube, wir haben alle guten Teile seines Autos beschädigt. Das war unser Fehler. Wir müssen herausfinden, was passiert ist", so Wolff.

Ein Urteil der Rennkommissare gibt es noch nicht.

Saftige Geldstrafe für Aston Martin

Eine richtig heftige Strafe gibt es derweil für Aston Martin wegen der verpassten Fan-Aktivitäten. Pro Fahrer muss man 25.000 Euro zahlen - also insgesamt 50.000. Zumindest wurden aber 30.000 davon zur Bewährung ausgesetzt. Hier das für beide Piloten identische Urteil im Wortlaut:

"Die Sportkommissare erhielten einen Bericht des Media Delegates, dass der Fahrer von Auto 18 (Lance Stroll) nicht an der Fan-Engagement-Veranstaltung am Freitag teilnahm. Die Kommissare hörten die Teamvertreter und den Fahrer an, der erklärte, dass ihm vom Team gesagt worden sei, dass er nicht an der Fanveranstaltung teilnehmen müsse, da er in FT1 keine Fahraufgaben habe und stattdessen ein Ersatz- oder anderer Teamfahrer die Veranstaltung besuchen würde."

"Während die Kommissare anerkennen, dass die Verpflichtung zum Erscheinen für Fahrer manchmal unbequem ist - besonders in Fällen wie diesem, in denen fünf Stunden zwischen der Fanveranstaltung und FT2 lagen -, betonen sie gleichzeitig, dass die Fans das Herzstück der Formel 1 sind. Die Bedeutung dieser Verpflichtung wird von der FIA durch Artikel 19 des sportlichen Reglements unterstrichen."

"Besonders hoben die Kommissare die Stellungnahme der Formel 1 hervor, die im Bericht des FIA Media Delegates enthalten war: Viele Fans hätten mehrere Stunden in der Hitze gewartet, um die Fahrer beim Fan-Engagement zu sehen."

"Daher war das Fernbleiben auf ein Versäumnis des Teams zurückzuführen, und eine erhebliche Geldstrafe wird verhängt. Es wird empfohlen, dass diese Mittel nach Ermessen der FIA dafür eingesetzt werden, Fans in dieser Region zur Beteiligung an der Motorsportwelt zu ermutigen - sei es als Offizielle oder im Rahmen von Breitensportaktivitäten."

"Die Kommissare haben jedoch den Vorschlag des Teams berücksichtigt und akzeptiert: Der Fahrer soll an diesem Wochenende die Fan-Zone besuchen, allen Fans in Aston-Martin-Kleidung signierte Teamkappen schenken sowie zwei Fans zu einer Garagenführung einladen, bei der sie eine Session aus der Garage verfolgen und beide Fahrer für ein Foto treffen dürfen. Die Kommissare verlangen einen Bericht des Teams, der bestätigt, dass diese Maßnahmen umgesetzt wurden."

"In Anbetracht dessen haben die Kommissare beschlossen, den Großteil der Strafe zur Bewährung auszusetzen."

Mehrere Untersuchungen

Auch bei den Rennkommissaren muss das Mittagessen warten, denn nach FT3 gibt es gleich drei Untersuchungen. Mercedes und Williams müssen sich jeweils für eine unsichere Freigabe in der Box verantworten.

Dazu droht auch Red Bull Ärger, nachdem Lando Norris im letzten Sektor fast in einen langsamen Yuki Tsunoda gekracht wäre. Sollte es Strafen geben, dann erfahrt ihr das natürlich hier bei uns.

Von: Ruben Zimmermann

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