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Formel-1-Liveticker: Das Rennen in Spa-Francorchamps live!

Liveticker

Feierabend

Damit sind wir auch am Ende dieses Sonntags und damit des Belgien-Wochenendes angekommen. Die gute Nachricht: Die Formel 1 meldet sich bereits nächste Woche mit dem letzten Rennen vor der Sommerpause in Ungarn zurück.

Dann sind auch wir natürlich wieder mit einem täglichen Liveticker für euch am Start. Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß gleich mit dem Fußball-WM-Finale und bis dann!

Neuer Renningenieur für Verstappen

Eine News noch abseits vom heutigen Geschehen auf der Rennstrecke: Red Bull hat einen Nachfolger für Gianpiero Lambiase gefunden. Weil dieser zu McLaren wechseln wird, wird ihn Tom Hart als Renningenieur von Max Verstappen ersetzen.

Zunächst sah es so aus, als würde der britische Ingenieur von Red Bull zu Williams wechseln, wo er als Renningenieur von Alexander Albon tätig werden sollte. Red Bull ist es jedoch gelungen, diesen Wechsel zu verhindern.

Das Team bat Williams, den Wechsel rückgängig zu machen, und nun wurde eine Einigung erzielt. Seine neue Rolle bei den Bullen soll Hart voraussichtlich 2027 aufnehmen - falls Verstappen selbst dann überhaupt noch bei Red Bull ist ...

Bottas: "Kimi kann mich zum Essen einladen"

Charles Leclerc verlor heute etwas Zeit bei der Überrundung von Valtteri Bottas. Unmittelbar danach überholte ihn dann Kimi Antonelli - was der Finne mit Humor nimmt.

"Kimi kann mich zum Essen einladen", grinst er, stellt allerdings klar, dass er seinem langjährigen Arbeitgeber Mercedes hier keineswegs mit Absicht geholfen habe.

"Sie kamen so schnell an mich heran, dass ich völlig überrascht war", betont Bottas. Deswegen habe er nicht sofort Platz gemacht.

Eine große Rolle spielte es aber vermutlich ohnehin nicht, denn Antonelli war einfach schneller und hätte Leclerc wohl so oder so früher oder später überholt.

Racing Bulls unter den Möglichkeiten

Zwar punktete Arvid Lindblad auf P9, doch so richtig zufrieden sind die Racing Bulls damit nicht. Teamchef Alan Permane erklärt: "Wir hatten hier in Spa ein ordentliches Rennen, aber sicherlich nicht ohne Erkenntnisse, die wir mitnehmen können."

"Wir hatten Pech mit dem virtuellen Safety-Car, das es Audi ermöglichte, einen Boxenstopp einzulegen und anschließend vor Arvid wieder auf die Strecke zu kommen. Ohne diesen Zwischenfall hätte Arvid das Tempo gehabt, um auf P8 ins Ziel zu kommen."

Bei Liam Lawson habe es derweil Probleme mit dem Deployment gegeben. Der Neuseeländer verpasste die Punkte als Zwölfter. Trotzdem zogen die Racing Bulls in der WM mit Alpine gleich. Beide haben jetzt 61 Zähler auf dem Konto.

Bei einem besseren Rennverlauf hätte man die Franzosen aber sogar ganz überholen können.

Verwarnung für Williams

Erinnert ihr euch noch an die Untersuchung gegen Williams vor dem Rennen? Wir hatten sie ehrlich gesagt auch schon wieder vergessen, doch nun ist das Urteil da und es gibt eine Verwarnung für das Team. Auch hier die Begründung im Wortlaut:

"Die Rennkommissare haben sich das Videomaterial angesehen, auf dem zu sehen ist, wie das Auto mit der Startnummer 23 während der Erkundungsrunden die Boxengasse durchfährt."

"Dabei wurde bestätigt, dass die Rückleuchten des Autos mit der Startnummer 23 nicht gemäß Artikel B1.5.5 des FIA-F1-Reglements leuchteten."

"Der Technische Delegierte bestätigte anschließend, dass das Team den Mangel vor Beginn des Rennens behoben hatte. Da eine funktionierende Rückleuchte jedoch eine wesentliche Sicherheitsvorrichtung darstellt, sehen die Rennkommissare keinen Grund, von der Verhängung einer Strafe abzusehen."

"Alle Teilnehmer werden daran erinnert, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass dieses Sicherheitssystem gründlich überprüft und jederzeit in einwandfreiem Zustand gehalten wird."

Verschenkte McLaren ein besseres Ergebnis?

Das Team holte Lando Norris beim VSC nicht an die Box - was rückblickend womöglich die falsche Entscheidung war. Das hat vorhin auch Teamchef Andrea Stella in seiner Medienrunde eingeräumt.

"Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke - und wenn man bedenkt, wie schnell Lando auf den Medium-Reifen war und dass diese im Gegensatz zum ersten Stint tatsächlich relativ gut durchhielten -, dann hätten wir es meiner Meinung nach versuchen sollen", gesteht er.

Hintergrund: "Lando hat letztendlich Zeit verloren, als er überholt wurde, während er auf der Strecke blieb, und es gab kein weiteres Safety-Car", erklärt der Teamchef. McLaren spekulierte also auf eine weitere Safety-Car-Phase.

Doch weil diese nicht kam, musste man Norris später unter Rennbedingungen an die Box holen - was natürlich deutlich mehr Zeit kostete.

Livestream

Kleiner Hinweis noch schnell in eigener Sache: Um 20:00 Uhr beginnt unsere Liveanalyse zum Rennen auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Stefan Ehlen und Kevin Scheuren freuen sich bereits auf euch.

Alpine-Punkt dank Doppel-Überholmanöver

Franco Colapinto holte als Zehnter heute zumindest einen Zähler für Alpine. Er berichtet: "Es war ein gutes Rennen für uns, ein guter Start, bei dem wir einige Plätze gutmachen konnten, wodurch wir ganz vorne mitmischen konnten und in Reichweite der Punkte kamen."

Highlight war ein doppeltes Überholmanöver gegen Liam Lawson und Teamkollege Pierre Gasly. Der Franzose ist nach P11 logischerweise weniger happy und erklärt: "Es war ein frustrierendes Rennen für mich, bei dem wir knapp außerhalb der Punkteränge gelandet sind."

"Ich hatte einen schwierigen Start, war aus irgendeinem Grund in der Anfangsphase nicht schnell genug und habe in der ersten Runde einige Plätze verloren", so Gasly, der sich davon nicht mehr wirklich erholen konnte, zumal er auch noch einen langsamen Boxenstopp hatte.

Im größeren Kontext erklärt er zudem, dass Alpine einfach "nicht schnell genug" sei. Denn ohne den Ausfall von George Russell hätte auch Colapinto heute nicht gepunktet.

Hohe Geldstrafe für Ferrari

Das Urteil der Rennkommissare ist da. Zunächst einmal die wichtigste Info: Eine sportliche Strafe gibt es nicht, Hamilton darf den vierten Platz also behalten.

Allerdings muss Ferrari 30.000 Euro zahlen, wovon 10.000 für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt sind. Hier das lange Urteil im Wortlaut:

"Das Team erklärte, der Vorfall habe sich im Zusammenhang mit einer komplexen und ungewöhnlichen Kombination von Umständen ereignet. Gegen HAM war eine Zeitstrafe von 5 Sekunden wegen eines Fahrverstoßes verhängt worden, die verbüßt werden musste, bevor Arbeiten am F1-Rennwagen beginnen konnten."

"LEC befand sich in seiner Box, als HAM in die Boxengasse einfuhr. HAM teilte seinem Ingenieur mit, dass er eine Anpassung des Frontflügels wünschte, doch dies wurde nicht an den Supercontroller weitergeleitet. HAM fuhr in seine Box ein, verbüßte die Zeitstrafe, und am Ende der 5 Sekunden gab ein Teammitglied die Anweisung 'Go' und anschließend '0,6 Grad' - wobei ersteres die Anweisung zum Beginn des Boxenstopps und letzteres die
Anweisung zur Flügelanpassung war."

"Der Reifenwechsel war abgeschlossen, der Wagenheberbediener ließ den F1-Wagen absenken und der Supercontroller aktivierte das grüne Lichtsignal für Wagen 44, damit dieser losfahren konnte."

"Gerade als der Fahrer losfuhr, trat ein anderer Mechaniker mit einem Frontflügelwerkzeug nach vorne und geriet dabei in den Weg des rechten Vorderreifens. Bevor er nach vorne trat, hatte er den Kopf gesenkt, um auf das Werkzeug zu schauen, und sah das grüne Licht nicht."

"Das Team räumte ein, dass die Freigabe von Auto 44 unter diesen Umständen unsicher war, und führte den Fehler auf eine unangemessen späte Anweisung zur Flügelverstellung, mangelnde klare Kommunikation und das Versäumnis des Mechanikers zurück, das grüne Lichtsignal zu bemerken."

"Das Team verpflichtete sich, eine Überprüfung seiner Boxenstopp-Abläufe durchzuführen, um sicherzustellen, dass sich ein Vorfall wie dieser nicht wiederholt. Die Rennkommissare stellten fest, dass der Fahrer in keiner Weise schuldhaft gehandelt hatte."

"Tatsächlich erkannte der Fahrer, was geschehen war, sobald er losfuhr, und hielt sofort an, bis der Mechaniker aus dem Weg war. Weit davon entfernt, einen sportlichen Vorteil zu bringen, führte der Vorfall zu einem sportlichen Nachteil für das Auto 44, dessen Boxenstopp sich dadurch verzögerte."

"Unter den gegebenen Umständen rechtfertigte der Vorfall keine sportliche Strafe, wohl aber eine erhebliche Geldstrafe für den Teilnehmer, da Verfahrensfehler dieser Art die Sicherheit der Mechaniker gefährden. Die Rennkommissare berücksichtigten die ungewöhnliche Kombination von Umständen, die zur Verwirrung innerhalb des Teams beigetragen hatten - Umstände, mit denen das Team normalerweise nicht gerechnet hätte."

"Aus diesem Grund beschlossen die Rennkommissare, einen Teil der Geldstrafe auszusetzen, jedoch unter der Bedingung, dass das Team eine Überprüfung seiner Abläufe durchführt und der FIA einen Bericht vorlegt, in dem die zu ergreifenden Abhilfemaßnahmen dargelegt werden."

Haas-Unfall in der ersten Runde

Auch Haas blieb ohne Punkte, nachdem sich Esteban Ocon und Oliver Bearman gleich in der ersten Runde berührten. "Der Zwischenfall in Runde 1 zwischen Teamkollegen hätte nicht passieren dürfen", weiß Ayao Komatsu.

"Daher müssen wir einfach dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt", so der Teamchef. Ocon selbst betont: "In der ersten Runde waren sowohl Ollie als auch ich am falschen Ort zur falschen Zeit. Da konnten wir nicht viel machen."

Auslöser war ein Problem bei Bearman. "Leider bin ich im vierten Gang hängen geblieben", erklärt der Brite. Dadurch kam es zu einer engen Situation mit Ocon und Nico Hülkenberg.

Letztendlich kam es zur Berührung der Teamkollegen. Doch die spielte laut Ocon für ihn selbst sowieso keine große Rolle, weil er ohnehin zu langsam für die Punkte gewesen sei.

Williams erwartungsgemäß chancenlos

P15 und P16 am Ende für Alexander Albon und Carlos Sainz. "Heute war ein frustrierender Tag. Wir hatten einen guten Start, und man beginnt zu glauben, man könne mit dem Mittelfeld mithalten. Aber dann ist unser Tempo einfach eingebrochen", berichtet Albon.

"Wir hatten ein super sauberes Wochenende und konnten bis zum Qualifying ein höheres Tempo vorlegen. Dort haben wir jedoch einige Änderungen vorgenommen, die sich auf unser Renntempo heute ausgewirkt haben, sodass wir ein ziemlich langsames Auto hatten", erklärt er.

Bei Teamkollege Carlos Sainz ging gleich zu Beginn des Rennens der Frontflügel kaputt. Damit hatte auch er keine Chance mehr auf ein besseres Ergebnis.

Antonelli: Vor einem Jahr war ich am Tiefpunkt

Was für einen Unterschied ein Jahr machen kann ... Kimi Antonelli erinnert sich: "Letztes Jahr habe ich hier [in Spa] wahrscheinlich meinen Tiefpunkt erreicht. Es war für mich mental ein sehr schwieriges Wochenende."

Zwölf Monate später ist alles anders. Nach seinem Sieg liegt er in der WM wieder 45 Punkte vor Lewis Hamilton und sogar 50 vor George Russell. Er selbst gesteht, dass er vor einem Jahr nicht an so eine Wende geglaubt hätte.

Im Hinblick auf die WM erklärt er zudem, dass er weiterhin einfach von Rennen zu Rennen schauen wolle. "Das Momentum war trotz der Ereignisse in den vorangegangenen Rennen stets vorhanden", betont er.

"Deshalb muss ich einfach ein Wochenende nach dem anderen angehen, denn man weiß ja nie, was passieren kann", erklärt er.

Hamilton über Russell-Crash

Zum Russell-Unfall selbst sagt Hamilton übrigens noch: "Ich glaube, es war ein Rennunfall, daher sollte es dafür meiner Meinung nach keine Strafe geben." Die Rennkommissare sahen das bekanntlich anders.

Zu allem Überfluss habe er sich dabei auch noch den Unterboden beschädigt und damit Performance verloren, berichtet er. Trotzdem kündigt er an, dass er sich später wegen des Unfalls noch bei Russell melden werde.

"Das Letzte, was man jemals tun möchte, ist, einen Unfall mit seinem Teamkollegen oder mit seinem alten Team zu haben", betont Hamilton, der klarstellt, dass er noch immer großen Respekt vor Mercedes habe.

Hamilton: Nehme Ergebnis auf meine Kappe

Mit P4 holte der Brite heute nicht das Maximum heraus, wie der zweite Platz vom Teamkollegen beweist. Bei Sky betont Hamilton daher: "Ich denke über den Fehler nach, den ich gestern [in FT3] gemacht habe."

"Deshalb übernehme ich wirklich die volle Verantwortung für den vierten Platz, den ich letztendlich belegt habe, weil ich das Auto beschädigt habe", erinnert Hamilton an seinen Crash im letzten Training am Samstag.

"Als sie das Auto dann wieder zusammenbauten, haben sie bei der Aufhängung etwas übersehen. Die Balance war völlig anders", berichtet er. Letztendlich habe sein Unfall also in eine Abwärtsspirale geführt.

Dadurch sei es dann auch zum Russell-Crash beim Start und der Strafe gekommen. "Das war also sozusagen ein Dominoeffekt, der, glaube ich, auf einen Fehler meinerseits zurückzuführen war", gesteht Hamilton.

Alonso lässt Zukunft offen

In Ungarn bekommt Aston Martin endlich das große Upgrade, das das Team vom letzten Platz wegbringen soll. Fernando Alonso stellt in diesem Zusammenhang allerdings klar, dass er seine Zukunft nicht davon abhängig mache.

Er betont: "Meine Entscheidung hat nichts mit der Leistung in diesem Jahr zu tun. Wir sind dieses Jahr schlecht gestartet, und ich kann meine Entscheidung für das nächste Jahr nicht auf eine Leistung stützen, die nicht realistisch ist."

"Ich glaube, das entspricht nicht dem wahren Potenzial des Teams", stellt der Spanier klar und erklärt: "Ich glaube, meine Entscheidung für das nächste Jahr hängt eher von den Regeln ab."

"Mit diesen Autos an Orten wie heute in Spa oder beim letzten Rennen in Silverstone zu fahren, entspricht nicht meinen Vorstellungen von meiner Zukunft", so Alonso.

Piastri: Wäre ein großer Unfall geworden

Der Australier ist nicht ganz happy mit der Entscheidung, dass Charles Leclerc komplett freigesprochen wurde. "Von meiner Position aus war ich auf der weißen Linie und wurde rausgedrückt", betont er.

"Ich glaube, wir hatten erst einmal großes Glück, dass es nicht zu einem größeren Unfall gekommen ist, denn wir haben uns ja quasi schon am Anfang der Bremszone mit den Rädern berührt", erklärt er.

"Ich weiß wirklich nicht, wohin ich hätte ausweichen sollen", zuckt er die Schultern und ergänzt: "Ich sage nicht, dass es unbedingt eine Strafe hätte sein müssen, aber zumindest eine schwarz-weiße Flagge oder so etwas in der Art."

Denn: "Es ist eine Sache, solche Berührungen zu haben, aber schon allein der Anreiz, zu wissen, dass man jedem nur den absolut nötigsten Raum lassen und damit durchkommen kann - das ist kein besonders angenehmes Gefühl."

Durch den Schaden an seinem Auto habe er danach zudem mit stumpfen Waffen gekämpft.

Hülkenberg: Audi fehlt Topspeed

Gabriel Bortoleto hatte Glück mit dem VSC und punktete als Achter, Nico Hülkenberg wartet dagegen nach P13 weiter auf seinen ersten WM-Punkt in diesem Jahr. Er landete am Ende einer vierköpfigen Kampfgruppe um P10.

Bei Sky erklärt er, dass "einfach der Top-Speed" gefehlt habe. "Es fehlt so ein bisschen Mitte der Geraden. Da verlieren wir immer zwei, drei Wagenlängen und die fehlen am Ende einfach", so Hülkenberg.

"Wenn wir davor sind, können wir wegfahren", betont er, "aber wenn wir dahinter sind oder die Kollegen direkt hinter uns, dann wird die Luft dünn."

Norris: War schnell genug fürs Podium

Der Weltmeister landete nur auf P7, hätte laut eigener Aussage aber ganz vorne mitmischen können. "Das Tempo war ehrlich gesagt unglaublich. Ganz ehrlich, ich glaube, das Tempo hätte heute locker für einen Podiumsplatz gereicht", betont er.

"Das wurde natürlich dadurch erschwert, dass ich erst von Platz 13 gestartet bin", erinnert er. "Auch die VSC-Phasen kamen für uns zum ungünstigsten Zeitpunkt. Sie kamen den Fahrern mit harten Reifen voll zugute und kamen für mich etwas zu früh."

Er habe durch das VSC zehn Sekunden verloren und dann ja später auch noch einen langsamen Stopp gehabt. "Das sind insgesamt 16 Sekunden, die wir einfach an meiner Rennzeit verloren haben", erklärt er.

"Ich glaube, das Tempo war gut genug für einen Podiumsplatz oder sogar für den Sieg. Es ist schade, dass wir das heute nicht versuchen und erreichen konnten", so Norris.

Antonelli "das ganze Wochenende dominant"

Teamchef Toto Wolff lobt den WM-Leader bei Sky und erklärt: "Er war das ganze Wochenende schon dominant, so wie in Silverstone. Und den Sieg hat er sich heute verdient."

"In Silverstone hätte er gewinnen müssen, und das hat er heute hier nachgeholt", so Wolff, der natürlich weniger glücklich über die erneute Nullnummer von George Russell ist.

"Das war ein neues Problem, aber das war nicht nur auf Georges Seite, sondern es hat alle Mercedes-Motoren betroffen, manche mehr, manche weniger", so Wolff über das von Russell beschriebene Problem.

"Wir haben einen Motor, der ist unheimlich stark, ein Auto, das ist schnell, aber einfach noch nicht stabil genug. Und das müssen wir noch hinkriegen, weil es auch wertvolle Punkte sind, die wir in der Konstrukteurs-WM verlieren", so der Teamchef.

Warum Leclerc keine Strafe bekam

Auch das haben die Rennkommissare inzwischen begründet. Da gab es ja eine Berührung mit Oscar Piastri. Hier heißt es im Urteil:

"Im Anfahrbereich zur Kurve 5 setzte Auto 81 zum Überholen von Auto 16 auf der Außenseite an. Auto 81 überlappte Auto 16 zwar teilweise, doch die Vorderachse von Auto 81 befand sich nicht vor der Vorderachse von Auto 16, und es bestand keine Möglichkeit, dass Auto 81 aus dieser Position heraus ein Überholmanöver abschließen konnte."

"Nach Feststellung der Rennkommissare hat Wagen 16 Wagen 81 nicht absichtlich an den Rand der Strecke gedrängt. Wagen 16 folgte vor der Einfahrt in Kurve 5 der Ideallinie, indem er sich leicht nach links bewegte, um sich für Kurve 5 vorzubereiten, und es kam zu einer seitlichen Berührung zwischen den beiden Wagen."

"Unter diesen Umständen beschlossen die Rennkommissare, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen."

Warum Hamilton eine Strafe bekam

Eine Strafe bekam Hamilton heute schon, nämlich für den besagten Unfall mit Russell. Die Rennkommissare erklären das in ihrem Urteil so:

"Bei der Anfahrt auf Kurve 5 in der ersten Runde versuchte Wagen 63, an der Außenseite von Wagen 44 vorbeizuziehen, und hatte dabei einen ausreichenden Überlappungsabstand aufgebaut, um Anspruch auf Platz zu haben."

"Wagen 44 blieb auf der Innenseite. Während der Kurvenfahrt geriet Wagen 44 ins Untersteuern und kam trotz des Versuchs, Wagen 63 durch eine Gegenlenkung auszuweichen, mit seinem linken Vorderrad an der rechten Seite von Wagen 63 in Kontakt."

"Die Rennkommissare stellten fest, dass Auto 63 innerhalb des verfügbaren Platzes blieb und dass die Kollision dadurch verursacht wurde, dass Auto 44 nicht in der Lage war, einen ausreichenden Abstand einzuhalten."

"Die Rennkommissare erkennen mehrere mildernde Umstände an. Auto 44 nahm die Anwesenheit von Auto 63 wahr, versuchte, angemessenen Platz zu lassen, und unternahm einen ernsthaften Versuch, einen Kontakt zu vermeiden."

"Die Kollision resultierte aus einem Verlust des Grips an der Vorderachse und nicht aus einem aggressiven oder absichtlichen Manöver. Zudem ereignete sich der Vorfall in der ersten Runde, in der ein verminderter Grip und beengte Rennbedingungen bekanntlich herrschen."

"Aus diesen Gründen sind die Rennkommissare der Ansicht, dass - obwohl Wagen 44 die alleinige Schuld an der Kollision trägt - eine Zeitstrafe von fünf Sekunden anstelle der üblichen Zehn-Sekunden-Zeitstrafe gemäß den FIA-Strafrichtlinien die angemessene Strafe darstellt."

Russell: Hatte keine Batterie

Der Mercedes-Pilot sagt über seinen frühen Ausfall heute: "Ich hatte einen guten Start, kam hervorragend durch die erste Kurve und hing direkt hinter Verstappen. Aber aus irgendeinem Grund entschied sich die Batterie, in Kurve 1 nicht zu laden."

"Ich fuhr also durch die erste Kurve, die Batterie lud nicht, und ich kam mit einem Ladestand von nur 35 Prozent aus der Kurve", so Russell, der durch auf der Kemmel-Geraden natürlich ein leichtes Opfer war.

"Ich erreichte den höchsten Punkt der Eau Rouge mit null Prozent Batterieladung. Ehrlich gesagt war das gefährlich. Ich wurde von drei Autos überholt", berichtet er. Danach kam es dann zum Unfall mit Hamilton.

Seine kompletten Aussagen findet ihr hier.

Jetzt Fahrer bewerten

Wir atmen erst einmal durch, denn auch an diesem Wochenende habt ihr bei uns wieder die Möglichkeit, die Piloten für ihre Leistung zu bewerten. Wer waren eurer Meinung nach die besten Fahrer in Spa? Jetzt abstimmen!

Untersuchung gegen Hamilton

Das Ergebnis ist noch nicht final. Gegen Lewis Hamilton gibt es noch eine Untersuchung wegen einer unsicheren Freigabe nach seinem Boxenstopp. Bei einer Zeitstrafe könnte er P4 nachträglich noch verlieren.

Wir behalten die Sache im Auge.

Untersuchung

Alexander Albon hat sich bereits vor dem Start eine Untersuchung eingehandelt. Wir wissen nicht ganz genau, um was es geht, die Rennleitung meldet als Grund lediglich "CAR SAFETY LIGHTS", also die Sicherheitslichter am Auto.

Dürfte aber vermutlich sowieso keine große Rolle spielen, weil Williams hier im Normalfall eh nicht um Punkte mitkämpfen wird.

Boxengasse offen

Ihr kennt das Spiel: 40 Minuten noch bis zum Start und damit öffnet jetzt die Boxengasse in Spa. Zehn Minuten haben die Fahrer nun, um sich auf den Weg in die Startaufstellung zu machen.

Die Startreifen sehen wir hier allerdings noch nicht. Die werden erst gleich im Grid montiert. Die finale Reifenwahl erfahren wir erst wenige Minuten vor dem Start.

Red Bull findet Marko-Nachfolger

Die BBC berichtet, dass Red Bull einen Quasi-Nachfolger für Helmut Marko gefunden hat. So soll Gwen Lagrue von Mercedes zu den Bullen wechseln und dort eine Führungsrolle im Nachwuchsprogramm übernehmen.

Aktuell ist Lagrue noch als "Driver Development Advisor" bei Mercedes unter Vertrag. Offiziell bestätigt ist der Wechsel zu Red Bull allerdings noch nicht.

Ferrari hofft aufs Podium

Charles Leclerc und Lewis Hamilton fahren nur von P4 und P5 los. Der Monegasse stellt jedoch klar, dass er ein Podium heute noch für möglich halte. "Das Überholen wird für uns allerdings schwierig werden", betont er aber auch.

Daher werde es wichtig sein, gleich beim Start nach vorne zu kommen. "Wenn wir uns da die Position auf der Strecke holen, haben wir hoffentlich genug Pace, um vorne zu bleiben", so Leclerc.

Strafe für Sainz

Carlos Sainz ist der fünfte Fahrer, der an diesem Wochenende eine Gridstrafe kassiert. Er hat eine neue Kontroll-Elektronik für den Motor bekommen und muss damit in der Startaufstellung zehn Plätze zurück.

Die aktualisierte Startaufstellung findet ihr hier.

Aston Martin: Letztes hartes Rennen?

Aston Martin plant für Budapest ein großes Update. Das Rennen heute soll daher das letzte sein, bei dem man hoffnungslos hinterherfährt. "Wir wissen, dass es hier nicht viel zu gewinnen gibt", sagt Lance Stroll.

"Es geht darum, dieses Wochenende hinter uns zu bringen und uns auf das zu konzentrieren, was in Budapest auf uns wartet", so der Kanadier. Und auch Mike Krack betont: "Es wird kein leichtes Rennen."

"Aber wir werden uns darauf konzentrieren, morgen das Beste herauszuholen. Nur noch ein Rennen, dann können wir uns auf Budapest konzentrieren", betont er.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Update dann auch wirklich wie erhofft zündet ...

Aufholjagd möglich

Weil wir vorhin schon über die Gridstrafen an diesem Wochenende gesprochen haben: In Spa ist es durchaus möglich, ein Rennen auch von außerhalb der Top 10 sogar noch zu gewinnen. Die Traditionsstrecke taucht in dieser Fotostrecke gleich doppelt auf:

Fotostrecke: Die größten Aufholjagden der Formel-1-Geschichte LAT

Foto: LAT

Alan Jones - Startplatz 14 (Österreich 1977)
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Von: Ruben Zimmermann

Veröffentlicht: