Analyse
Formel 1 Formel-1-Test in Barcelona
Analyse Formel-1-Test Barcelona: Hat Ferrari Rückstand?
Formel-1-Experte Gary Anderson sieht momentan Red Bull und Mercedes vor Ferrari - Technik-Spezialist Giorgio Piola nimmt Updates vom Mittwoch unter die Lupe
Christian Nimmervoll
Bearbeitet: 08.03.2018, 10:29
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Mercedes rechnet offenbar - das geht aus den Aussagen von James Allison und Niki Lauda hervor - eher mit Red Bull denn mit Ferrari als Hauptgegner in der Formel-1-Saison 2018. Während der Wintertests in Barcelona wurde am Mittwoch erstmals richtig auf Zeit gefahren - und da scheint Ferrari zunächst im Hintertreffen zu sein.
Oder ist alles nur Bluff? Hatte Sebastian Vettel einfach mehr Benzin an Bord als Daniel Ricciardo? Von außen ist das (nach wie vor!) unmöglich seriös zu bewerten. Unser Technik-Experte Gary Anderson, früher Technischer Direktor bei Formel-1-Teams wie Jordan und Stewart/Jaguar, versucht zumindest eine Annäherung.
Bildergalerie:
- Formel-1-Test in Barcelona, März
"Ich habe die Rundenzeiten vom Dienstag genommen, um mich bereinigten Rundenzeiten zu nähern, so als wären alle auf Soft-Reifen gefahren, unter Miteinbeziehung des Reifen-Deltas", erklärt Anderson. "Dann habe ich jeweils den Run mit der Tagesbestzeit herangezogen und angenommen, dass das während der Fahrt verbrannte Benzin 0,05 Sekunden pro Runde ausmacht."
Dabei kommt dann für den Mittwoch (6. Testtag) diese Tabelle heraus:
Team Zeit 1
Red Bull 1:18.347 2
Mercedes 1:18.750 3
Renault 1:18.792 4
Ferrari 1:18.891 5
Williams 1:19.449 6
Haas 1:19.737 * 7
McLaren 1:20.206 8
Sauber 1:20.218 * 9
Force India 1:20.455 10
Toro Rosso 1:20.623 **
** vermutlich mit weniger Benzin unterwegs als direkte Gegner*
* identisch mit der bereinigten Zeit des ersten Tags*
Bevor unsere Leser das Ranking für bare Münze nehmen und zum nächsten Wettbüro laufen, um ihr ganzes Erspartes auf Weltmeister Max Verstappen zu setzen, warnt Anderson: "Wir können die genauen Benzinmengen natürlich nicht wissen. Aber man kann Annahmen setzen auf Basis der Länge der Runs."
Zwischen den verschiedenen Reifentypen hat Anderson ein Delta von 0,3 Sekunden pro Härtegrad veranschlagt. Auch das ist bestenfalls eine grobe Annäherung an die Realität. Er erklärt: "Es hängt natürlich auch davon ab, wie die Balance eines Autos ist und wie diese Balance zu einer bestimmten Mischung passt. Das kann von Auto zu Auto variieren."
"Der Red Bull", analysiert Anderson, "macht basierend auf dieser Kalkulation sicher einen starken Eindruck. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Red Bull in der Vergangenheit häufiger mit weniger Benzin getestet hat als etwa Mercedes."
In der diesen Artikel begleitenden Fotostrecke zeigen indes unsere Technik-Spezialisten Giorgio Piola und Matt Somerfield die neuesten Entwicklungsteile und Updates, die die Teams am zweiten von vier Testtagen in dieser Woche ausprobiert haben.
Fotostrecke:
- Formel-1-Technik: Neuheiten beim Barcelona-Test (2)
Unter den Innovationen, die wir genauer beleuchten: der neue T-Flügel am Toro Rosso STR13, ein pfiffiges Luftleitblech an der Radaufhängung des Sauber C37 und ebenso pfiffige Aufkleber, mit denen das Sauber-Team die Aerodynamik und den "Flexi-Wing"-Effekt noch besser verstehen kann.
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