Formel-1-Liveticker: Bewegt sich Red Bull in eine Sackgasse?
Bahrain-Samstag in der Analyse: Russell verliert zweiten Startplatz
Live-Gesamtwertung
Bericht
Liveticker
Feierabend
Gleich ist es schon Mitternacht in Bahrain, und damit drehen wir unseren Ticker nach diesem langen Samstag auch zu. Für euch geht es wie versprochen aber noch weiter mit unserer großen Liveanalyse auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.
Folgende Themen haben Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll in der F1-Show nach dem Qualifying zum Grand Prix von Bahrain geplant:
-Betrug an Albon
-Strafe Mercedes
-Ergebnis
-Verlierer: Norris & Hamilton
-Verstappen schreibt WM ab
-Michael Schumacher signiert Helm
-Fragen der Kanalmitglieder
Hier melden wir uns morgen mit einer neuen Tickerausgabe zurück. Rennstart ist dann um 17:00 Uhr MESZ, aber wir sind natürlich bereits vorher schon wieder am Start, um euch angemessen auf den GP einzustimmen.
Schlaft nachher gut, viel Spaß noch mit unserer Analyse und bis dann!
Antonelli: Wieder ein Schritt nach vorne
Trotz der Strafe ist P5 für den Rookie noch immer der beste Startplatz seiner bisherigen Formel-1-Karriere. Er selbst berichtet: "Im dritten Qualifying habe ich auf der ersten Runde einen Fehler gemacht, der mich in eine schwierige Situation gebracht hat, weil ich dadurch keine Rundenzeit hatte."
"Deshalb stand ich auf der zweiten Runde unter großem Druck", gesteht Antonelli und betont: "Es war nicht einfach, aber ich bin froh, dass ich eine anständige Runde hinbekommen habe." Insgesamt sei es daher ein positiver Samstag gewesen.
"Mein Selbstvertrauen wächst weiter, aber ich lerne immer noch dazu. Das ist ein weiterer guter Schritt nach vorne für mich", erklärt er zufrieden. Auch Teamkollege George Russell ist zufrieden mit dem Qualifying und seiner Leistung. Er sagt: "Das war ein sehr starkes Q3."
"Ich hatte kein Selbstvertrauen und Q1 und Q2 waren eine echte Herausforderung. Im Q3 fand ich zu meinem normalen Rhythmus zurück, fuhr einige starke Runden und war wirklich überrascht, dass ich so nah an der Poleposition dran war", so Russell.
P3 sei nun "eine gute Ausgangsposition für morgen."
Sainz: Ich habe die Pace, wenn ...
Während der Teamkollege heute (unglücklich) in Q1 ausgeschieden ist, schaffte es Carlos Sainz in Q3. Verkehrte Welt also bei Williams, und der Spanier selbst betont: "Wenn ich alles zusammenbringe, habe ich das Tempo."
"Es geht einfach darum, das Auto zu verstehen, wo ich pushen muss, wo nicht, wo ich die Rundenzeit finden kann. Heute habe ich definitiv einige Schritte in die richtige Richtung gemacht", so Sainz.
Er stellt aber auch klar, dass er noch immer nicht da sei, "wo ich sein möchte." Trotzdem habe er heute bereits mehr Vertrauen als in den vergangenen Rennen gespürt, und Druck mache er sich selbst deswegen auch nicht.
"Ich weiß, wo ich stehe. Ich weiß, wie weit ich von meinem Limit entfernt bin", betont er und ergänzt noch einmal, dass er einfach noch "mehr Runden" im Auto brauche.
Hülkenberg: "Mit der Leistung ganz zufrieden"
Über die Kontroverse haben wir bereits ausführlich gesprochen. Er selbst sagt nach dem Qualifying: "Wenn man unsere Leistung auf der Strecke betrachtet, bevor die Entscheidung der Rennkommissare kam, denke ich, dass wir das Beste aus den heutigen Bedingungen gemacht haben."
"Deshalb bin ich mit der Leistung, die wir gezeigt haben, ganz zufrieden", betont er. Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley sieht es etwas anders und erklärt: "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis des Qualifyings heute."
"Er hat einen unglaublichen Job mit zwei Sätzen älterer Reifen in Q2 gemacht, was ihn auf P13 gebracht hätte", lobt er Hülkenberg zwar. Doch weil dessen Zeit nachträglich gestrichen wurde, fährt er morgen eben nur von P16 los, und Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde sogar nur 18.
"Es war heute ein eher schwieriges Qualifying für uns. Die Bedingungen haben sich mit dem Wind ziemlich stark verändert, und leider ist unser Auto sehr empfindlich gegenüber diesen Variablen", erklärt der Rookie.
Seine Runde habe sich gut angefühlt, "aber uns hat etwas Grip gefehlt, und letztendlich sind wir nicht über Q1 hinausgekommen."
FIA räumt Fehler bei Hülkenberg ein
Die FIA hat ein weiteres Statement zur Hülkenberg-Kontroverse herausgegeben. Wörtlich heißt es:
"Es gibt eine Reihe von Hotspots für die Tracklimits, die kontinuierlich live überwacht werden. Hotspots haben Vorrang. Basierend auf den vorherigen Sessions wurde Kurve 11 nicht als ein Bereich von besonderem Fokus für die Streckenbegrenzungen angesehen."
"Im Nachhinein hätte es jedoch eine höhere Priorität auf unserer Liste haben sollen. Kontrollen in Bereichen wie Turn 11 dauern etwas länger als in hochpriorisierten Bereichen."
"Leider war es aufgrund des Zeitpunkts der Kontrolle in diesem Fall nicht möglich, vor Beginn von Q2 zu handeln. Sobald wir von dem Vorfall erfuhren, haben wir darauf reagiert. Wir arbeiten darauf hin, mehr Ressourcen sowie verbesserte Systeme und Prozesse aufzubauen. Dieses Mal haben wir es falsch gemacht."
Piastri: Schaue auf mich selbst
Der Australier wurde heute ebenfalls auf die WM-Situation angesprochen. Er sieht es aber ganz ähnlich wie sein Teamkollege und erklärt ebenfalls, dass er nur auf seine eigene Leistung schaue.
"Natürlich ist es schön, auf der Pole zu sein", sagt er, betont aber gleichzeitig auch, dass das Qualifying in Bahrain eine deutlich geringere Rolle als bei den ersten Saisonrennen spiele.
Daher müsse man erst einmal abwarten, ob Norris im Rennen nicht doch wieder nach vorne komme. "Ich erwarte, dass er sich morgen zurückkämpft", stellt der Polesitter klar.
"Ich werde einfach versuchen, sicherzustellen, dass ich die beste Arbeit leiste, die ich kann. Und wo auch immer [Lando] landet, dort landet er", zuckt er die Schultern.
Verstappen: Fahre aktuell nicht um die WM
Hat der Weltmeister die Titelverteidigung schon abgehakt? "Sie sind momentan keine Gegner mehr", sagt er nach dem ernüchternden Qualifying über McLaren. Gefragt, ob er aktuell nicht mehr um den WM-Titel kämpfe, gibt der Niederländer eine deutliche Antwort: "Nein."
"Wir waren bei allen Bedingungen schlecht", hadert der Niederländer schon das ganze Wochenende über mit seinem Auto und mit seiner Balance. Bei Sky wird er deutlich: "Wie ich mich im Auto fühle, das kann man im Fernsehen nicht sagen."
Seine kompletten Aussagen findet ihr hier!
Racing Bulls erstmals nicht in Q3
Wir widmen uns damit wieder den Stimmen zum Qualifying. Zum ersten Mal in diesem Jahr haben die Racing Bulls den Sprung in die Top 10 in der Qualifikation verpasst. "Die Runde war schlecht", sagt Isack Hadjar nach P12.
Er erklärt: "Das Balance war die ganze Session über schlecht, und es war kein tolles Qualifying für uns." Grund dafür sei seiner Meinung nach der Wind, denn gestern habe er sich viel besser im Auto gefühlt.
An die anderen Bedingungen habe man sich einfach nicht anpassen können. Für Teamkollege Liam Lawson war derweil sogar schon in Q1 Feierabend, weil es ein Problem mit seinem DRS gab.
"Q1 war okay, bis ich beim Herausbeschleunigen aus der Kurve Wheelspin hatte und DRS öffnete, das sich dann auf dem Weg zu Kurve 11 wieder schloss. Ich bin mir nicht ganz sicher, was passiert ist", grübelt er.
"Wenn es etwas war, das ich gemacht habe, werde ich definitiv daraus lernen", verspicht er. Letztendlich sei es "frustrierend", in Q1 ausgeschieden zu sein. Denn das Auto sei eigentlich am ganzen Wochenende "schnell" gewesen.
Leclerc und Gasly rücken auf
Die Profiteure der ganzen Situation sind Charles Leclerc und Pierre Gasly. Beide gewinnen in der Startaufstellung eine Position. Für den Franzosen geht es also auf P4 nach vorne, für Leclerc sogar auf P2 in die erste Reihe.
Die neue Startaufstellung findet ihr hier!
Auch Antonelli muss zurück
Wenig überraschend geht es auch für Antonelli eine Position nach hinten. Er startet morgen also von P5. Die Begründung ist natürlich die gleiche wie bei Russell.
Begründung
Hier das umfangreiche Urteil der Rennkommissare im Wortlaut:
"Der Teamvertreter, Herr Shovlin, erklärte in seiner Aussage, dass er die Anweisung zum Freigeben der Autos versehentlich gegeben habe, nachdem er die Nachricht auf Seite 3 des Timing-Bildschirms 'geschätzte Restart-Zeit' fälschlicherweise als eine Nachricht über die tatsächliche Restart-Zeit interpretiert habe."
"Er argumentierte, dass in diesem Fall kein sportlicher Vorteil erzielt wurde, da noch genügend Zeit (11 Minuten) für andere Teams verblieb, um ihre Runplan einzuhalten."
"Es wurde auch festgestellt, dass der Sportdirektor des Teams, Herr Meadows, bei dem Ereignis nicht anwesend war und normalerweise in den Freigabeprozess involviert wäre."
"Der FIA-Einsitzer-Sportdirektor erklärte, dass eine solche Maßnahme einen sportlichen Vorteil verschaffen könnte, da es dem Team ermöglichen würde, seinen Runplan durchzuführen, während andere Teams dies möglicherweise nicht könnten."
"Die Rennkommissare stimmen dieser Ansicht zu, besonders wenn nur noch wenige Minuten in der Sitzung verbleiben."
"Der FIA-Sportdirektor argumentierte, dass es eine sportliche Strafe geben müsse und nicht nur eine Geldstrafe für das Team, da sonst in Zukunft Teams ihre Autos sofort freigeben würden, sobald die geschätzte Restart-Zeit veröffentlicht wird. Die Rennkommissare stimmen dieser Ansicht zu."
"Herr Shovlin argumentierte, dass es möglich sei, eine nicht-sportliche Strafe zu verhängen, wenn die Rennkommissare erklärten, dass dies nicht als Präzedenzfall betrachtet werden solle, erklärte jedoch auch, dass, wenn eine sportliche Strafe verhängt werden sollte, diese gemildert werden müsse."
"Die Rennkommissare stimmten der Ansicht zu, dass dieser Verstoß eine sportliche Strafe erfordere, akzeptieren jedoch, dass der Verstoß unbeabsichtigt und ein echter Fehler des Teams war, für den sich Herr Shovlin entschuldigte."
"Wir entscheiden uns, eine Grid-Strafe von einer Position zu verhängen. Ein ähnlicher Verstoß unter anderen Umständen könnte in Zukunft eine strengere sportliche Strafe nach sich ziehen."
Russell verliert zweiten Startplatz!
Gerade kommt die Meldung: Russell muss in der Startaufstellung einen Platz zurück, P2 ist damit weg. Mehr gleich bei uns!
Pirelli: Einstopper "auf dem Papier klar langsamer"
Reifenhersteller Pirelli blickt schon einmal auf die Strategie morgen voraus. Und da sei "das Bild tatsächlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint", betont Mario Isola.
Zunächst einmal müsse man beachten, "dass alle drei Reifenmischungen zum Einsatz kommen können, und obwohl ein Einstopper auf dem Papier klar langsamer ist, kann er nicht vollständig ausgeschlossen werden."
Möglich sei zum Beispiel ein Start auf den Mediums, ein möglichst langer Stint und dann ein Wechsel auf harte Reifen. Bei einem Zweistopper sei die Variante Medium-Medium-Hard "die schnellste Route auf dem Papier".
Aber auch ein Start auf den Softs könne nicht ausgeschlossen werden, da dieser beim Start mehr Grip biete. Hoffen wir mal, dass wir morgen wirklich möglichst viele verschiedene Varianten sehen!
Gasly erleichtert: Wusste, dass die Runde gut ist
Der Franzose war heute als Fünfter "Best of the Rest" und verrät: "Q3 war sehr stark. Ich wusste sofort nach der letzten Kurve, dass mich das in eine sehr gute Position bringen würde."
Er habe aber nicht damit gerechnet, am Ende weniger als vier Zehntel von der Pole entfernt zu sein. "Ich freue mich einfach für das ganze Team", sagt er, denn Alpine ist aktuell das einzige noch punktlose Team in diesem Jahr.
"Wir waren eher im Hintertreffen und am Ende des Mittelfelds, aber an diesem Wochenende ist es uns bisher gelungen, eine sehr starke Leistung zusammenzubringen", zeigt er sich erleichtert.
Nun muss man das aber auch im Rennen noch umsetzen. "Wir sind ganz klar im Kampf um die Punkte dabei, und es ist wichtig für das Team, dass wir diese ersten Punkte holen", weiß Gasly.
Leclerc sieht "positives Zeichen"
Der Monegasse ist mit P3 natürlich deutlich zufriedener als sein Teamkollege. Er erklärt bei Sky: "Es war sehr schwierig, weil ich in den letzten Wochenenden beim Set-up in eine ziemlich extreme Richtung gegangen bin."
Diese sei zwar besser für seinen Fahrstil, mache das Auto "aber auch sehr, sehr schwierig zu fahren", erklärt er. "Aber es scheint, dass ich mit dieser Richtung ein bisschen mehr aus dem Auto herausholen kann, also werde ich dabei bleiben", betont er.
"Und von Rennen zu Rennen scheint es besser und besser zu werden, was ein positives Zeichen für die Zukunft ist", so Leclerc, der im Hinblick auf das Rennen angriffslustig erklärt, dass er natürlich nach vorne kommen wolle.
"Wenn ich beim Start ein oder zwei Positionen gutmachen kann, nehme ich das natürlich mit. Wenn nicht, müssen wir einfach geduldig bleiben und schauen, wo wir nach der ersten Runde stehen", betont er.
Hamilton: War einfach nicht gut genug
Wie Lando Norris hat auch Lewis Hamilton keine echte Erklärung für den großen Rückstand auf seinen Teamkollegen. "Ich mache auf meiner Seite einfach keinen guten Job, also muss ich mich weiter verbessern", so der Brite.
Rund 0,6 Sekunden langsamer als Charles Leclerc war er in Q3. Immerhin habe der Teamkollege gezeigt, dass das Auto "gut genug" sei, und sein Ziel sei es nun, morgen "hoffentlich" noch in die Top 5 zu fahren.
Viel mehr sagt er den Journalisten heute nicht. "Ich habe nicht viele Antworten für euch, heute war es einfach nicht schnell", so Hamilton.
Stewards erklären Hülkenberg-Kontroverse
Die Rennkommissare habe jetzt eine Erklärung zur Hülkenberg-Situation herausgegeben. Wörtlich heißt es dort:
"Während Q1 hat Fahrzeug 27 in Kurve 11 eindeutig die Streckenbegrenzung überschritten. Dies wurde den Rennkommissaren jedoch erst gemeldet, als Q2 bereits begonnen hatte."
"Die in der betreffenden Runde erzielte Zeit reichte aus, um sich für Q2 zu qualifizieren. Als die Rennkommissare darüber informiert wurden, [...] dass seine Runde hätte gestrichen werden müssen, befand sich das Fahrzeug bereits auf der Strecke in Q2."
"Da es sich hierbei um eine ungewöhnliche Situation handelt, haben die Rennkommissare entschieden, die Angelegenheit durch Ausübung ihrer Befugnis gemäß Artikel 11.9.2.a des Internationalen Sportgesetzes der FIA zu klären."
Aston Martin entschuldigt sich bei Stroll
Bei Haas entschuldigt sich der Fahrer, bei Aston Martin das Team. CTO Mike Krack erklärt: "Wir haben heute bei Lances Auto alles komplett falsch gemacht. Die Fahrhöhe war falsch eingestellt, was zu starkem Untersteuern führte und ihn erheblich an Rundenzeit sowie an der Chance hinderte, sich weiter vorne zu qualifizieren."
Der Kanadier wurde Vorletzter, während Teamkollege Fernando Alonso sich immerhin auf P13 qualifizierte und betont, dass man damit das Maximum herausgeholt habe. "Für Q1 haben wir drei Sätze Soft-Reifen verwendet und sind weitergekommen", berichtet er.
Dadurch habe man für Q2 aber keinen neuen Satz weiche Reifen mehr gehabt, weshalb eben nicht mehr möglich gewesen sei. "Wir hatten das ganze Wochenende über nicht das nötige Tempo, also denke ich, dass es morgen ein herausforderndes Rennen für uns wird", betont der Spanier zudem.
Mit Zählern dürfte es für den noch punktlosen Alonso also auch morgen wieder schwierig werden.
Ocon: Ich habe es vermasselt
Frustrierend war das Qualifying auch für Haas. Oliver Bearman schied bereits in Q1 aus, Esteban Ocon crashte dann gleich zu Beginn von Q2. "Es tut mir wirklich leid für das Team, ich habe heute einen Fehler gemacht", entschuldigt sich der Franzose.
Es sei ein Fehler gewesen, "den ich normalerweise im Qualifying nicht mache. Ich habe in Kurve 2 zu sehr gepusht, bin auf den Randstein geraten, aufgesetzt und habe das Auto verloren", erklärt er.
Teamkollege Bearman macht derweil "eine unsaubere Runde" für sein noch früheres Aus verantwortlich. "Ich hatte das ganze Wochenende über große Probleme mit Blockieren an der Vorderachse, und das war auch im Qualifying wieder der Fall", berichtet er.
So habe er einfach nicht genug Vertrauen für eine gute Runde gehabt. "Es ist seltsam, denn in FT2 habe ich mich trotz der Probleme gut gefühlt, aber je mehr ich versucht habe, mehr Performance aus dem Auto herauszuholen, desto stärker wurde ich limitiert."
Teamchef Ayao Komatsu fasst treffend zusammen: "Es war ein sehr enttäuschendes Qualifying."
Vowles: Albon-Situation "frustrierend"
Bei Sky hat sich der Williams-Teamchef zur Hülkenberg-Kontroverse geäußert und erklärt, dass die Situation "frustrierend" sei. "Die Tracklimits werden live analysiert, aber das Ergebnis für Hülkenberg kam viel zu spät, um noch die Chance zu haben, in Q2 zu kommen."
"Und heute hatte Alex das Tempo, um es bis in Q3 zu schaffen", ärgert sich Vowles, der erklärt, er wolle nun "einen Bericht von der FIA" abwarten, warum die Entscheidung so spät kam. Denn andere Verstöße bemerkte man ja viel schneller.
Unabhängig von dem Zwischenfall sei Albon übrigens in Q1 ausgeschieden, weil er keine gute Outlap gehabt habe und geblockt worden sei, so Vowles.
Norris: Denke nicht an die WM
Noch führt Lando Norris die WM an, aber mit einem Sieg morgen könnte sein Teamkollege zumindest mal einen großen Schritt an ihn heran machen. "Das könnte mich nicht weniger interessieren", stellt der Brite klar.
"Ich schaue nur auf mich selbst", betont er und ergänzt: "Mich interessiert nicht, was die anderen machen." Piastri habe einen guten Job gemacht, aber ihm gehe es um "meine eigene Performance".
Und die sei heute eben nicht gut genug gewesen. Er habe einfach kein gutes Gefühl im Auto, und wenn das der Fall sei, "dann bin ich nicht sehr schnell", so Norris, der betont: "Ich muss an mir selbst arbeiten."
"Ich kann dem Team und dem Auto keinen Vorwurf machen, denn es ist bei weitem das beste. Aber offensichtlich läuft es bei mir im Moment einfach nicht richtig", grübelt er.
Bremsprobleme bremsen Verstappen ein
Der Niederländer beschwerte sich ja bereits am Funk während des Qualifyings, dass seine Bremsen nicht funktionieren. Nun hat Helmut Marko bestätigt, dass der Weltmeister "massive Bremsprobleme" gehabt habe.
Man sei "nicht zufrieden" mit P7, so Marko, der gesteht: "Bis jetzt haben wir keine Erklärung dafür." Auch das ganze Qualifying sei mit einem Blick aufs Ergebnis "nicht ganz verständlich" gewesen.
"Die Umstände, dass ein Norris neben [Max] steht, hätten wir nie erwartet. Und Gasly vorne, die Mercedes, sehr, sehr schnell", wundert sich Marko und erklärt: "Also es wird ein interessantes Rennen."
Anhörung
Mittlerweile wurde die Anhörung von Russell und Antonelli für 21:20 Uhr Ortszeit (20:20 Uhr MESZ) angesetzt. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass Mercedes-Sportdirektor Ron Meadows an diesem Wochenende nicht vor Ort ist.
Hat sein Fehlen möglicherweise dafür gesorgt oder zumindest dazu beigetragen, dass der Fehler passiert ist? Toto Wolff sagt dazu übrigens bei Sky: "Ich würde hoffen, dass nicht die Fahrer dafür bestraft werden." Denn es sei ein Fehler des Teams gewesen.
Wolff: Reifen am Ende verstanden
P2 und P4 am Ende für Mercedes, obwohl man vorher noch sagte, dass man wohl keine Chance gegen McLaren haben werde. Zumindest Norris hat man dann aber eben doch geschlagen. Alles nur ein Bluff also?
"Nein, kein Bluff", stellt Toto Wolff bei Sky klar und erklärt: "Ich glaube, dass wir es dann in Q3 ein bisschen verstanden haben, wo wir den Reifen haben müssen, und dann war der Grip da."
Siegchancen habe man morgen unter normalen Umständen aber trotzdem nicht. "Nein, also ich denke, gegen die McLarens wird wenig Kraut gewachsen sein", winkt der Mercedes-Teamchef ab.
"Aber das Podium wäre ein schönes Ziel mit dem Team, mit den beiden Fahrern zwei starke Ergebnisse zu liefern, auch für die Meisterschaft", so Wolff.
Norris nimmt schlechtes Ergebnis auf sich
Mehr als vier Zehntel fehlten auf den Teamkollegen, so dass Lando Norris bei Sky gesteht: "Ich bin einfach nicht schnell genug." Auf die Frage, warum das so sei, zeigt er auf sich selbst.
Auf nochmalige Nachfrage erklärt er, er habe "keine Ahnung", warum er nicht schnell genug gewesen sei. Er wolle der Sache jetzt auf den Grund gehen und morgen wieder angreifen.
Zwar sollte das Überholen in Bahrain leichter als zuletzt in Japan sein, allerdings dürfte es mit dem Sieg von P6 aus unter normalen Umständen trotzdem schwierig werden.
Kontroverse um gestrichene Hülkenberg-Zeit
Was war da denn los? Nico Hülkenberg schaffte den Einzug in Q2 und beendete das Qualifying auf P13. Doch als Q3 bereits lief, da wurde dem Deutschen nachträglich noch seine beste Q1-Runde wegen Tracklimits gestrichen.
Er wird deswegen morgen nur als 16. starten, die Fahrer hinter ihm rücken einen Platz auf. Trotzdem ist die Sache kontrovers, denn eigentlich hätte Hülkenberg ja gar nicht an Q2 teilnehmen dürfen.
Leidtragender war Alexander Albon, der als 16. in Q1 ausschied - aber eigentlich den Cut geschafft hätte, weil Hülkenbergs Rundenzeit ja ungültig war. Seine Chance bekommt der Williams-Pilot aber natürlich nicht zurück.
Eine schnellere Entscheidung der Rennkommissare wäre da wünschenswert gewesen.
Untersuchung gegen beide Mercedes-Piloten
Russell und Antonelli sind auf P2 und P4 gelandet, ihnen droht allerdings noch Ärger. Grund dafür ist die rote Flagge in Q2, denn noch während der Rotphase sind die beiden wieder aus der Garage gefahren.
Eigentlich darf man sich erst dann auf den Weg zum Boxenausgang machen, wenn die FIA eine Zeit für den Neustart angekündigt hat. Russell und Antonelli waren aber davor schon wieder unterwegs.
So hat man sich einen Vorteil verschafft, weil man dann in der Schlange am Boxenausgang ganz vorne stand. Das könnte jetzt noch eine Strafe nach sich ziehen. Wir bleiben natürlich dran.
Übersicht Qualifying
Jetzt Session-Ticker öffnen!
In zehn Minuten beginnt das Qualifying in Bahrain und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal wieder in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach dem Ende der Qualifikation geht es an dieser Stelle weiter mit den Stimmen zum Samstag.
Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 am Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier!
Horner: McLaren zu weit weg
Der Red-Bull-Teamchef sieht es etwas anders und erklärt, dass es gleich fast unmöglich sei, einen der beiden McLaren-Piloten zu schlagen, "wenn sie keinen Fehler machen."
In FT3 sei McLaren weiter vorne gewesen, als das Red Bull selbst zu besten Zeiten je geschafft habe, so Horner, der zwar auch weiß, dass es jetzt "andere Bedingungen" gibt.
Allerdings gehe es eher darum, "Best of the Rest" zu werden, glaubt er.
Brown: Wird keine klare Sache
"Nein", antwortet Zak Brown bei F1TV auf die Frage, ob McLaren wirklich so weit vorne sei, wie es in FT3 den Anschein gemacht habe? Er sei zwar "zuversichtlich", weil man ein schnelles Auto und schnelle Fahrer habe.
Aber die Lücke sei keinesfalls so groß, wie einige vielleicht denken. Er habe unter anderem Verstappen auf der Rechnung, der gestern nicht mit voller Motorleistung gefahren sei.
Auch Mercedes sei "gut" aufgestellt, und zudem mache es der Wind heute schwierig. Man müsse seine Runde also perfekt hinbekommen, denn bereits der "kleinste Fehler" könnte große Auswirkungen haben.
McLaren noch nie auf Pole
Wir haben hier im Ticker ja schon darüber gesprochen, dass McLaren noch nie in Bahrain gewonnen hat. Tatsächlich stand das Team aus Woking dort auch noch nie auf Pole. Es könnte also nachher eine Premiere geben.
Die meisten Poles beim Bahrain-GP holte Mercedes bislang. Siebenmal stand ein Silberpfeil hier schon auf dem besten Startplatz. Dahinter folgen Ferrari mit sechs und Red Bull mit fünf Poles.
Mehr Statistiken zum Bahrain-Rennen findet ihr wie immer in unserer großen Datenbank!
Den Russell-Dreher in FT3 ...
... gibt es hier noch einmal im Video. Der Brite selbst erklärte danach, er habe in einem Formel-1-Auto noch nie so wenig Grip gehabt.
Vielleicht helfen die kühleren Temperaturen Mercedes ja gleich in der Qualifikation. In rund einer Stunde geht es los.
Zum ersten Mal seit 17 Jahren ...
... könnte es 2025 wieder vier unterschiedliche Polesitter in den ersten vier Rennen geben. In diesem Jahr sind bislang Lando Norris, Oscar Piastri und Max Verstappen je einmal von der besten Position ins Rennen gegangen.
Vier verschiedene Polesitter in den ersten vier Rennen gab es zuletzt 2008 mit Lewis Hamilton, Felipe Massa, Robert Kubica und Kimi Räikkönen.
Wobei nach den Eindrücken aus FT3 die Chance, dass wir heute eher die zweite Pole von Piastri oder Norris sehen, natürlich schon ziemlich groß ist.
Wolff: McLaren "in einer eigenen Liga"
Toto Wolff rechnet nicht damit, nachher eine Chance auf die Pole zu haben. "Ich glaube, dass wir uns auch vielleicht über Nacht ein bisschen vertan haben mit dem Set-up. Aber McLaren ist halt in einer eigenen Liga", sagt er bei Sky.
Er glaube daher, "dass wir mit Ferrari und Verstappen eher um die Wette fahren als mit McLaren." George Russell beendete FT3 eben zwar auf P4, hatte allerdings knapp 1,2 Sekunden Rückstand auf die Piastri-Bestzeit.
Da bräuchte es schon ein kleines Wunder, um das im Qualifying noch zu drehen.
Wenn der Spiegel plötzlich weg ist ...
Gestern hatte Fernando Alonso plötzlich sein Lenkrad lose in der Hand, heute hat Charles Leclerc während der Fahrt einfach so den Spiegel verloren. Die kuriose Szene gibt es hier noch einmal zu sehen. Sollte natürlich auch nicht passieren.
Vorsprung im Qualifying nicht so groß?
In FT3 war McLaren in einer eigenen Liga unterwegs. Experte Karun Chandhok geht jedoch davon aus, dass es im Qualifying am Abend bei kühleren Bedingungen etwas weniger dramatisch aussehen könnte.
"Wenn wir ins Qualifying kommen, wird der Abstand nicht so groß sein", prophezeit er bei Sky, "aber ihr Auto funktioniert so gut, dass sie bei höheren Temperaturen Grip und Abtrieb erzeugen können und die Fahrer die Rundenzeiten fahren lassen, ohne die Reifen so stark zu überhitzen wie andere."
Hoffen wir ganz objektiv einmal, dass er recht hat, damit es nachher im Qualifying möglichst spannend wird!
Jetzt Session-Ticker öffnen!
In zehn Minuten beginnt dann auch das dritte Training in Bahrain und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach dem Ende von FT3 geht es an dieser Stelle ganz regulär weiter.
Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 an diesem Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier!
Schlechtes Omen?
Als abergläubischer Mensch sollte man gleich in FT3 versuchen, NICHT die Bestzeit zu fahren. Warum? Weil der Fahrer, der beim Bahrain-GP die schnellste Runde in FT3 fuhr, in den vergangenen zehn Jahren anschließend nie auch das Rennen gewonnen hat.
Als bislang letzter Pilot schaffte das Lewis Hamilton 2015. Ist aber auch keine so große Überraschung, weil FT3 (wie auch FT1) keine wirklich repräsentative Session ist. Schließlich finden Qualifying und Rennen am Abend bei kühleren Bedingungen statt.
Von: Ruben Zimmermann