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Formel E Berlin 2025: Evans gewinnt, Titelentscheidung vertagt

Mitch Evans holt einen überraschenden Sieg für Jaguar auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof - Nullnummer für Rowland hält Wehrleins Mini-Chance offen

Formel E Berlin 2025: Evans gewinnt, Titelentscheidung vertagt

Mitch Evans holte sich seinen ersten Sieg seit Dezember 2024

Foto: LAT LAT

Die Formel-E-Weltmeisterschaft 2025 bleibt doch noch offen: Weil Tabellenführer Oliver Rowland im Samstagsrennen des Berlin E-Prix mit einem Ausfall leer ausging und sein ärgster Verfolger Pascal Wehrlein als Zweiter ins Ziel kam, gab es keine Titelentscheidung am Samstag. (Ergebnis)

Der große Gewinner des Tages heißt Mitch Evans: Der Jaguar-Pilot holt nach starker Vorstellung im Qualifying und einer kontrollierten Vorstellung im Rennen seinen zweiten Saisonsieg - den ersten seit Dezember - und den 14. Erfolg seiner Formel-E-Karriere.

Für Nissan hätte es noch schlimmer kommen können: Antonio Felix da Costa überquerte die Ziellinie zunächst als Dritter und hätte Nissan weitere wichtige Punkte im Kampf um die Team- und Herstellerwertungen wegnehmen können. Doch eine nachträgliche Zeitstrafe für ein Manöver gegen Maximilian Günther warf ihn auf Platz zehn zurück.

Startphase: Evans souverän, Rowland verliert früh an Boden

Nach einem abgesagten Training und einer verschobenen Qualifikation präsentierte sich der Flugplatzkurs Berlin-Tempelhof zum Rennstart am Samstagnachmittag zumindest wettertechnisch versöhnlich. Auf der Strecke ging es dafür umso turbulenter zu.

Mitch Evans setzte sich beim Start souverän durch und behauptete die Poleposition, während Oliver Rowland zunächst angriffslustig wirkte, sich aber dann auffällig zurückhielt und von Platz drei auf fünf zurückfiel. Gleichzeitig blieb Jake Dennis nach dem Start auf der Start-Ziel-Geraden stehen, was eine frühe Safety-Car-Phase nötig machte.

Während einige Piloten ihre durch Komponentenwechsel auferlegten Strafen absitzen mussten - darunter Buemi, Drugovich und Cassidy - nutzten andere wie Evans und Wehrlein die Gelegenheit, ihren ersten Attack-Mode zu aktivieren. Rowland hingegen wartete ab - zu lange, wie sich zeigte: Erst in Runde 7 aktivierte er den Attack-Mode, da war er bereits auf Platz neun zurückgefallen. Immerhin arbeitete er sich mit der Zusatzleistung wieder auf Rang sechs vor.

Boxenstopps und Taktik: Wer pokert, gewinnt - oder verliert

Ab Runde 19 begann das taktische Rennen in die Boxengasse zum vorgeschriebenen PitBoost. Günther machte den Anfang und fiel aus den Top 10 ins Niemandsland zurück. Vandoorne, Sette-Camara, Cassidy und Di Grassi folgten. In Runde 23 kamen auch Da Costa und Barnard - beide ebenfalls noch mit Titelchancen.

Frijns und Mortara folgten eine Runde später, was Rowland auf Platz drei spülte, allerdings ohne selbst schon gestoppt zu haben. An der Spitze blieben Evans und Wehrlein lange draußen, ehe sie am Ende der 23. Runde gleichzeitig in die Box kamen. Für Rowland bedeutete das: kurzzeitig in Führung, dann aber ebenfalls in die Box - und in ein Drama.

Rowlands Drama: Drugovich-Kontakt kostet die WM-Vorentscheidung

Die Rennleitung kündigte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Untersuchung gegen Mortara wegen eines Kontakts mit Rowland an. Wenige Minuten später war es aber ein anderer Zwischenfall, der den Titelanwärter entscheidend zurückwarf: Felipe Drugovich, als Rookie auf Heimstrecke unterwegs, touchierte Rowland. Die Folge: beschädigte Hinterradaufhängung, Rückfall auf Rang 15 und wenig später der Ausfall.

Besonders bitter für Nissan: Während Wehrlein in seinem Porsche auf Platz zwei fuhr, wurde Rowland vom Safety-Car und dann vom Zufall ausgebremst. Auch die Überrundeten durften sich nicht zurückrunden. Daher blockierte Sette Camara als Überrundeter Wehrleins Verfolger, dann kam es zum Drugovich-Zwischenfall.

Evans behält die Nerven - und Wehrlein bleibt dran

An der Spitze verteidigte Mitch Evans seine Führung - zunächst gegen die beiden DS Penske, später gegen Pascal Wehrlein. Der Porsche-Pilot hatte am Ende zwar 1 Prozent mehr Energie übrig, doch zum entscheidenden Angriff reichte es nicht. Evans brachte den Jaguar fehlerfrei über die Distanz und sah nach 38 Runden als Erster die Zielflagge.

"Ein rundes Rennen", sagt der Neuseeländer im Anschluss. "Auto, Strategie, Energie - heute hat alles gepasst." Es war sein erster Sieg seit über einem halben Jahr und zugleich der zweite für Jaguar in dieser Saison.

Am Sonntag steht im Rahmen des "Double-Headers" ein weiteres Rennen auf dem Programm.

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