Formel-1-Liveticker: Kostet die Zuverlässigkeit Mercedes den Titel?
Formel-1-Liveticker: Kostet die Zuverlässigkeit Mercedes den Titel?
Live-Gesamtwertung
Bericht
Liveticker
Feierabend
Damit sind wir hier an dieser Stelle endgültig am Ende des Silverstone-Wochenendes angekommen. Die Formel 1 meldet sich in zwei Wochen in Spa zurück, und dann sind auch wir wieder mit einem täglichen Liveticker für euch da.
Habt noch einen schönen Rest-Montag, kommt gut in die neue Woche und bis dann!
Haas "einfach nicht schnell genug"
Für das US-Team war es nach Barcelona und Spielberg gestern bereits die dritte Nullnummer in Folge. Ayao Komatsu gesteht: "Wir haben wirklich versucht, weiter nach vorne zu kommen, aber das Auto war einfach nicht schnell genug."
Selbst von der chaotischen Schlussphase konnte man nicht profitierten, so dass es am Ende P12 und P13 wurden. Auch das Fazit von Oliver Bearman fällt daher ganz ähnlich wie das des Teamchefs aus.
"Wir hatten in der 'dirty Air' zu kämpfen", berichtet er und erklärt, dass das Tempo zumindest bei freier Fahrt "gut" gewesen sei. "Aber dennoch: Wir sind nicht schnell genug", so der Brite nach seinem Heimrennen.
Hamilton: Frühstart war keine Absicht
Der Ferrari-Pilot kassierte gestern gleich zu Beginn des Rennens eine Fünf-Sekunden-Strafe für einen Frühstart. Er betont jedoch, dass das keine Absicht gewesen sei.
"Meine Hand hat sich einfach so bewegt", berichtet er und beteuert: "Das war keine Absicht. Ich habe meiner Hand nicht einmal gesagt, dass sie das tun soll."
Doch eine Strafe war damit nicht mehr zu vermeiden, weil sich das Auto klar ein Stück nach vorne bewegte - auch wenn Frederic Vasseur die Entscheidung hart findet.
"Anhand der Sensoren konnten wir nicht erkennen, dass sich das Auto in der Startaufstellung bewegte", so der Teamchef. Doch die TV-Bilder waren eindeutig.
Nächste Nullnummer
Für WM-Leader Antonelli war es gestern bereits die zweite Nullnummer in den vergangenen drei Rennen. Mehr dazu in dieser Fotostrecke:
Fotostrecke: Wo Kimi Antonelli im WM-Kampf 2026 die meisten Punkte verloren hat
Foto: LAT Images
Die Experten waren sich vor der Saison nahezu sicher: Kimi Antonelli würde 2026 im Schatten seines Teamkollegen George Russell stehen, der bereits als Weltmeister gehandelt wurde. Doch schon im zweiten Rennen holt sich der Italiener seinen ersten Sieg und macht damit deutlich, dass er im Kampf um die WM-Krone definitiv mitmischen will.Was war bei Hadjar los?
Eigentlich hatte der Franzose ein gutes Rennen - brach im zweiten Stint dann aber völlig ein. Eine Erklärung dafür hat er nicht. Gegenüber Sky sagt er, er habe nach dem Reifenwechsel überhaupt keine Pace mehr gehabt.
"Ich hatte das ganze Wochenende über ein gutes Gefühl", berichtet er. Er kann sich daher nicht vorstellen, dass es an ihm selbst gelegen hat, dass die Pace plötzlich weg war.
Zumal sie nach dem zweiten Stopp auf einmal wieder da gewesen sei. "Ich hatte wieder das Gefühl, das ich die ganze Zeit über hatte", so Hadjar. Doch da war sein Rennen durch den schwachen zweiten Stint bereits ruiniert.
Stella: McLaren nur vierte Kraft
Lando Norris landete im Sprint auf P3 und gestern auf P4, doch McLaren-Teamchef Andrea Stella stellt klar: "Wir machen uns keine Illusionen darüber, wo wir stehen. Wir waren das viertschnellste Auto auf der Strecke und haben vom Pech der anderen profitiert."
Natürlich sei man "zufrieden" mit P4, aber eigentlich habe man nicht die Pace dafür gehabt, so Stella, der betont: "Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Wochenende ist, dass wir die Leistung des Autos verbessern müssen."
"Wir haben einige bedeutende Upgrades für Ungarn geplant, und bis dahin muss das gesamte Team sowohl an der Rennstrecke als auch im Werk weiterhin hart arbeiten und jede Gelegenheit optimal nutzen", so Stella.
Alonso: Überholmanöver sind wertlos
Der Spanier ist weiterhin kein Fan der aktuellen Formel 1. Über das Rennen in Silverstone sagt er: "Fahrer überholen mitten auf der Geraden mit mehr Batterieleistung."
"Es sind also weder Input des Fahrers noch fahrerisches Können erforderlich, um ein vor einem fahrendes Auto zu überholen", findet er zweimalige Weltmeister.
"Man muss nicht später als ein anderer bremsen, man muss nicht außen überholen, man muss kein Risiko eingehen", so Alonso.
"Man drückt einfach einen Knopf, und schon überholt man, sofern man über eine bessere Antriebseinheit verfügt als das vor einem fahrende Auto", sagt er.
Oder anders gesagt: Solche Überholmanöver sind für ihn wertlos.
Wolff über Finish: Wäre 2021 wichtiger gewesen ...
Das Rennen endete gestern hinter dem Safety-Car. "Nun, mir wäre es lieber gewesen, wenn das 2021 passiert wäre", sagt Toto Wolff in Anspielung auf das kontroverse Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi.
"Da wäre es wichtiger gewesen", so Wolff, der jedoch betont: "Es ist gut, dass die Vorschriften eingehalten wurden. Manchmal führt das nicht gerade zum spannendsten Finale."
"Aus Sicht des Spektakels hätten sich sicherlich alle gewünscht, Lewis auf weichen Reifen gegen uns antreten zu sehen und vielleicht im Zweikampf mit Leclerc. Aber es ist ein Sport", betont der Mercedes-Teamchef.
"Die Show richtet sich nach dem Sport und nicht umgekehrt. Daher ist es gut, dass die FIA diese Entscheidung getroffen hat", so Wolff.
Montoya fordert Regeländerung
Die Strafe gegen Kimi Antonelli gestern sorgt für Diskussionen. Während sie laut Reglement korrekt war, sagt Juan Pablo Montoya bei F1 TV: "Wenn man die Streckenbegrenzung überschreitet und dadurch Zeit verliert, weil man zu weit nach außen kommt, sollte das eigentlich nicht als Überschreitung der Streckenbegrenzung gewertet werden."
Der Experte betont: "Es sollte eine Regel geben, die besagt: Wenn man die Strecke verlässt und sich dadurch einen Vorteil verschafft, sollte das als Überschreitung der Streckenbegrenzung gewertet werden. Wenn das Auto jedoch ein Problem hat und man deshalb Strafen erhält, sollte das eigentlich keine Strafe sein."
Aktuell wird dabei im Reglement kein Unterschied gemacht. Durch die Fünf-Sekunden-Strafe fiel Antonelli gestern noch aus den Punkten.
Red Bull: Auch Spa wird wohl schwierig
Um den Sieg konnte Red Bull in Silverstone nicht mitkämpfen. Und Laurent Mekies befürchtet, dass das Bild auch beim nächsten Rennen in Spa wieder ähnlich sein wird.
Er erklärt: "Auf Strecken, auf denen die Energie besonders begrenzt ist, scheinen wir im Vergleich zur Konkurrenz mehr zu kämpfen zu haben."
Und in diese Streckenkategorie falle neben Silverstone auch Spa. "Das heißt nicht, dass wir aufgeben", betont Mekies und erklärt, man werde trotzdem kämpfen.
"Aber es stimmt, dass es vom Charakter her ziemlich ähnlich [wie in Silverstone] sein dürfte", so der Teamchef. Besser werde es dann hoffentlich in Ungarn werden.
Racing Bulls rücken an Alpine heran
Das Team der Stunde (zumindest im Mittelfeld) sind aktuell die Racing Bulls. In Silverstone brachte man gestern bereits im vierten Rennen in Folge beide Autos in die Punkte. In der WM ist man dadurch im Kampf um P5 bis auf einen Punkt an Alpine herangerückt.
"Ein weiteres fast perfektes Wochenende für uns", freut sich Teamchef Alan Permane und erklärt: "Die Strategie war genau richtig, das Tempo war hervorragend, und wir haben uns in die Lage versetzt, im Verlauf des Rennens das Beste aus den sich bietenden Möglichkeiten zu machen."
So wurden es durch das ganze Chaos am Ende P6 und P7 für das Team aus Faenza. Der Rennstall steuert damit auf das beste WM-Ergebnis seiner bisherigen Geschichte zu.
Denn über P6 kam man in der Weltmeisterschaft noch nie hinaus, seit Red Bull das Team zur Saison 2006 übernommen hat. Nun ist P5 zum Greifen nah.
Williams: Es geht nicht vorwärts
Bei Williams zieht man nach dem Wochenende ein ernüchterndes Fazit. "Obwohl wir an diesem Wochenende die Leistung des Autos gesteigert und einen kleinen Schritt nach vorne gemacht haben, machen andere weitaus größere Sprünge als wir", gesteht James Vowles.
Williams brachte in Silverstone einen neuen Frontflügel ans Auto, hatte aber trotzdem keine Chance auf Punkte. "Das müssen wir genauer unter die Lupe nehmen - und herausfinden, ob wir wirklich die Leistung bekommen, die wir erwartet haben", so der Teamchef.
Auch Carlos Sainz gesteht: "Dieses Wochenende war viel schwieriger, als wir erwartet und erhofft hatten. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was mit dem Auto nicht stimmt, und auch analysieren, warum das Upgrade nicht die erwartete Leistung gebracht hat. Das ist also ein Weckruf für uns."
Die Noten sind da!
Auch an diesem Wochenende haben wir als Redaktion und unser Experte Marc Surer die Fahrer wieder für ihre Leistung bewertet. Was dabei herausgekommen ist, das erfahrt ihr jetzt in unserer Fotostrecke.
Hier könnt ihr außerdem noch eure eigenen Noten abgeben.
Foto: Sutton Images
Alexander Albon (Marc Surer: 5) - "Langsamer als sein Teamkollege und Bearman abgeschossen. Dann nur noch als Testfahrer unterwegs."Beide Alpine in den Punkten
Nach der Nullnummer in Spielberg schafften es gestern wieder beide Alpine-Fahrer in die Top 10. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahre Pace wider, denn beide Piloten profitierten von der chaotischen Schlussphase.
"Endlich haben wir nach einem für das Team schwierigen Wochenende wieder einen Grund zum Lächeln", sagt Franco Colapinto nach P9. Er gesteht allerdings auch, dass man "etwas Glück" gehabt habe.
Auch im Duell gegen seinen Teamkollegen, der Zehnter wurde. Eigentlich lag Pierre Gasly vor Colapinto, doch er erklärt: "Bei unserem Boxenstopp kam es zu einer Systemstörung, die uns viel Zeit und letztendlich auch unsere Position auf der Strecke gekostet hat."
"Letztendlich haben wir einfach versucht, den Schaden zu begrenzen, und ein Punkt ist unsere Belohnung", so Gasly.
Vasseur: Mercedes noch immer vorne
Der Ferrari-Teamchef will den Sieg von Leclerc gestern nicht überbewerten. "Ich glaube ehrlich gesagt, Mercedes hat immer noch einen Vorteil", so Vasseur, der daher nicht auf den WM-Stand schauen möchte.
"Konzentrieren wir uns auf Belgien. Lasst uns ein gutes Rennen fahren", betont er und erinnert daran, dass Mercedes auch in Silverstone im Sprint und in der Qualifikation vorne gewesen sei.
Man müsse daher "realistisch" sein und anerkennen, dass Mercedes noch immer "einen kleinen Vorteil" bei der reinen Pace habe. Doch das Rennen gestern habe gezeigt, dass man sie trotzdem schlagen könne.
Schnellster Mann
Kimi Antonelli fuhr gestern im neunten Saisonrennen bereits zum sechsten Mal die schnellste Runde. Max Verstappen, Lewis Hamilton und Lando Norris kommen auf je eine. Damit führt der Italiener auch diese Wertung klar an.
Seine schnellste Runde in Silverstone gibt es hier noch einmal komplett im Video:
Neuer Rekord
Silverstone durfte sich an diesem Wochenende über einen Rekord freuen. Insgesamt kamen 564.000 Fans an die Strecke - und damit mehr als jemals zuvor bei einem Formel-1-Rennen irgendwo auf der Welt. Nicht schlecht!
Schlecht geschlafen?
Wir wissen nicht, wie schlecht Toto Wolff und Co. nach dem Defekt gestern wirklich geschlafen haben. In unsere Montagskolumne hat es Mercedes dieses Mal aber nicht "geschafft". Die und weitere spannende Inhalte zum Wochenende findet ihr hier:
Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Max Verstappen
Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Charles Leclerc
Videoanalyse Silverstone
Russell selbstkritisch: Muss besser werden
Er landete gestern auf P2, aber der Brite weiß, dass er im Normalfall in der WM wieder Punkte auf Kimi Antonelli verloren hätte. "Das Gefühl war gut, aber die Rundenzeiten waren langsam", sagt er über sein Rennen.
"Ich habe immer noch Schwierigkeiten, dieses Auto zu verstehen", gesteht er und erklärt: "Wenn ich um die Meisterschaft kämpfen will, müssen meine Leistungen besser werden. Ich muss besser werden."
"Wir liefern uns derzeit ein enges Duell mit Ferrari, es geht also nicht nur um Kimi und mich. Lewis [Hamilton] ist immer noch ganz nah dran", sagt er mit Blick auf die WM. Daher müsse er sich dringend steigern.
Wolff: Hätten alle Rennen gewinnen sollen
Kostet die Zuverlässigkeit Mercedes am Ende des Jahres den WM-Titel? Der W17 gilt zwar als das beste Auto, doch in den vergangenen fünf Grand-Prix-Rennen brachte man lediglich ein einziges Mal beide Fahrer in die Punkte.
Auch gestern in Silverstone erlebte Kimi Antonelli wieder eine durch einen Defekt bedingte Nullnummer. So konnte Lewis Hamilton den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf 32 Punkte verkürzen.
Zwar gewann Mercedes in diesem Jahr sieben von neun Grands Prix, doch Toto Wolff stellt selbstkritisch klar: "Es hätten neun von neun sein sollen." Denn ohne den Defekt hätte Antonelli auch gestern gute Siegchancen gehabt.
Trotzdem betont Wolff im Hinblick auf die Zuverlässigkeit auch: "Was Chassis und Motor angeht, wollen wir das Maximum herausholen." Und es sei besser, bei der Zuverlässigkeit Probleme zu haben, als bei der Performance.
"Das ist mir lieber, als langsam und zuverlässig zu sein", stellt der Teamchef klar. Trotzdem müsse man die Probleme natürlich in den Griff bekommen.
Hello again!
Guten Morgen und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Formel-1-Livetickers. Das Wochenende in Silverstone liegt hinter uns, aber nach dem chaotischen Rennen gestern gibt es noch immer zahlreiche Themen, die wir aufarbeiten müssen. Genau das wollen wir hier im Ticker in den kommenden Stunden machen.
Ruben Zimmermann begleitet euch an dieser Stelle durch den Tag und bei Fragen, Anregungen oder Beschwerden könnt ihr unser Kontaktformular verwenden. Außerdem findet ihr uns auf Facebook, X, Instagram und YouTube.
Hier gibt es unseren gestrigen Liveticker noch einmal zum Nachlesen.
Von: