Dave Robson: Jost Capito hat Williams eine neue Denkweise eingeimpft

Frischer Wind bei Williams: Ingenieur Dave Robson berichtet, wie die Ankunft von Jost Capito und Francois-Xavier Demaison das Team bereits verändert hat

Dave Robson: Jost Capito hat Williams eine neue Denkweise eingeimpft

Seit der Übernahme durch Dorilton Capital hat es im Formel-1-Team von Williams umfangreiche Umstrukturierungen gegeben. Jost Capito stieß als neuer CEO hinzu und ist seit dem Ausscheiden von Simone Roberts Anfang des Monats auch Teamchef. Francois-Xavier Demaison wurde als Technikchef verpflichtet.

Die Ankunft von Capito habe einiges verändert, sagt Dave Robson, Leiter der Fahrzeugentwicklung bei Williams: "Er hat uns eine etwas andere Denkweise eingeimpft. Aber ich schätze, was diesen Prozess der Arbeit angeht, sind wir erst auf halbem Weg."

Positiv hebt Robson auch den Gewinn von Demaison als Technikdirektor hervor. "Denn seit wir Paddy (Lowe; Anm. d. R.) verloren haben, hatten wir diesen einen Ansprechpartner nicht mehr. Und das macht es einfacher, Entscheidungen zu treffen, denn es gibt eine Person mit dieser Autorität und Verantwortung."

Fehlen eines Technikchefs lange problematisch

Lowe und Williams trennten vor Beginn der Saison 2019. Der Posten des technischen Direktors wurde zunächst nicht nachbesetzt. "Ich denke, unter den gegebenen Umständen haben wir in den vergangenen Jahren einen guten Job gemacht - wir haben es unter ein paar von uns aufgeteilt", erklärt Robson.

"Aber das Problem ist, dass man sich am Ende nie oder nur selten ganz einig ist - weil das Tempo des Sports bedeutet, dass wir nicht die Zeit haben, all die Forschung und Entwicklung zu machen, die wir gerne machen würden", weiß der Williams-Ingenieur.

"Wenn wir uns als drei oder vier kluge Ingenieuren zusammensetzen und uns alle einig sind - wenn wir das täten, würden wir nur immer weiter zurückfallen, weil andere das nicht tun. Ich denke, es liegt in der Natur des Sports, dass man Entscheidungen mit unvollkommenen Informationen treffen muss. Das ist unumgänglich. Und es ist viel einfacher, wenn das in der Verantwortung einer Person liegt."

Capito bringt neue Arbeitsphilosphie zu Williams

"Das ist also definitiv der größte Unterschied. Wir werden sehen, wie Francois das weiterführt", so Robson. "Aber, ja, es ist definitiv eine kleine Veränderung in der Sichtweise. Sie bringen Erfahrung aus anderen Formen des Motorsports mit. Und es ist ziemlich interessant zu hören, wie sich das auf das auswirkt, was wir tun."

Sowohl Capito als auch Demaison waren zuvor mit Volkswagen im Rallyesport erfolgreich. "Das sind technisch gesehen leicht unterschiedliche Disziplinen. Vor allem aber sind die Regularien sehr unterschiedlich", zieht Robson den Vergleich.

"Auch die ganze Philosophie - die Art und Weise, wie die Leistung des Autos zusammenkommt, und besonders in Josts Fall die Art und Weise, wie er das ganze Team zusammenbringt - ist anders. Wahrscheinlich ist das nicht unbedingt spezifisch für den Rallyesport, aber es ist klar, dass er dort in letzter Zeit sein Handwerk ausgeübt hat und erfolgreich war. Also, ja, es ist einfach eine etwas andere Stimmung."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
"Keine Illusionen": Toto Wolff glaubt nicht an Wende pro Mercedes

Vorheriger Artikel

"Keine Illusionen": Toto Wolff glaubt nicht an Wende pro Mercedes

Nächster Artikel

Daniel Ricciardo: Manchmal fehlt mir meine Heimat Australien

Daniel Ricciardo: Manchmal fehlt mir meine Heimat Australien
Kommentare laden