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Werksteam kneift: Renault bietet Red Bull Risiko-Motor an

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Werksteam kneift: Renault bietet Red Bull Risiko-Motor an
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Adam Cooper
26.08.2018, 06:27

Renault bietet seinen Kunden für den Großen Preis von Italien die Möglichkeit, mit der neuen "Spec C" anzutreten - Allerdings könne man für nichts garantieren

Schon auf dem Circuit de Spa-Francorchamps mag sie wichtig sein, doch im Autodromo Nazionale Monza ist Motorleistung König. Und davon hat Renault seit Einführung der Hybrid-Regularien 2014 eindeutig zu wenig. Mit dem neuesten Wurf aus Viry-Chatillon, "Spec C" genannt, will man nun das Defizit ausmerzen. Allerdings ist der Motor ein derart hohes Risiko, dass das Renault-Werksteam ihn nicht einsetzen will. Stattdessen bietet man die neue Ausbaustufe den Kunden an.

Vor allem für Red Bull, wo man das Risiko liebt und seit Jahren mit der zu geringen Motorleistung hadert, ist das eine interessante Option. Renault-Sportchef Cyril Abiteboul verweist aber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' noch einmal ausdrücklich auf die Risiken des neuen Aggregats: "Wir werden ihn im Renault-Team nicht einsetzen. Der Motor stünde für Kunden bereit. Er ist in Sachen Leistung ein guter Schritt. Er kommt mit einigen Risiken bei der Zuverlässigkeit, deshalb stellen wir es den Kunden offen, ob sie ihn wollen oder nicht."

Der Franzose stellt klar, dass es mitnichten so sei, dass Renault seinem eigenen Motor nicht traue. Die Enstone-Mannschaft habe lediglich eine konservativere Philosophie im Spannungsfeld Performance und Zuverlässigkeit: "Wir machen uns Gedanken über die Teams, die hinter uns (in der Konstrukteurs-WM; Anm. d. Red.) liegen. Für uns machen ein oder zwei Zehntel mehr nichts aus, da wir Red Bull ohnehin nicht einholen können. Dafür ist uns die Zuverlässigkeit wichtig." Daher waren die neu homologierten Komponenten bei Nico Hülkenberg in Spa auch "Spec B".

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14 and Max Verstappen, Red Bull Racing RB14

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14 and Max Verstappen, Red Bull Racing RB14

Foto: Jerry Andre / Sutton Images

"Bei Red Bull haben sie hingegen nichts zu verlieren, deshalb könnte ihre Philosophie etwas anders ausfallen", sagt er weiter. Der lange, schmerzvolle Scheidungsprozess zwischen Red Bull und Renault ging in Ungarn in die nächste Runde, als Max Verstappen ausfiel. Christian Horner ätzte: "Da soll er sich schonmal eine gute Ausrede überlegen." Abiteboul ist alles andere als glücklich darüber: "Ja, Ungarn regt mich ein bisschen auf und es könnte unsere Herangehensweise bei Updates in Zukunft ändern."

Konkret verwendete Red Bull eine ältere Version der MGU-K, offiziell wegen Platzproblemen bei der neuen. Andere Komponenten waren bereits auf einem neueren Stand. "Die Goldene Regel ist, dass sie bei so etwas Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen. Das bedeutet nicht, dass wir uns komplett freisprechen sollten. Aber ihnen war das Risiko mit dieser Spezifikation klar. Sie wissen das. Insofern sollten sie den Ball mal etwas flacher halten, wenn sie sich öffentlich dazu äußern." Renault könnte ansonsten künftig vorschreiben, welche Komponenten miteinander kombiniert werden dürfen.

Nicht nur Red Bull, auch Auch McLaren steht vor Monza vor der Qual der Wahl. McLaren-Rennleiter Gil de Ferran zufolge ist aber noch keine Entscheidung gefallen: "Wir schauen uns die Situation noch an."

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