Landgraf-AMG bei NLS8: "Wir hatten einfach alle Bock"

Landgraf-HTP-WWR wird am Samstag in der Nürburgring-Langstrecken-Serie starten - Warum es dazu kam und welche Auswirkungen es auf das ADAC GT Masters hat

Landgraf-AMG bei NLS8: "Wir hatten einfach alle Bock"

Das Team Landgraf-HTP-WWR wagt einen Ausflug in die Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN). Oder besser gesagt: eine Rückkehr auf die Nürburgring-Nordschleife. Denn hier liegen die Wurzeln der Mannschaft von Klaus Landgraf.

Zum Einsatz kommt ein Mercedes-AMG GT3, der noch nicht auf den Evo-Stand gebaut ist. Landgraf will sein Fahrzeug aus dem ADAC GT Masters nicht aufs Spiel setzen und bringt deshalb ein anderes Chassis an den Start, das noch auf dem alten Stand (2016 bis 2019) ist.

Daran zeigt sich schon, dass es nicht um den Sieg geht. Luca-Sandro Trefz und sein Management rund um Bernd Schneider und Norbert Brückner suchten während der Saison 2021 nach Möglichkeiten, ihm Erfahrung im GT3-Fahrzeug auf der Nordschleife zu ermöglichen.

SP9-Debüt für Trefz

"Luci" Trefz fährt im ADAC GT Masters mit demselben Sponsor wie der Landgraf-AMG bei Land-Motorsport auf einem Audi R8 LMS GT3. Er trat bereits 2020 mit HTP Winward in der GT4 Germany an und holte Gesamtrang drei.

Gegenüber 'Motorsport.com Deutschland' sagt er: "Ich freue mich riesig, wieder auf dem Nürburgring fahren zu können. Wir sind alle äußerst motiviert." Für Trefz wird es das Debüt in einem SP9-Auto auf der Nordschleife. 2019 und 2020 fuhr er in der GT4-Klasse SP10 beim 24-Stunden-Rennen auf die Klassenränge zwei und drei.

Luca-Sandro Trefz

"Luci" Trefz bereitet sich auf seine ersten SP9-Kilometer vor

Foto: Alexander Trienitz

Nun erfolgt also der Schritt in die SP9. "Ich will nicht sagen nervös, aber positiv angespannt bin ich schon", so der 19-Jährige. "Die Nordschleife ist mit dem GT3 zum GT4 noch einmal 180 Grad anders. Da lässt man an manchen Stellen stehen, wo man es im GT4 nicht tut. Es ist wie eine Achterbahn mit all dem Auf und Ab." Er hat sich im Simulator vorbereitet, aber die "echte" Erfahrung wird natürlich noch einmal ganz anders.

Landgraf zurück auf der Nordschleife

Das Landgraf-Team musste man nicht zweimal fragen, ob man wieder Nordschleife machen möchte. "Wir hatten einfach alle Bock", sagt Teammanager Nicolas "Nico" Heinz gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. Trefz brachte den Willen und die finanziellen Mittel ein, sein Team muss nur noch ausführen.

Landgraf Motorsport startete mehrmals mit Mercedes-AMGs in den Jahren 2017 (als Stammstarter in der NLS) und 2018 auf der Nordschleife. Die Historie reicht aber noch viele Jahre weiter zurück, unter anderem mit Porsche-Cup-Fahrzeugen und ganz zu Beginn mit VLN-Serienwagen.

2018 erzielte man mit den Fahrern Kenneth Heyer, Sebastian Asch, Edward Sandström und Tristan Vautier Platz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Platz zehn im Gesamtklassement. Danach verschwand Landgraf von der Nordschleife - bis jetzt.

Landgraf-Mercedes-AMG von Kenneth Heyer und Tristan Vautier beim 24h-Rennen 2018

Zuletzt trat Landgraf 2018 beim 24h-Rennen auf der Nordschleife in Erscheinung

Foto: Alexander Trienitz

Landgraf bleibt ADAC GT Masters weiter erhalten

Als Mentor brauchte das Team einen erfahrenen Fahrer für Trefz. Ein Überperformer wie Raffaele Marciello (der ohnehin bei der GT-World-Challenge in Valencia zugegen ist) hätte auf ihn eher abschreckend wirken können. So wird ihm nun mit Dirk Müller ein erfahrener Pilot an die Seite gestellt, der weiß, wie man Junioren an eine neue Aufgabe heranführt.

"Ziel ist, ohne Fehler und zusätzliche Boxenstopps durchzufahren und schon in den Trainings so viele Runden wie möglich zu absolvieren", sagt Trefz. "Es ist wichtig, auf der Nordschleife aufgrund ihrer Länge möglichst viele Runden abzuspulen."

Die Frage ist nun: Wird Landgraf kommendes Jahr das ADAC GT Masters verlassen, um sich wieder der Nordschleife zu widmen? Heinz verneint: "Das ADAC GT Masters muss sich keine Sorgen machen." Sollte Landgraf also sein Nordschleifen-Engagement künftig ausbauen, dann als zusätzliches Programm zum ADAC GT Masters, wo man momentan um den Titel mitkämpft.

Angedacht ist auch ein Start beim Saisonfinale NLS9 am 9. Oktober. Momentan ist dieser aber noch nicht fix. Möglich wäre es, weil der Kalender des ADAC GT Masters es hergibt.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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