Formel-1-Liveticker: Hamiltons Qualifyingform 2025 "ein Problem"
Abu-Dhabi-Donnerstag in der Analyse: Verstappen nennt Russell einen Lügner
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Liveticker
Feierabend
In Abu Dhabi ist es gleich bereits 21:00 Uhr und damit drehen wir unseren Ticker für heute auch zu. Morgen melden wir uns dann mit einer neuen Ausgabe und den ersten beiden Trainings (10:30 Uhr und 14:00 Uhr MEZ) zurück.
Heute geht es für euch derweil noch weiter mit der großen Videoanalyse zum Medientag auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de, die schon in zehn Minuten beginnt. Folgende Themen sind geplant:
-Russell vs. Verstappen
-Schumacher-Buch
-Zukunft Perez
-Magnussen zu BMW
-Alonso nicht ganz fit
-Fragen der Kanalmitglieder
Viel Spaß damit und bis morgen!
Hamilton: War ein emotionales Jahr
Der Rekordweltmeister verrät vor seinem letzten Rennen für Mercedes, dass das Treffen mit Toto Wolff am Beginn des Jahres, als er ihm von seinem Abschied erzählte, "natürlich merkwürdig" gewesen sei.
"Ich glaube, ich habe geahnt, dass es schwierig werden würde, aber ich habe massiv unterschätzt, wie schwierig es sein würde. Und es hat die Beziehung [zum Team] sehr früh belastet", räumt Hamilton ein.
"Es hat gedauert, bis die Leute das überwunden haben", verrät er. Und auch für ihn selbst sei es "sehr emotional" gewesen. "Und ich glaube, ich habe diese Emotionen nicht optimal verarbeitet und gemeistert", gesteht er.
Dafür werde er sich aber nicht entschuldigen, "denn ich bin auch nur ein Mensch und mache es nicht immer richtig, Und ich würde definitiv sagen, dass dieses Jahr eines der schlechtesten war, was den Umgang damit von meiner Seite aus angeht."
Letztendlich wolle er sich aber vor allem an die guten Zeiten erinnern.
Auf diesen Strecken fand das Saisonfinale statt
Inzwischen hat es Tradition, dass die Formel-1-Saison in Abu Dhabi endet. Das war allerdings nicht immer so. Mehr dazu in dieser Fotostrecke:
Fotostrecke: Suzuka und Co.: Auf diesen Strecken fand das Formel-1-Saisonfinale statt
Foto: Motorsport Images
Monza (1950, 1952, 1953, 1955-57) - Die allererste WM-Saison der Formel 1 endet in Italien. Danach folgen weitere fünf Finalrennen in Monza, das seinen September-Termin bis heute bewahrt hat - aber längst nicht mehr den letzten Grand Prix des Jahres austrägt.Lawson: Wie geht es 2025 weiter?
Der Neuseeländer wurde von Red Bull bislang noch gar nicht für 2025 bestätigt - weder für Red Bull Racing noch für die Racing Bulls. Er selbst betont aber, dass er Abu Dhabi als Wochenende wie jedes andere auch sehe.
"Ich denke, jedes Rennwochenende in der Formel 1 ist eine Evaluierungssitzung. Wir werden natürlich immer unter die Lupe genommen", betont er und erklärt, seine Situation habe sich ja nicht geändert.
Er weiß aber auch: "Die Leute in der Formel 1 haben ein sehr kurzes Gedächtnis. Offensichtlich ist das letzte Rennen das, worauf die Leute wirklich schauen." Und daher wäre ein guter Saisonabschluss natürlich wichtig.
Er habe aber "keine Ahnung", wie schnell sich seine Zukunft nach dem Finale klären werde. "Ich hoffe natürlich, dass ich es bald erfahre, aber ich vertraue darauf, dass das Team das Richtige tut", so Lawson.
Abschiedsvideo
Mercedes hat für Lewis Hamilton auch noch ein kleines Abschiedsvideo gebastelt. Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:
Verstappen: Beziehung zu Russell ist mir egal
"Nein, aber das spielt auch keine Rolle", antwortet der Weltmeister auf die Frage, ob seine Beziehung zu Russell jetzt noch zu retten sei? "Wir müssen keine besten Freunde sein", stellt Verstappen klar.
"Das ist nicht der Grund, warum ich hier bin", betont er und erklärt, es sei "nicht mein Ziel im Fahrerlager", Freunde zu finden, "also kümmere ich mich nicht so sehr darum", so Verstappen.
"Ich bin für eine Weile fertig mit ihm", sagt er daher über Russell und ergänzt zudem im Hinblick auf die Anwesenheit von Toto Wolff bei dessen Medienrunde: "Das brauche ich nicht, ich kann mich selbst verteidigen."
Verstappen: Russell ist ein Lügner und Verlierer
Die nächste Runde im Streit zwischen Verstappen und Russell. Nachdem der Weltmeister in der Pressekonferenz vorlegte und Russell später konterte, war jetzt der Red-Bull-Pilot in seiner Medienrunde mit unseren niederländischen Kollegen noch einmal dran.
"Das stimmt schon nicht", sagt er über Russells Behauptung, er habe ihm gedroht, ihn in die Mauer zu schicken. Dass er bei den Stewards von Anfang an geflucht habe, sei "auch nicht korrekt", so Verstappen weiter.
"Natürlich ist er damit nicht glücklich. Aber es ist das Gleiche, was er bei den Stewards gemacht hat. Er lügt und stellt Dinge zusammen, die nicht korrekt sind", wehrt sich der Weltmeister.
Zudem sei Russell ein "Verräter", so Verstappen, der ergänzt: "Es ist mir egal. Über solche Leute braucht man nicht viel zu reden, das sind einfach nur Verlierer."
Montoya: Darum ist Perez nicht schlecht für Red Bull
Juan Pablo Montoya hat eine interessante Sicht auf die Situation von Sergio Perez. Gegenüber Vision4Sport erinnert er nämlich daran, dass Red Bull von dem dritten WM-Platz in diesem Jahr sogar profitieren würde.
Denn dadurch bekommt man 2025 durch das Handicap-System mehr Zeit im Windkanal. "Ist es also so schlimm, Checo dort zu haben? Sie haben den Weltmeister und sie haben mehr Zeit im Windkanal", erklärt Montoya.
"Und was sie [finanziell] verlieren, weil sie die Konstrukteurswertung nicht gewinnen, machen sie wahrscheinlich durch Checos Merchandising und Red-Bull-Verkäufe und das Geld, das er bringt, wieder wett."
"Wo ist also der Nachteil?", so der ehemalige Formel-1-Pilot. Denn Red Bull sei sowieso "ein Team, das sich auf einen Fahrer konzentriert", erklärt er.
Gasly: Baku war mein bestes Rennen
Manchmal sind gute Leistungen für die Außenwelt nicht sichtbar. So ganz offensichtlich auch bei Pierre Gasly, der nicht etwa in Brasilien, wo er auf dem Podium stand, laut eigener Aussage seine beste Saisonleistung ablieferte.
Das sei in Baku gewesen, wo der Franzose Zwölfter wurde und "absolut niemand" gemerkt habe, dass er dort "wahrscheinlich mein bestes Rennen des Jahres" gefahren sei.
"Ich glaube nicht, dass irgendjemand eine bessere Runde hätte fahren können, so wie ich es dort 50 Runden hintereinander getan habe", so Gasly, der gesteht, dass es "frustrierend" sei, dass so etwas nicht immer gesehen werde.
"Es ist ziemlich schwer, darin Befriedigung zu finden", gesteht er. Denn obwohl es eine seiner besten Leistungen gewesen sei, sei das Endergebnis ohne einen einzigen Punkt natürlich enttäuschend gewesen.
Abschiedsgruß
Auch in Abu Dhabi werden wieder viele Fahrer mit einem Spezialhelm am Start sein. George Russell hat sich dabei ein ganz besonderes Motiv ausgesucht, das ein Abschiedsgruß an seinen Noch-Teamkollegen Lewis Hamilton ist.
In den sozialen Medien schreibt er dazu an den Rekordweltmeister: "Als 10-Jähriger habe ich auf ein Autogramm von dir gewartet, jetzt sind wir drei Jahre Teamkollegen gewesen. Es war mir eine Ehre, Kumpel!"
Sainz hofft auf Titel zum Abschied
Bei Ferrari ist die Situation etwas anders, weil die Scuderia in der Verfolgerrolle ist. Dementsprechend hat man weniger als McLaren zu verlieren. Trotzdem träumt man natürlich auch in Maranello noch vom Titel.
Carlos Sainz, der am Sonntag sein letztes Rennen für Ferrari fährt, erklärt: "Ich denke, das wäre die beste Art und Weise, mich von meinem Zuhause in den vergangenen vier Jahren zu verabschieden."
"Sich mit einem Konstrukteurstitel zu verabschieden, wäre meiner Meinung nach ein perfekter Abschluss, ein perfekter Abschied", so der Spanier, der aber weiß, dass das "schwierig" wird.
"Um diese 21 Punkte an einem Wochenende aufzuholen, ist Perfektion auf unserer Seite erforderlich und wahrscheinlich kein optimales Wochenende oder ein schlechtes Wochenende auf ihrer Seite [bei McLaren]", so Sainz.
Denn aus eigener Kraft kann Ferrari nicht mehr Weltmeister werden. Sogar bei einem Doppelsieg am Sonntag hätte McLaren den Titel noch immer selbst in der Hand.
Norris: Machen uns keinen Druck
Der McLaren-Pilot hat heute natürlich auch über die WM-Situation gesprochen. 21 Punkte liegt McLaren vor dem Finale vor Ferrari und Norris erklärt: "Es gibt eine Menge Druck von außen, aber ich denke, innerhalb des Teams ändert sich nicht viel."
"Wir standen die ganze Saison über unter Druck, gute Leistungen zu erbringen. Ich als Fahrer stand die ganze Saison über unter Druck, gute Leistungen zu erbringen, besonders in der zweiten Hälfte des Jahres", erinnert er.
Dieser Druck komme aber eben von außen, und es sei normal, dass jeder "etwas nervös" nach Abu Dhabi gereist sei. "Aber gleichzeitig sollte sich nichts ändern. Es muss sich nichts ändern", stellt Norris klar.
"Die Arbeit, die wir geleistet haben, ist sehr gut. Ich bin stolz auf das ganze Team, und wir machen einfach so weiter, wie wir es bisher getan haben", kündigt er an.
Was McLaren braucht, um an diesem Wochenende den Titel zu gewinnen, das erfahrt ihr hier!
Tsunoda: Habe es nicht selbst in der Hand
Der Japaner hofft bekanntlich darauf, 2025 das Perez-Cockpit bei Red Bull zu übernehmen. Auf Nachfrage, ob er das selbst in der Hand habe, antwortet er heute: "Das glaube ich nicht."
Was er meint: Entscheiden werden darüber natürlich die Red-Bull-Verantwortlichen. Er selbst erklärt daher auch, dass er dieses Wochenende nicht anders als die anderen zuvor angehen werde.
Er wolle einfach alles geben, denn es gehe für das Team ja auch noch um P6 in der WM. Aktuell sind die Racing Bulls Achter hinter Alpine und Haas. Auf diesem Kampf liege sein "Fokus".
Im Hinblick auf seine Zukunft erklärt er, er habe 2024 einen guten Job gemacht. Doch die Formel 1 sei eben auch politisch und er wisse nicht, wie sich die Verantwortlichen am Ende entscheiden werden.
Perez bleibt dabei: Fahre 2025 für Red Bull
Ist es nun sein letztes Wochenende oder nicht? Der Mexikaner selbst hat heute noch einmal betont: "Es hat sich nichts an dem geändert, was ich das ganze Jahr über gesagt habe."
"Ich habe einen Vertrag für das nächste Jahr und werde nächstes Jahr für Red Bull fahren", so Perez, der auch auf Nachfrage noch einmal betont, mehr habe er dazu nicht zu sagen.
Auch mit der Frage, was er nach seiner Zeit bei Red Bull machen werde, lässt er sich nicht aus der Reserve locken. "Ich habe das Gefühl, dass ich noch ein paar Jahre in diesem Sport auf diesem Niveau vor mir habe", antwortet er.
Die "Gerüchte" über sein Aus kenne er bereits aus den vergangenen Monaten. Sein voller "Fokus" liege auf der kommenden Saison. Ob er das selbst wirklich glaubt, das darf jeder für sich entscheiden.
Wolff: Horner hat eine Grenze überschritten
Eine spannende Randnotiz aus Russells Medienrunde: Der Brite tauchte dort nicht alleine auf, Toto Wolff war ebenfalls anwesend. Das ist sehr ungewöhnlich, denn eigentlich absolvieren die Fahrer ihre Termine am Donnerstag alleine.
Und der Mercedes-Teamchef hat die Chance genutzt, um ebenfalls auszuteilen - allerdings nicht gegen Verstappen. Stattdessen hat der Österreicher wieder einmal gegen Red-Bull-Teamchef Christian Horner geschossen.
Dieser hatte Russell in Katar ebenfalls kritisiert, und nun stellt Wolff klar: "Das ist eine Sache zwischen den Fahrern, George und Max, und ich will mich da nicht einmischen."
"Aber wenn der andere Teamchef George als hysterisch bezeichnet, dann überschreitet er für mich eine Grenze", betont er und ergänzt: "Wie kann er es wagen, sich über den Geisteszustand meines Fahrers zu äußern?"
Ordentlich Drama also noch einmal am Saisonende!
Russell: Masi hätte Angst um sein Leben
Wir bleiben eben bei Russells Medienrunde, denn dort gab es noch weitere interessante Aussagen. Zum Beispiel wurde er auch gefragt, ob Verstappen so fahre, weil man ihm bislang zu viel habe durchgehen lassen?
Russell erklärt, Verstappen fahre so, "weil ihm niemand die Stirn geboten hat. Lewis hat ihm 2021 die Stirn geboten, und Lewis hat diese Meisterschaft zu Unrecht verloren", betont der Mercedes-Pilot.
"Könnt ihr euch vorstellen, was passiert wäre, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären und Max diese Meisterschaft auf die Art und Weise verloren hätte, wie Lewis diese Meisterschaft verloren hat? [Michael] Masi würde um sein Leben fürchten", glaubt Russell.
Letztendlich schade sich Verstappen mit seinen Aktionen aber häufig selbst, so der Brite.
Russell: Verstappen wollte wirklich crashen
Der Brite wurde in seiner Medienrunde eben natürlich noch ein weiteres Mal auf seinen Ärger mit Verstappen angesprochen. Dort wurde er unter anderem gefragt, ob er glaubt, dass Verstappen in Katar wirklich bewusst crashen wollte?
"Ich kenne Max schon lange, und ich weiß, wozu er fähig ist", sagt der Mercedes-Pilot und ergänzt, er wisse, dass der Niederländer das zwar "in der Hitze des Gefechts" gesagt habe.
"Aber als ich ihn am nächsten Tag bei der Fahrerparade sah, als Checo da war, als Carlos da war, und wir ein bisschen herumgealbert haben, habe ich in seinen Augen gesehen, dass er es ernst meint", so Russell.
Bottas: Noch nicht mein letzter Grand Prix
Wir haben ja vorhin schon darüber gesprochen, dass der Finne am Sonntag sein letztes Rennen für Sauber fährt. Er selbst geht aber nicht unbedingt davon aus, dass es auch sein letzter Grand Prix überhaupt sein wird.
"Ich glaube immer noch nicht, dass es garantiert mein letztes Rennen ist, das ist mein Gefühl", verrät er und erklärt, dass er auch keine Eile habe, seine Zukunft für 2025 zu fixieren.
"Ich möchte alle Möglichkeiten sehen, die es gibt", so Bottas, der ja vermutlich als Ersatzpilot wieder bei Mercedes anheuern wird. Das soll aber erst nach dem Saisonfinale geklärt werden.
"Die letzten drei Wochen waren für alle sehr anstrengend, so dass es nächste Woche leichter werden wird", erklärt er.
Norris: So anstrengend ist es gar nicht
Zum ersten Mal absolvieren die Formel-1-Piloten an diesem Wochenende einen 24. Grand Prix in einem Jahr. So lang war eine Saison bisher noch nie. Zu anstrengend ist es laut Lando Norris aber nicht.
"Für uns als Fahrer ist es nicht hart. Wenn die Fahrer sagen, dass es hart ist, lügen sie. Es ist einfach Unsinn", betont der McLaren-Pilot und erinnert: "Wir leben ein tolles Leben. Wir verdienen eine Menge Geld."
Leidtragende seien andere. "Die Mechaniker, die Ingenieure, sie sind diejenigen, die später reisen, die schlechtere Flüge haben, die viel mehr Arbeitstage haben als wir Fahrer", erklärt Norris.
"Wenn sich also das nächste Mal ein Fahrer beschwert, sagt ihm, er soll den Mund halten", grinst er.
Doohan: Am Sonntag von Einsatz erfahren
Der neue Alpine-Pilot verrät, dass er selbst erst am Sonntagabend erfahren habe, dass er an diesem Wochenende im Auto sitzen werde. Ursprünglich sei nur geplant gewesen, dass er das erste Training fahren soll.
Er verrät: "Während ich in FT1 nervös gewesen wäre, so ist es jetzt, wo ich das ganze Rennwochenende fahre, weniger, denn ich weiß jetzt, dass ich mehr Zeit habe, um es Schritt für Schritt anzugehen."
Er sei "aufgeregt", sagt Doohan und betont: "Es ist eine großartige Gelegenheit, einfach mal alles durchzugehen." Das Rennen an diesem Wochenende sei also ein guter Testlauf für 2025.
Norris: Habe die gelbe Flagge nicht gesehen
Der McLaren-Pilot hat in seiner Medienrunde noch einmal über die Stop-and-Go-Strafe am vergangenen Sonntag gesprochen und erklärt, dass er diese "akzeptieren" müsse, weil so eben die Regeln seien.
"Ich verstehe, warum es dafür eine so hohe Strafe gibt", sagt er zwar, betont aber auch: "Es waren keine Menschen in Gefahr." Und wenn die Situation wirklich so gefährlich gewesen sei, hätte es mindestens ein Safety-Car geben sollen.
Er erinnert: "Eine doppelte gelbe Flagge bedeutet: 'Sei bereit, anzuhalten.' Niemand ist bereit anzuhalten, wenn man mit 300 km/h unterwegs ist, kein einziger Fahrer in der Startaufstellung."
Die anderen Fahrer gingen aber zumindest ein bisschen vom Gas. "Ich habe die gelbe Flagge nicht gesehen, bekam die Strafe und habe dafür bezahlt", zuckt Norris die Schultern. So seien eben die Regeln.
Russell: Verstappen kann nicht verlieren
Der Brite erinnert auch noch einmal an vergangene Zwischenfälle mit Verstappen. "2021 in Dschidda und Brasilien rastet er aus. In Budapest in diesem Jahr, das allererste Rennen, in dem das Auto nicht dominant ist, kracht er in Lewis und geht auf sein Team los", so Russell.
"Ich bewundere seine Kämpfe auf der Strecke, und wenn er hart und aggressiv ist", stellt der Mercedes-Pilot zwar klar, "aber was wir am Ende der Saison 2021 gesehen haben, oder was wir in Mexiko mit Lando [Norris] gesehen haben, das waren keine harten, aggressiven Manöver."
"Da ging es um alles oder nichts", betont Russell und erklärt, Verstappen sei bereit gewesen, einen anderen Fahrer aus dem Rennen zu nehmen. "Ich glaube nicht, dass das die Art ist, wie wir Rennen fahren sollten", so der Brite.
Russell: Verstappen glaubt, er steht "über dem Gesetz"
Die Aussagen von Verstappen haben wir gerade schon gehört, nun hat auch Russell noch einmal nachgelegt gegen den Weltmeister. Denn seiner Meinung nach ist es Verstappen, der sein Verhalten überdenken sollte.
Russell betont: "Ich finde das alles ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, dass er am Samstagabend gesagt hat, dass er absichtlich mit mir crashen und, Zitat, 'mich mit dem Kopf in die Wand drücken' wird."
"Die Integrität einer Person in Frage zu stellen, während man am Tag zuvor noch solche Bemerkungen gemacht hat, finde ich sehr ironisch, und ich werde nicht hier sitzen und das akzeptieren", so Russell.
"Die Leute werden seit Jahren von Max schikaniert, und man kann seine Fahrkünste nicht in Frage stellen. Aber er kann nicht mit Widrigkeiten umgehen, wenn etwas gegen ihn läuft", so der Brite.
"Diese Kommentare am Samstagabend und am Sonntag waren völlig respektlos und unnötig", findet er und erklärt, dass Dinge, die auf der Strecke oder bei den Stewards passieren, "nie persönlich" seien.
Doch jetzt habe es Verstappen seiner Meinung nach übertrieben. "Wir haben einen Mann, der an der Spitze dieses Sports steht und meint, er stehe über dem Gesetz. Ich denke nicht, dass das richtig ist", so Russell.
Alonso: Hatte fast nie das beste Auto
Der Spanier wurde in seiner Medienrunde gefragt, wie schwierig es sei, in einem Jahr wie diesem immer motiviert zu bleiben? Er stellt jedoch klar, dass das gar nicht so schwer gewesen sei.
"Es war nicht schwer, die Motivation aufrechtzuerhalten, denn alle zwei Wochen hat man die Chance, etwas besser zu sein als am vorherigen Wochenende", erklärt der Spanier.
Zudem betont er: "In gewisser Weise bin ich es gewohnt, nicht das beste Auto zu haben. Ich denke, dass ich in 25 Jahren Rennsport nur einmal in der WEC bei Toyota das beste Auto hatte."
Daher sei es auch in diesem Jahr kein Problem gewesen.
Feierabend
Und damit endet die heutige PK auch. Ein paar gute Aussagen von Verstappen waren dabei, ansonsten eben viel Rückblick. Über das sportliche Geschehen an diesem Wochenende wurde eher weniger gesprochen.
Hier im Ticker geht es gleich weiter mit Aussagen aus den weiteren Medienrunden heute.
Viel Rückblick
Keine große Überraschung: Viele Fragen in der heutigen PK drehen sich um einen Rückblick auf die Saison. Denn dieses Wochenende ist für einige Journalisten die letzte Chance, in diesem Jahr noch einmal mit den Fahrern zu sprechen.
Ebenfalls wenig überraschend: Die meisten Fragen gehen an Verstappen. Colapinto und Hülkenberg sind heute nur bessere Statisten.
Verstappen: Nehme nichts zurück
Der Weltmeister wird jetzt gefragt, ob er bereue, was er am vergangenen Wochenende über Russell gesagt habe? "Nein, überhaupt nicht. Ich meine alles, was ich gesagt habe", stellt er klar.
Er habe so etwas wie bei den Stewards in Katar noch nicht erlebt. Das Verhalten von Russell sei einfach "inakzeptabel" gewesen.
Verstappen: Kann nicht für Perez antworten
Jetzt geht es um die Situation von Sergio Perez. Verstappen erklärt, er könne nicht für seinen Teamkollegen sprechen, aber es sei klar, dass aktuell Kleinigkeiten einen großen Unterschied ausmachen können, weil das Feld so eng zusammen sei.
Ansonsten betont er, dass der Mexikaner immer "ein großartiger Teamplayer" gewesen sei. Er habe immer gerne mit ihm gearbeitet, auch an den schwierigeren Wochenenden.
Klingt fast schon wie ein kleiner Abschiedsgruß.
Verstappen von Strafe überrascht
Schon spannender: Der Niederländer spricht jetzt über seine Strafe nach dem Qualifying in Katar. Er erklärt, er habe eigentlich nur "nett" sein und Platz für andere Autos machen wollen.
Er sei daher überrascht gewesen, plötzlich zu den Stewards gerufen zu werden. "Ich habe keine Ahnung, wie sie zu dieser Entscheidung gekommen sind", zuckt er die Schultern.
Auch Hülkenberg erklärt auf Nachfrage übrigens, er könne die Strafe für Verstappen am vergangenen Wochenende nicht nachvollziehen.
Verstappen: Habe das doch schon erzählt
Teil zwei läuft und Max Verstappen wird von Moderator Tom Clarkson gefragt, wie sein vierter WM-Titel sich im Vergleich zu seinen drei davor anfühle?
Der Niederländer erinnert aber daran, dass er diese Frage bereits in Las Vegas beantwortet habe. Er habe sogar extra eine eigene Weltmeister-PK dort bekommen.
Clarkson setzt trotzdem noch einmal zu der Frage an, wird dann aber von Verstappen abgebügelt. Wen es interessiere, der könne sich ja die Vegas-PK noch einmal anschauen.
Damit spricht Verstappen vielen Beobachtern aus der Seele. Denn leider sind die Formel-1-PKs an einem Donnerstag häufig nur eine Wiederholung dessen, was sowieso schon einmal gesagt wurde.
Schön, dass es ein Fahrer mal so offen anspricht.
Hamilton: Denke noch nicht an Ferrari
Der Rekordweltmeister spricht in der PK noch ein bisschen mehr über seinen bevorstehenden Wechsel. Er stellt aber klar, dass er noch nicht über irgendwelche Ziele 2025 nachdenke.
Er werde seine neue Aufgabe aber mit dem gleichen "Fokus" angehen wie damals, als er zu Mercedes gekommen sei.
Ansonsten dümpeln die letzten Minuten der PK so ein bisschen vor sich hin und damit endet der erste Teil dann auch.
Piastri: Müssen auf Traditionsstrecken aufpassen
Jetzt geht es um Zandvoort, das nach 2026 aus dem Kalender verschwinden wird. Piastri erklärt in diesem Zusammenhang, dass man "aufpassen" müsse, nicht alle Traditionsstrecken im Kalender zu verlieren.
Hamilton stimmt zu und erklärt, dass es "schade" sei, Zandvoort zu verlieren, weil die Fans das Rennen zu einem großartigen Event machen würden. Das sei leider nicht überall so.
Mercedes-Abschied "emotionaler"
Der Rekordweltmeister wird gefragt, wie sich der Abschied an diesem Wochenende von seinem damaligen Abschied von McLaren unterscheide? Er erklärt, dass er sich nicht mehr richtig daran erinnere, wie das 2012 gewesen sei.
Er ist sich aber sicher, dass dieser Abschied "emotionaler" ist, weil er einfach so viele Jahre beim Team gewesen sei. Am liebsten erinnert er sich dabei natürlich an die gemeinsamen Erfolge zurück.
Piastri zieht positives Fazit
Der Australier spricht ebenfalls über die WM und erklärt, dass man bei McLaren zuversichtlich sei, den Titel am Sonntag zu gewinnen. Davon abgesehen redet er auch über seine persönliche Entwicklung.
Und da erklärt er, dass er 2024 gute Fortschritte gemacht habe, gleichzeitig aber noch immer Luft nach oben habe, denn er sei nicht mit allen Rennen in diesem Jahr zufrieden gewesen.
Hamilton mit Verspätung
Der Rekordweltmeister kommt eine Minute zu spät zur PK. Viel verpasst hat er aber nicht, denn Carlos Sainz spricht zu Beginn erst einmal ein bisschen über sein letztes Ferrari-Rennen und die Situation in der WM.
Sind aber nur Erkenntnisse aus der Kategorie dabei, dass es zwischen allen Spitzenteams aktuell sehr eng zugehe. Nichts Neues also.
Pressekonferenz
Damit legen wir unseren Fokus jetzt erst einmal auf die PK der Fahrer, die in wenigen Minuten in Abu Dhabi beginnt. Folgende Teilnehmer sind heute mit dabei:
11:30 Uhr (MEZ):
Carlos Sainz (Ferrari)
Oscar Piastri (McLaren)
Lewis Hamilton (Mercedes)
12:00 Uhr:
Nico Hülkenberg (Haas)
Max Verstappen (Red Bull)
Franco Colapinto (Williams)
Die wichtigsten Aussagen (sofern die Übertragung dieses Mal funktioniert) gibt es dann hier im Ticker.
Warum Magnussen nicht IndyCar fahren wollte
Den Dänen zieht es also (zurück) in den Langstreckensport und er hat in seiner heutigen Medienrunde auch verraten, warum die IndyCar-Serie für ihn zum Beispiel weniger attraktiv war.
Er verrät: "Ich habe mit IndyCar-Teams gesprochen, und ich denke, nach so vielen Jahren in der Formel 1 ist die IndyCar aus der Sicht eines Fahrers äußerst attraktiv. Der Wettbewerb dort ist fantastisch."
"Aber ich denke, mit meiner Familie in die USA zu ziehen und all das, war einfach nicht praktikabel", so der Vater von zwei Töchtern. Eine Ersatzfahrerrolle in der Formel 1 war für ihn derweil aus anderen Gründen nicht interessant.
"Ich hatte nie vor, Reservefahrer zu werden. Ich habe mit Ayao [Komatsu] gesprochen und wir haben uns darauf geeinigt, dass er natürlich meine Nummer hat, damit er mich jederzeit anrufen kann", verrät er.
Ein klassischer Reservefahrer, der nur darauf warte, dass einer der Stammpiloten ausfalle, wolle er aber nicht sein.
Freitagsfahrer
Mehrere Piloten haben in Abu Dhabi ein verkürztes Wochenende, denn gleich sechs Freitagsfahrer werden morgen in FT1 im Einsatz sein. Wir dürfen uns also auf einige neue Gesichter freuen. Hier die komplette Liste:
Luke Browning (Williams)
Felipe Drugovich (Aston Martin)
Ryo Hirakawa (McLaren)
Isack Hadjar (Red Bull)
Ayumu Iwasa (Racing Bulls)
Arthur Leclerc (Ferrari)
Wer dafür jeweils aussetzen muss, das erfahrt ihr hier!
Heute vor drei Jahren ...
... fuhr die Formel 1 zum ersten Mal in Saudi-Arabien. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir hat sich der Grand Prix in Dschidda 2021 vermutlich für immer ins Gehirn eingebrannt.
Oder wie unser Chefredakteur Christian Nimmervoll damals im Rennbericht schrieb: "Der erste Grand Prix von Saudi-Arabien wird als eines der verrücktesten Rennen aller Zeiten in die Geschichte der Formel 1 eingehen."
Besser kann man es nicht zusammenfassen. Und weil ein Rückblick auf das Rennen den Rahmen des Tickers komplett sprengen würde, verweise ich stattdessen hier noch einmal auf unseren damaligen Rennbericht!
Foto: Motorsport Images
Komatsu: Kein Ahnung, was bei Alpine passiert
Der Haas-Teamchef kündigte bereits vor einigen Wochen an, dass Esteban Ocon in Abu Dhabi für seinen Rennstall testen werde. Doch offenbar bekam der Franzose die Freigabe für den Test von Alpine nur, weil er Jack Doohan an diesem Wochenende sein Cockpit überlässt.
Davon wusste Komatsu allerdings nichts. Der Japaner berichtet: "Ich habe mit Ollie [Oakes] in einer der Sitzungen der Formel-1-Kommission gesprochen." Da habe der Alpine-Teamchef ihm gesagt, dass der Ocon-Test in Abu Dhabi "kein Problem" sei.
"Ocon kann für euch das Auto fahren", habe Oakes damals gesagt. "Ollie hat mir sein Wort gegeben, und das war gut genug", betont Komatsu. Was danach intern noch bei Alpine passiert sei, das wisse er nicht.
"Was auch immer bei Alpine passiert, es hat nichts mit mir zu tun", so der Haas-Teamchef.
Von: Ruben Zimmermann