"Ein anderer Kimi": Experten sehen Durchbruch bei Antonelli
Kimi Antonelli holt in Suzuka seine zweite Pole in Folge - Nach dem Sieg in China scheint beim Mercedes-Rookie der Knoten geplatzt
Andrea Kimi Antonelli bejubelt seine zweite Poleposition in Folge
Foto: LAT Images
Mit der Poleposition beim Großen Preis von Japan 2026 hat Andrea Kimi Antonelli das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg in China legte der Mercedes-Pilot direkt nach und sicherte sich bereits die zweite Pole in Folge - ein klares Signal im Titelkampf.
Innerhalb weniger Wochen hat sich das Bild um den 19-Jährigen deutlich verändert. Vom hochtalentierten Rookie entwickelt sich Antonelli zunehmend zu einem ernsthaften Faktor an der Spitze - und genau das bleibt im Fahrerlager nicht unbemerkt.
"Ein anderer Kimi"
Vor allem die Konstanz des Italieners sorgt für Eindruck. Ex-Formel-1-Pilot Karun Chandhok stellte bereits im Training fest, dass Antonelli die Oberhand hatte. Noch deutlicher wurde Jenson Button, der eine klare Entwicklung erkennt.
"Wir sehen an diesem Wochenende einen anderen Kimi", erklärt der Weltmeister von 2009. "Er war schon immer schnell, aber jetzt ist auch die Konstanz da."
Besonders auffällig: Antonelli fährt kontrollierter. "Er überfährt das Auto nicht mehr", so Button. "Die Art, wie er sich durch das Qualifying gearbeitet hat, war wirklich beeindruckend."
Glock: "Der Knoten ist geplatzt"
Auch aus deutscher Sicht gibt es Lob. Timo Glock sieht im China-Sieg einen klaren Wendepunkt in Antonellis Entwicklung. "Das sieht man oft: Wenn der erste Sieg da ist, platzt der Knoten", erklärt Glock. "Er wirkt extrem wohl im Auto und kann jetzt das Maximum abrufen."
Besonders bemerkenswert sei, wie fehlerfrei Antonelli im entscheidenden Moment agiert. "Er bringt die Leistung jetzt konstant auf den Punkt", so Glock - eine Fähigkeit, die gerade im Qualifying den Unterschied macht.
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff hebt vor allem die mentale Entwicklung seines Schützlings hervor. "Er ist unglaublich ruhig", sagt der Mercedes-Boss. "Er setzt sich nicht selbst unter Druck."
Diese Gelassenheit zeigt sich auch im Qualifying: Antonelli setzte zunächst eine sichere Runde, bevor er im entscheidenden Versuch noch einmal nachlegte - auch wenn dieser nicht perfekt war. "Das war eine sehr gute Runde", so Wolff. "Und insgesamt ist es einfach schön zu sehen, wie er sich entwickelt."
Antonelli selbst bleibt fokussiert
Der Polesetter selbst zeigt sich zufrieden, bleibt aber gewohnt sachlich. "Ich bin super glücklich mit der Session", so Antonelli. "Es war sauber, und ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt."
Von Run zu Run habe er sich gesteigert. "Ich wurde immer schneller", erklärt er. Nur ein kleiner Fehler verhinderte eine noch bessere Runde: "In Kurve 11 habe ich mich verbremst." Trotzdem stimmt die Richtung. "Ich bin sehr zufrieden und konzentriere mich jetzt auf morgen", so der Italiener.
Titelkampf? Eine letzte Hürde bleibt
Trotz aller Euphorie gibt es auch mahnende Stimmen. Alex Brundle sieht Antonelli zwar klar auf Augenhöhe mit George Russell, erkennt aber noch Verbesserungspotenzial. "Er hat die Pace, um um den Titel zu kämpfen", sagt Brundle. "Aber er muss diese kleinen Momente abstellen, in denen er kurz die Kontrolle verliert."
Genau diese Details könnten im engen Duell mit seinem erfahrenen Teamkollegen den Unterschied machen. Denn während Antonelli mit Speed und Selbstvertrauen überzeugt, bringt Russell die Konstanz über eine komplette Saison mit.
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