Experte: Problem von George Russell eher psychologisch als mathematisch
Martin Brundle erklärt, dass der Rückstand von George Russell in der Fahrer-WM noch unproblematisch sei - Dennoch brauche er psychologisch gesehen einen Erfolg
George Russell gewann seit dem Auftakt in Australien kein Rennen mehr
Foto: LAT Images
Nachdem Kimi Antonelli in Miami bereits seinen dritten Grand-Prix-Sieg in Serie holte, liegt George Russell in der Formel-1-Fahrer-Weltmeisterschaft schon 20 Punkte hinter seinem Mercedes-Teamkollegen. Umgerechnet ist das fast bereits ein ganzer Rennsieg.
Laut Experte Martin Brundle muss sich Russell angesichts dieser Zahlen aber noch keine Sorgen machen. "Es liegt noch ein langer Weg vor uns. In dieser Meisterschaft gibt es noch 482 Punkte zu holen", erklärt der ehemalige Formel-1-Fahrer gegenüber Sky.
Er denke daher nicht, "dass der Punkterückstand für George Russell ein so großes Problem darstellt. Zum Beispiel hatte Lando Norris vergangenes Jahr in Kanada einen ungeschickten Unfall mit seinem Teamkollegen Oscar Piastri bei McLaren", erinnert er.
Nach dem Crash in Montreal lag Norris in der WM bereits 22 Punkte hinter Piastri, nach einem weiteren Ausfall später im Jahr in Zandvoort betrug sein Rückstand sogar 34 Zähler. Trotzdem wurde der Brite am Ende der Saison Weltmeister.
Rein rechnerisch müsse sich Russell daher noch keine Sorgen machen, so Brundle, der dennoch betont: "George muss Antonelli einen Dämpfer verpassen und ein paar Punkte auf ihn gutmachen. Aber ich glaube, das ist eher eine psychologische als eine mathematische Frage."
Denn nach zuletzt drei Antonelli-Siegen in Folge braucht Russell, der eigentlich als WM-Favorit in die Saison gestartet war, dringend wieder ein Erfolgserlebnis. Der Italiener sei zuletzt "beeindruckend" gewesen, lobt Brundle und erklärt: "In Miami hat er auch unter Druck einen kühlen Kopf bewahrt."
Russell dagegen habe in Miami zu kämpfen gehabt, sei aber in Kanada traditionell "sehr stark", erinnert der Experte. 2025 siegte Russell in Montreal. Brundle geht daher davon aus, dass Antonelli am Wochenende "einen härteren Kampf vor sich hat" als zuletzt in Florida.
Gleichzeitig erhöht das allerdings auch den Druck auf Russell. Denn sollte Antonelli auch auf seiner "Paradestrecke" in Kanada wieder vor ihm landen, würde das dem Teenager einen weiteren psychologischen Vorteil verschaffen.
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