Toto Wolff: Mercedes ist im F1-Titelkampf 2017 der Außenseiter
Mercedes-Sportchef Toto Wolff sieht sein Team im Kampf um den Formel-1-Titel 2017 nach den ersten 6 Saisonrennen als Außenseiter.
Der aktuelle Champion liegt vor dem Grand Prix von Kanada am kommenden Wochenende in der Herstellerwertung 17 Punkte hinter Ferrari. Die Scuderia feierte in den bisherigen 6 Saisonrennen 3 Siege, Mercedes ebenfalls 3.
Während Lewis Hamilton und Valtteri Bottas zusätzlich nur 2 Mal als 2. und 2 Mal als 3. auf dem Podium standen, haben Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen neben den Siegen auch 4 2. Plätze und 1 3. Platz zu Buche stehen.
In der Saison 2016 führte Mercedes die Meisterschaft zu diesem Zeitpunkt der Saison mit 67 Zählern an.
In der Fahrerwertung liegt Vettel 25 Punkte von Hamilton und der Mercedes-Vorstandsvorsitzende Niki Lauda ist sogar bereits soweit gegangen zu sagen, dass sein Team ohne mindestens einen Ausfall von Ferrari keine Chance auf den Titel mehr habe.
"Mir gefällt der Gedanke des Außenseiters, denn der Außenseiter ist der, den die Leute siegen sehen wollen", sagte Toto Wolff gegenüber Motorsport.com.
"Ich finde, wir sind seit Saisonbeginn die Außenseiter. Wir waren in und außerhalb des Reifenfensters, wir hatten im Laufe eines Wochenendes nie 2 Fahrer oder 2 Autos in diesem Fenster."
"Wir haben in Sochi die außergewöhnliche Leistung von Valtteri gesehen, die wir mit Lewis' Auto nicht kopieren konnten. In Barcelona haben wir eine außergewöhnliche Leistung von Lewis gesehen, und diese Unbeständigkeit verfolgt uns durch die Saison."
"Auf der anderen Seite stellte Ferrari in Barcelona das Auto auf die Strecke und war von Anfang an schnell. Ja, wir sind die Außenseiter. Wir müssen aufholen und das ist im Moment die Realität."
Den Vorteil, den das Team in den vergangenen Jahren hatte, hat Mercedes 2017 eingebüßt, dafür hat es ein großes, neues Problem: Die Reifen zum arbeiten zu bekommen, besonders den Ultrasoft.
Ferrari hat mit dem SF70H hingegen ein Auto, das offenbar einen weiteren Arbeitsbereich hat und konnte bisher insbesondere auf den langsameren Strecken davon profitieren.
Dabei war Mercedes – neben Ferrari und Red Bull Racing – im vergangen Jahr eines der Teams, das die 2017er Pirelli-Reifen mit umgebauten Autos getestet hat.
"Ich weiß nicht, ob das ein Vorteil war oder nicht", sagte Wolff. "Die Art, wie das Chassis mit den Reifen interagiert, ist sehr komplex. Da gibt es Dutzende Faktoren, die interagieren und Leistung bringen oder nicht."
"Es geht nicht darum, Entschuldigungen zu suchen, denn andere können Leistung aus den Reifen holen und wir nicht. Wir haben es bei unseren Konkurrenten wie Red Bull Racing gesehen, sie waren weit außerhalb des Fensters, eineinhalb Sekunden hinter der Pace."
"Im Rennen war ihre Leistung dann gut. Das ist ein Problem, das alle außer Ferrari zu haben scheinen. Ihnen gebührt Anerkennung. Sie haben eine solides Auto, das mit den Reifen umgehen kann."
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