Formel-1-Technik: Das einzigartige Diffusor-Design von Mercedes
Mercedes brachte in Kanada einen neuen Diffusor ans Auto, der eine gezackte obere Kante und einen Strömungsabweiser im Bereich der Wasserfall-Struktur aufweist
Der neue Diffusor des Mercedes W17
Foto: Sam Bloxham / LAT Images via Getty Images
In Kanada stellte Mercedes ein umfangreiches Paket technischer Updates für den W17 vor. Neben den Arbeiten an der Front und am zentralen Bereich des Fahrzeugs tauchten am Heck neue Lösungen auf, die in diesem technischen Zyklus bislang nicht zu sehen waren.
So wurde der Frontflügel bei grundsätzlich ähnlicher Designphilosophie nahezu vollständig überarbeitet, wobei Anpassungen in verschiedenen Bereichen vorgenommen wurden. Auch den Bargeboards und dem Unterboden wurde große Aufmerksamkeit gewidmet.
Der Bereich vor den Hinterreifen ist nun deutlich komplexer gestaltet, was besonders relevant ist, da es sich um eine sensible Zone handelt, in der Ingenieure versuchen, die schädlichen aerodynamischen Effekte der Reifenrotation zu minimieren.
Blickt man etwas weiter nach hinten, wird im Bereich des Diffusors ein weiteres neues Merkmal des W17 sichtbar, bei dem die Ingenieure aus Brackley eine Lösung gewählt haben, die sich vom Ansatz des restlichen Feldes unterscheidet.
Seit den ersten Vorsaisontests versuchen die Teams, Wege zu finden, den Diffusor zu verlängern, indem sie Erweiterungen direkt an der hinteren Crashstruktur anbringen.
In einigen Fällen wurden diese Erweiterungen sogar mit der horizontalen Strebe kombiniert, die den Heckflügel trägt, um die Wirkung des Diffusors innerhalb des Reglements maximal auszureizen.
Zusätzlich zum vertikalen Element entlang der hinteren Crashstruktur, das bereits seit einiger Zeit vorhanden ist, zeigt ein genauer Blick auf den W17 in der Montreal-Spezifikation, dass nun gezackte Profile entlang des oberen Diffusorbereichs hinzugekommen sind.
Dies erinnert teilweise an die gezackten Elemente, die einige Teams auf der transparenten Scheibe vor dem Cockpit des Fahrers einsetzen.

Ein weiterer Blick auf den neuen Diffusor am Mercedes
Foto: Alessio Morgese / NurPhoto via Getty Images
Mercedes hat sich somit für einen anderen Ansatz zur Verlängerung des Diffusors entschieden und deckt dabei mehr als die Hälfte seiner Breite ab. Bislang war diese Lösung bei keinem anderen Auto zu sehen.
Das ist jedoch nicht das einzige interessante Detail. Im Bereich der Wasserfall-Profile neben dem Diffusor ist zudem ein kleiner, nach außen gerichteter Strömungsabweiser hinzugekommen (in der Abbildung oben in Gelb markiert), der darauf ausgelegt ist, die Strömungsführung der aus dem Unterboden austretenden Luft zu feintunen.
Viele Teams haben versucht, den äußersten Bereich des Diffusors zu modifizieren, genau dort, wo er in die seitliche Wasserfall-Struktur übergeht, wobei Ferrari im unteren Bereich eigene Lösungen erprobt hat.
Mercedes hingegen ist einen anderen Weg gegangen und hat am oberen Bereich gearbeitet, indem dort ein kleiner Deflektor am obersten Element der Wasserfall-Struktur angebracht wurde, um die Strömung zu bereinigen. Auch diese Lösung war zuvor bei keinem anderen Auto zu sehen.
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