Kostenexplosion in der Formel 1: Teamchef warnt vor 2027
Ayao Komatsu warnt davor, die Kosten in den kommenden Jahren zu sehr in die Höhe schießen zu lassen
Ayao Komatsu spricht sich gegen eine Erhöhung der Budgetobergrenze aus
Foto: LAT Images
Laut Haas-Teamchef Ayao Komatsu dürfen kommende Regeländerungen in der Formel 1 nicht zu Kostenexplosionen führen. Dabei spielt der Ingenieur explizit auf Anpassungen der Power-Unit für 2027 an.
"Ich würde mir wünschen, dass die FIA und das Management der Formel 1 den Teams beim Thema Kosten Beachtung schenken", so seine Worte. "Dieses Motorenreglement ist schon äußerst teuer."
2027 möchte man sich nach den bisherigen Problemen zu einem 60-40-Split zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Komponente bewegen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind seitens der Teams womöglich große Umbaumaßnahmen nötig. Derzeit möchte man den Benzinfluss erhöhen, das Energielimit senken und die Batterien vergrößern.
Die Folge wären komplett neue Tanks und aufwändige Chassisänderungen. Deshalb wird sogar über die Möglichkeit diskutiert, die aktuelle Budgetobergrenze für ein Jahr anzuheben. Eine Idee, von der Komatsu wenig hält:
"Ich möchte die Budgetobergrenze nicht anheben", erklärt der Haas-Teamchef. "Die Budgetobergrenze ist dieses Jahr schon viel höher. Und wenn du wieder einen Grund findest, die Grenze um zwei Millionen oder weitere fünf Millionen anzuheben, dann ist es keine Budgetobergrenze mehr."
Während die Grenze 2025 noch bei 135 Millionen US-Dollar lag, liegt der Wert in dieser Saison bei 215 Millionen US-Dollar.
"Wenn das die Teams weitere fünf Millionen, zehn Millionen kostet, dann ist das für uns nicht die richtige Richtung", erläutert Komatsu. "Aus der Sicht des Teams müssen wir die Dinge vereinfachen und in allen Bereichen die Kosten senken."
Inzwischen ist Haas finanziell deutlich besser aufgestellt als noch vor wenigen Jahren. Einst hatte Teambesitzer Gene Haas versucht, mit so wenig finanziellem Einsatz wie möglich in der Formel 1 zu fahren. Dennoch möchte man beim Ferrari-Kunden kein Geld verschwenden.
Auf die Frage, ob eine Verbesserung des Racings 2027 möglich ist, obwohl die Autos bereits entwickelt werden, antwortet Komatsu: "Das kommt auf die Tragweite der Änderungen an."
"Wenn wir herausfinden, welche Parameter nicht das komplette Motorenreglement über Bord werfen, beispielsweise keine fundamentalen Änderungen am Design oder keine Anpassung der Batteriegröße, dann ist es möglich."
"Das versuchen wir ja schon dieses Jahr, nicht wahr? Mit den Regelanpassungen für Miami wollten wir einen Weg finden, mit dem diejenigen, die für dieses Jahr einen guten Job gemacht haben, nicht bestraft werden."
"Wir schauen auf Sicherheitsthemen, Geschwindigkeitsunterschiede oder Teile des Reglements, die verhindern, dass Fahrer im Qualifying ans Limit gehen können."
In der Konstrukteurs-WM liegt Haas auf dem siebten Platz, zwei Punkte hinter Racing Bulls und 16 Punkte hinter Alpine.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.