McLaren & Honda: Projekt scheiterte an zu viel gegenseitigem Respekt

Nach Einschätzung von Honda-Formel-1-Chef Masashi Yamamoto scheiterte die Zusammenarbeit mit McLaren auch an einem Mangel an Kommunikation

McLaren & Honda: Projekt scheiterte an zu viel gegenseitigem Respekt
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Als Honda zur Saison 2015 als Motorenhersteller in die Formel 1 zurückkehrte und mit McLaren zusammenspannte, hofften alle Beteiligten auf eine Wiederbelebung der erfolgreichen Ära Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre, als McLaren-Honda fünfmal in Folge den Weltmeister stellte. Doch die zweite Auflage der Traumehe endete für beide Parteien im Desaster.

Schuld daran war nach Ansicht von Masashi Yamamoto, Leiter des Formel-1-Programms von Honda, eine Kultur, in der Fehler nicht immer offen angesprochen wurden. "Wenn ich an die McLaren-Tage zurückdenke, haben wir eine Menge daraus gelernt. Aber ich denke, der gegenseitige Respekt war zu groß", sagt der Japaner. "Deshalb gab es vielleicht einen kleinen Mangel an Kommunikation."

Und so entwickelte das Projekt eine ungesunde Eigendynamik. Der anfangs weder leistungsstarke noch zuverlässige Honda-Antrieb sorgte bei allen Beteiligten für Frustration. Die gipfelte im mittlerweile legendären "GP2-Motor"-Funkspruch von Fernando Alonso ausgerechnet beim Heimrennen von Honda in Suzuka, der für die stolzen Japaner einer öffentlichen Demütigung gleich kam.

"Es war schade, dass das Projekt nicht gut gelaufen ist", blickt Yamamoto auf die McLaren-Jahre zurück. Ende 2017 trennten sich beide Partner. Honda wechselte zuerst zu Toro Rosso und 2019 auch zu Red Bull. Dort gelang den Japanern der Durchbruch, der im Titelgewinn von Max Verstappen in der Saison 2021 mündete.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Honda allerdings schon entschieden, das Formel-1-Programm nach der Saison 2021 wieder zu beenden. An dieser Entscheidung änderten auch die sportlichen Erfolge nichts. "Obwohl wir dieses Jahr gute Ergebnisse erzielten, hatten wir nie eine Diskussion darüber, hier zu bleiben", bekräftigt Yamamoto.

Honda wird Red Bull zwar auch künftig beim Motor unterstützen, doch Yamamoto sagt, dass die Entwicklung "vollständig von Red Bull kontrolliert wird, in Übereinstimmung mit den Wünschen von Red Bull."

Auf die Frage, was in den sechs Jahren des Formel-1-Projekts von Honda für ihn persönlich der schönste Moment gewesen sei, antwortet Yamamoto: "Der Australien-Grand-Prix 2019, das erste Podium mit Red Bull. Und natürlich Österreich 2019, der erste Sieg mit Red Bull."

Mit Bildmaterial von LAT.

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