Miami: Bürgermeister lobt starke finanzielle Unterstützung für F1

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Miami: Bürgermeister lobt starke finanzielle Unterstützung für F1
Mario Fritzsche
Autor: Mario Fritzsche , Redakteur
11.05.2018, 12:34

Nach dem positiven Votum des Stadtrats für ein mögliches Formel-1-Rennen in Miami freut sich Bürgermeister Francis Suarez über prominente Rückendeckung.

Fährt die Formel 1 schon ab der Saison 2019 in Miami? Könnte passieren, denn bei der routinemäßigen Stadtratssitzung wurde am Donnerstag einstimmig dafür gestimmt, Verhandlungen mit der Formel 1 aufzunehmen. Die fünf anwesenden Stadtbezirksvorsitzenden stimmten dem entsprechenden Vorschlag zu, der von Miamis Bürgermeister Francis Suarez federführend unterstützt wird.

"Das ist ein großer Deal für uns", so Suarez am Donnerstag, unmittelbar nachdem die öffentliche Sitzung in der City Hall von Miami beendet war. "Das betont uns als globale Stadt und wird einen kräftigen Schub in wirtschaftlicher Hinsicht bedeuten." Der Grand Prix, dessen Premiere für Oktober 2019 geplant ist, werde Miami "offensichtlich auf die Landkarte der Königsklasse setzen", so der Bürgermeister.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum geplanten Formel-1-Debüt in Miami ist die Ausarbeitung eines umfassenden Vertrages mit einer geplanten Laufzeit von zehn Jahren. Dieses Schriftstück soll Stadtdirektor Emilio Gonzalez den Formel-1-Bossen von Liberty rund um Chase Carey bis zum 1. Juli 2018 vorlegen.

Layout der Strecke noch nicht abgesegnet

Das Layout des vorgesehenen Stadtkurses beinhaltet unter anderem die Brücke von Downtown Miami hinüber zum Hafen und zurück. Auch das Gelände der American Airlines Arena soll Bestandteil des neuesten Stadtkurses in der Metropole Südfloridas sein. Abgesegnet ist das geplante Layout der Strecke aber noch nicht.

"Wir haben erste Zeichnungen der Strecke gesehen, aber natürlich ist die benötigte Infrastruktur ein wesentlicher Aspekt, um ein Formel-1-Rennen austragen zu können", so Suarez, der sich in diesem Zusammenhang über signifikante Unterstützung freuen darf: "Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass Steve Ross, der Besitzer der Miami Dolphins und derjenige, der die Miami Open ins Dolphins Stadium gebracht hat, Teil des Ganzen ist. Das bedeutet, dass es richtig starke finanzielle Unterstützung gibt."

Gut möglich, dass die finanzielle Unterstützung seitens Ross dazu beitragen wird, den Stadtkurs gegenüber dem ersten Entwurf noch zu verändern. McLarens Formel-1-Pilot Stoffel Vandoorne bezeichnet den ersten Entwurf als "nicht sehr attraktiv" und schlug am Donnerstag am Rande des Grand Prix von Spanien in Barcelona mit Blick auf das Miami-Layout vor: "Vielleicht gibt es etwas, was wir anders gestalten könnten."

Lewis Hamilton will bei Re-Design helfen

Lewis Hamilton geht noch einen Schritt weiter und bietet seine direkte Unterstützung für ein Re-Design der Strecke an: "Ich verstehe nicht, warum zum Beispiel im Golfsport all die großartigen Golfer Golfplätze entwerfen, es aber niemals einen Top-Rennfahrer gegeben hat, der eine Rennstrecke entworfen hätte. Nicht, dass wir Designer wären, aber wir wurden nicht einmal um Rat gefragt. Miami ist ein supercooler Ort und ich war extrem begeistert, als ich davon hörte. Dann aber habe ich das Layout gesehen und bin der Meinung, dass es deutlich aufregender ginge."

"Ich kenne Miami ganz gut und es gibt dort schon ein paar bessere Ecken, um eine Rennstrecke zu errichten." - Lewis Hamilton

"Ich möchte keine These aufstellen, bevor ich die Strecke überhaupt befahren habe", so Hamilton und weiter: "Aber sollte die Zeit dafür da sein und jemand auf mich oder einen anderen Fahrer zukommen wollen, dann bin ich sicher, dass wir guten Input geben könnten, wie das Layout verbessert werden könnte. Ich kenne Miami ganz gut und es gibt dort schon ein paar bessere Ecken, um eine Rennstrecke zu errichten."

Stadtrennen in Miami: Diverse Streckenvarianten seit 1983

Die Formel 1 wäre in der Geschichte der Stadtrennen in Miami das neueste Element. Den Anfang machten vor mehr als 30 Jahren die Sportwagenrennen der IMSA auf einem Stadtkurs im Bayfront Park. Der erstmals im Jahr 1983 befahrene Kurs führte über einige Straßen, die gemäß des ersten Entwurfs auch 2019 genutzt werden sollen - wie etwa den Biscayne Boulevard.

Während die IndyCar-Serie unter der Bezeichnung CART von 1985 bis 1988 etwas weiter westlich im Tamiami Park fuhr, zog die IMSA 1986 vom Bayfront Park in den Bicentennial Park um. Dort fanden bis 1993 IMSA-Rennen und anschließend jeweils ein Trans-Am-Rennen (1994) und ein IndyCar-Rennen (1995) statt, wobei die IndyCar-Boliden in entgegengesetzter Richtung fuhren.

Nach sechs Jahren Pause gab es im Jahr 2002 ein Comeback der Stadtrennen in Miami: Auf einer neuen Variante eines Stadtkurses im Bayfront Park gastierte sowohl die CART-Serie als auch die American Le Mans Series (ALMS). 2003 fuhren diese beiden Rennserien auf einem abermals leicht veränderten Layout noch einmal im Bayfront Park. Anschließend gab es in Downtown Miami mehr als zehn Jahre lang keine Stadtrennen mehr. Dies änderte sich 2015.

Direkt neben dem einstigen Bicentennial Park, der inzwischen Museum Park heißt, befindet sich seit 1999 die American Airlines Arena. Um diese Mehrzweckhalle herum, die unter anderem die Heimspiele des NBA-Teams Miami Heat beherbergt, trug die Formel E in der Saison 2014/15 einmalig ein Rennen aus. Seither ist es ruhiger geworden, aber im kommenden Jahr könnte die Formel 1 ein neues Kapitel aufschlagen und damit die abwechslungsreiche Geschichte der Stadtrennen in Miami fortschreiben.

Mit Informationen von Adam Cooper

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Rennserie Formel 1
Urheber Mario Fritzsche
Artikelsorte News