Nach Strafe: Ricciardo will Fahrerkollegen befragen

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Nach Strafe: Ricciardo will Fahrerkollegen befragen
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Adam Cooper
26.03.2018, 11:53

Daniel Ricciardo ist überzeugt davon, dass seine Fahrerkollegen die Strafversetzung auch zu hart finden würden - Allerdings gibt es auch Rückendeckung für die Stewards

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14 Tag Heuer, leads Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, and
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing on the grid
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14
Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18., leads Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14 Tag He
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, at the drivers parade
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, in the drivers parade

Daniel Ricciardo hat nach seiner Strafe beim Großen Preis von Australien Klärungsbedarf. Der Australier musste gestern im Rennen drei Startplätze zurück, weil er im Training unter Roter Flagge zu schnell gefahren war und eine Mindestzeit unterschritt. Ricciardo wurde damit das erste Opfer einer neuen Regel: Vorher waren die Fahrer angehalten, unter Roter Flagge zu verlangsamen und an die Box zu kommen, doch nun wurde die Regel verschärft und eine klare Zeit vorgeschrieben. Diese dürfen Fahrer in den einzelnen Marshall-Sektoren nicht unterbieten.

"Daniel war selbst schuld, dass er einen Fehler gemacht hat. Ihm wurde sogar gesagt, dass er über der Zeit liegen sollte, dachte sogar, dass das der Fall war", sagt Rennleiter Charlie Whiting, "aber er hat wohl auf die falsche Seite der Lichter geschaut, weshalb er dann zu schnell war."

Dass er einen Fehler gemacht hat, sieht Ricciardo selbst ein, allerdings hätte er sich eine mildere Strafe gewünscht: "Ich wusste, dass ich eine Strafe bekommen würde. Die Richtlinie sieht eine Gridstrafe vor, aber es ist eben nur eine Richtlinie. Es gibt Verwarnungen, Geldstrafen oder viele andere Dinge, die sie hätten anwenden können."

Ricciardo hadert damit, dass er in keinem Gefahrenbereich unterwegs war. Einzig ein Kabel war auf der Start- und Zielgerade lose - und da kam er gar nicht vorbei. "Ich finde, dass man vor dem Saisonstart etwas nachsichtiger hätte sein können", sagt der Red-Bull-Pilot und ist überzeugt davon, dass sich kein Fahrer beschwert hätte, wenn er nur eine Verwarnung bekommen hätte. "Das glaube ich wirklich", betont er.

Ihn interessiert nun wirklich, was die anderen Fahrer denken. "Ich werde sie in Bahrain fragen", kündigt er an und scherzt: "Glücklicherweise war es nicht mein Heimrennen."

Ob die Fahrer wirklich auf seiner Seite sind, wird er in zwei Wochen wissen, doch bei den anderen Teams herrscht durchaus eine geteilte Meinung. "Wenn die FIA und Charlie jetzt schon so anfangen, dann geht die Formel 1 wieder den falschen Weg", schüttelt Mercedes-Aufsichtsratsvorsitz Niki Lauda im 'ORF' den Kopf. "Ich hätte ihm eine andere Strafe gegeben. Dann wäre er vorne gestanden, wo er hingehört, und dann hätten alle Australier mehr Freude mit dem Rennen."

"Ich sehe das aus zwei Perspektiven", kontert Ex-Pilot Alexander Wurz, der der Fahrervereinigung GPDA vorsteht. "Natürlich ist die Strafe für den Promoter zu hart, und das gilt auch für die Formel 1, aber Charlie Whiting sagt seit einem Jahr, dass es null Toleranz gibt. Wenn er anfängt, diesbezüglich zu schwächeln und sein Reglement nicht rigoros einhält, dann läuft er Gefahr, beschuldigt zu werden, einen Gummiparagraphen erstellt zu haben und immer für den Lokalmatador oder den Favoriten zu stimmen. Das wollen wir ja auch nicht."

Williams-Technikchef Paddy Lowe stimmt Wurz in dieser Hinsicht zu: Zwar findet auch er die Strafe für den Australier hart, doch er unterstützt die Rennkommissare in ihrer strikten Regelanwendung, wenn es um Sicherheitsverstöße geht. "Da darf man keine Ausnahmen machen", sagt er. Zwar sei es eine neue Regel, doch wenn man einmal einen Fahrer ungeschoren davonkommen lässt, müsse man das beim nächsten auch machen. "Man gräbt sich einfach ein Loch, aus dem man nicht mehr herauskommt", so Lowe.

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