Ricciardos Masterplan für Brasilien: "Einfach alle abschießen"

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Ricciardos Masterplan für Brasilien:
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Adam Cooper
10.11.2018, 22:41

Red Bull qualifizierte sich in Sao Paulo wie erwartet - Allerdings müssen Max Verstappen und Daniel Ricciardo auf dem Supersoft ins Rennen gehen

Vielleicht hat Max Verstappens Bestzeit in Q1 bei den Red-Bull-Fans falsche Hoffnungen geweckt: Weder der Mexiko-Sieger, noch Dauerpechvogel Daniel Ricciardo redeten beim Qualifying zum Großen Preis von Brasilien 2018 ein ernsthaftes Wörtchen um die Pole-Position mit. Am Ende wurden es die erwarteten Plätze fünf und sechs, Ricciardo muss aufgrund der Gridstrafe für einen neuen Turbolader von Platz elf starten. Für die Aufholjagd hat er sich bereits eine - nicht ganz ernst gemeinte - Taktik zurechtgelegt.

Der Samstag in Interlagos:

Strategisch hätte es Red Bull besser drehen können: Verstappen war in Q3 0,002 Sekunden schneller als Ricciardo. Hätte der Australier die Nase vorn gehabt, hätte er aus der fünften und nicht aus der sechsten Reihe starten können. Doch ihn ärgert eine andere Kleinigkeit: "Aufgrund des bevorstehenden Regens haben wir in Q2 schon einmal eine sichere Bank mit dem Super[soft] hingelegt. Dann haben wir versucht, diese Zeit mit dem Soft zu verbessern, aber waren eine Zehntelsekunde zu langsam. In einer perfekten Welt hätten wir das Rennen auf dem Soft gestartet."

Nun müssen sowohl Ricciardo als auch Verstappen mit dem Supersoft ins Rennen gehen. Dabei hatte der künftige Renault-Pilot eigentlich noch nach dem Freitag gehofft, "vielleicht etwas anderes" bei der Strategie versuchen zu können. Nun ist Ferrari das Team, das auf Soft startet, während Red Bull wie auch Mercedes mit dem anfälligen Supersoft über die ersten Runden kommen muss.

Verstappen: Renault kostet uns eine Sekunde!

Nun bemühen sich beide Fahrer, den Effekt herunterzuspielen. "Es ist auf jeden Fall keine Katastrophe für uns. Ich denke, von der Papierform her sieht der Soft etwas besser aus, aber wir sollten uns darüber nicht den Kopf zerbrechen", meint Ricciardo. Verstappen fügt hinzu: "Es macht keinen großen Unterschied, ob wir auf Soft oder Supersoft starten. Wir haben den Run mit Softs ohnehin nur versucht, um zu schauen, ob wir an die Supersoft-Zeiten herankommen oder uns sogar noch verbessern können."

Der Blick ist bei den Bullen natürlich schon voll auf das Rennen ausgerichtet, denn dann wird der Leistungsvorteil von Ferrari und Mercedes kleiner ausfallen. Verstappen hofft: "Im Rennen sind wir in der Regel etwas besser als im Qualifying. Jetzt sind wir eine halbe Sekunde weg, also könnten wir im Rennen dran sein."20. Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33

Seine Privatfehde mit Renault geht derweil weiter. Er rechnet vor: "Der Motor kostet uns hier etwa eine Sekunde. Eine halbe holen wir davon mit unserem Chassis wieder auf." Das bedeutet allerdings auch: Überholen wird schwierig. "Auf der Strecke ist das ausgeschlossen. Auf diesem Kurs ist das hinterherfahren schwierig und ohne den Topspeed kommt man nicht vorbei. Wir müssen es über die Strategie versuchen." Immerhin: Den Motor muss er nicht runterdrehen, weil er noch ausreichend Teile im Homologations-Pool hat.

Ricciardos (nicht ganz ernst gemeinter) Geheimplan

Ricciardo wird im Rennen erst einmal ganz andere Sorgen haben: Er musst schnellstmöglich die durch die Strafe verlorenen Plätze gegen Marcus Ericsson, Charles Leclerc, Romain Grosjean, Pierre Gasly und Kevin Magnussen wieder gutmachen. "Die Sauber und Haas werden sicher nicht leicht zu knacken sein", weiß er. Sie verfügen über den bärenstarken Ferrari-Motor.

Was wäre also die beste Möglichkeit? "Sie abschießen", lacht der immer zu Späßen aufgelegte Westaustralier. "Ich habe ja etwas Training aus dem vergangenen Jahr, als ich als Letzter gestartet bin und in Kurve 2 entsorgt wurde. Aber sagen wir es so: Ich weiß, wie und wo man hier überholt. Das muss ich morgen hinkriegen und diese paar Fahrer schnell hinter mir lassen."

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