ADAC GT Masters: Qualifying-Punkte ernten großteils Zuspruch

Die für diese Saison neue Regelung, dass es für die Top 3 im Qualifying Bonuspunkte gibt, finden die Fahrer im ADAC GT Masters grundsätzlich gut, aber ...

ADAC GT Masters: Qualifying-Punkte ernten großteils Zuspruch

Im ADAC GT Masters gibt es in der laufenden Saison 2021 nicht nur in den Rennen Punkte für die Gesamtwertung. Auch in den Qualifyings werden Punkte vergeben. Für die Plätze 1-2-3 in einem Qualifying gibt es 3-2-1 Bonuspunkte. Das heißt, drei Punkte für die Pole, zwei Punkte für P2 und einen Punkt für P3 im Qualifying. Was halten die Fahrer von der neuen Regelung?

"Es ist ein neuer Anreiz, ein cooler Bonus", sagt Christopher Mies im Gespräch mit 'Motorsport.com' und denkt schon mal voraus: "Wenn man da erfolgreich ist, kann man natürlich über das Jahr gesehen darüber auch eine Meisterschaft entscheiden, indem man da die entscheidenden Punkte holt."

Dem hält Patric Niederhauser im Gespräch mit 'Motorsport.com' entgegen: "Ich finde, die drei Punkte haben keinen massiven Einfluss auf die Meisterschaft. Und es ist ja auch so: Wer auf die Pole fährt, hat eine Riesenmöglichkeit, das Rennen zu gewinnen, für das es 25 Punkte gibt."

Patric Niederhauser

Patric Niederhauser findet die neue Regelung nicht ganz zu Ende gedacht

Foto: Jan Brucke/VLN

"Deshalb verstehe ich es irgendwie nicht ganz", gesteht Niederhauser und regt an: "Entweder hätte ich dem Qualifying noch mehr Punkte gegeben, um es noch wichtiger zu machen. Oder man hätte es meiner Meinung nach gleich sein lassen können, weil das Qualifying ohnehin schon dermaßen wichtig ist und die drei Punkte jetzt auch nicht die Welt sind."

Dass das Qualifying durch die Bonuspunkte noch wichtiger geworden ist, findet Mies nicht: "Das Qualifying war immer schon wichtig", sagt er und verweist in diesem Zusammenhang auf Strecken wie Oschersleben, wo das Überholen nicht die einfachste aller Aufgaben ist.

Dries Vanthoor findet, dass die Bonuspunkte im Qualifying "etwas Gutes" sind. Denn: "Es wird schließlich sowohl vom Team als auch von den Fahrern so viel Arbeit investiert, um eine schnelle Runde hinzukriegen. Wenn du auf der Pole stehst, dann aber den Platz vielleicht unverschuldet wieder verlierst, hättest du normalerweise gar nichts. Jetzt hast du wenigstens die drei Punkte."

Start zum ADAC GT Masters 2021 in Oschersleben

Wer beim Start vorne liegt, hat ohnehin die besten Chancen auf den Sieg

Foto: Alexander Trienitz

Luca Stolz sieht es grundsätzlich genauso, geht mit seiner Erklärung im Gespräch mit 'Motorsport.com' aber etwas weiter. "Ich halte es für eine gute Regelung. Man wird im Prinzip für gute Arbeit belohnt. Deswegen mag ich es eigentlich, zumal wir ja im Prinzip für das Qualifying trainieren. Wir machen ja in der Vorbereitung relativ wenig Longruns."

"Dennoch ist es schwierig", so Stolz. "Wir haben in diesem Jahr ein paar Autos weniger. Das macht das Traffic-Management allgemein einfacher. Das heißt, wenn man eine gute Abstimmung hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man eine freie Runde trifft und alles zusammenbekommt. Aber natürlich ist es mit unbeheizten Reifen trotzdem nicht einfach."

Auch für Stolz ist das Qualifying an einem Rennwochenende im ADAC GT Masters mittlerweile "das A und O". Warum? "Wenn man außerhalb der Top 8, oder sogar schon außerhalb der Top 5 steht, dann wird es sehr sehr schwierig, ein Rennen noch zu gewinnen. Es geht dann eigentlich nur noch über 'Overcut' oder 'Undercut'", spricht der Toksport-Mercedes-Pilot auf die unterschiedlichen Strategiemöglichkeiten in der Phase der Boxenstopps an.

Christopher Mies

Christopher Mies hat für den Fall der Fälle einen Alternativvorschlag parat

Foto: Alexander Trienitz

Und Mies merkt abschließend noch an: "Wir müssen mal gucken, wie es sich entwickelt. Wenn die Meisterschaft dadurch spannender wird, ist es natürlich schön. Wenn sich das Ganze dadurch aber mehr entzerrt, dann sollten wir es für nächstes Jahr vielleicht wieder überdenken."

Mehr noch: Der Land-Audi-Pilot hat direkt einen Alternativvorschlag parat. "Man hätte auch genauso gut Preisgeld für das Team machen können, wovon sich die Mechaniker vielleicht einen Kasten Bier oder was auch immer kaufen können. Das wäre mit Sicherheit auch eine schöne Überlegung gewesen, gerade in so schwierigen Zeiten wie Corona", so Mies. "Aber jetzt haben wir die Punkte und müssen mal gucken, wie es sich entwickelt."

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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