Black Falcon gibt zu: Porsche war einfach zu schnell

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Black Falcon gibt zu: Porsche war einfach zu schnell
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: jamieKlein
14.05.2018, 18:14

Adam Christodoulou gibt an, im letzten Stint der 24h Nürburgring 2018 keine Chance gegen Fred Makowiecki gehabt zu haben - So erlebte er den Kampf seines Lebens

Kein Sieger ohne einen Zweiten: Black Falcon zog beim 46. 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Schlussspurt den Kürzeren, obwohl man über 24 Stunden das schnellste Team war (mehr dazu morgen). Im 91-Minuten-Spurt zur Zielflagge war der Black-Falcon-Mercedes #4 (Engel/Christodoulou/Metzger/D. Müller) dem Manthey-Porsche #912 (Lietz/Pilet/Makowiecki/Tandy) unterlegen. Der dritte Sieg für Mercedes-AMG und Black Falcon sprang nicht heraus.

Adam Christodoulou, auf dessen Schultern die Verantwortung lastete, sieht es im Gespräch mit 'Motorsport.com' sportlich: "Wir wussten, dass es schwer werden würde, weil der Porsche am ganzen Wochenende bei allen Bedingungen superstark war (sofern Manthey die Reifen korrekt präparierte). Ich konnte ihn zwei Runden hinter mir halten, aber er war einfach zu schnell." Sowohl er selbst als auch Fred Makowiecki waren stellenweise über dem Limit unterwegs und enteilten dem überrundeten Rest des Feldes in einem irren Tempo.

 

Fred Mako ging eingangs der dritten Runde dann doch vorbei. "Ich dachte, ich könnte ihn auf der Außenbahn verhungern lassen", erinnert sich der 28-jährige Brite an die Attacke. "Er konnte die Linie kreuzen und wir hatten eine kleine Berührung. Dabei habe ich mich halb weggedreht." Keine Spur von Ärger, nachdem auch Makowiecki von einem fairen Duell gesprochen hatte.

Der Kampf war noch nicht verloren, denn Christodoulou machte weiter Druck; das Duell wurde weiter auf Messers Schneide ausgetragen: "Er hat an ein oder zwei Stellen Fehler gemacht. Er ist aus dem Karussell geflogen und ich habe mir gedacht: Nur weiter Druck machen." Der Porsche und der Mercedes standen immer wieder quer, die Bedingungen wurden immer schlechter.

Einschlag nach Aquaplaning

Dann passierte es dem Mercedes-Piloten: "Ich hatte in der Bremszone am Galgenkopf Aquaplaning. Schon auf der Bremse habe ich gemerkt, dass das unangenehm wird. Doch zum Glück habe ich die Leitplanke ziemlich genau mit der gesamten Seite des Fahrzeugs getroffen. Das hat die Spurstange ein bisschen verbogen und ich habe nur gebetet, dass es keinen Reifenschaden oder andere Beschädigungen gab. Denn dann hätte ich es versaut. Zum Glück konnte ich es nach Hause bringen."

 

Der Mercedes-AMG GT3 stellte seine Nehmerqualitäten unter Beweis und verkraftete den Einschlag. Dass Christodoulou anschließend immer mehr Zeit verlor, schreibt er den Bedingungen zu und keinen Beschädigungen am Auto. Auch bei Porsche weist man darauf hin, dass man bei Starkregen besser als AMG war, die wiederum Vorteile bei mittlerem Regen hatten. Teamkollege Maro Engel nimmt Christodoulou in Schutz: "Ich bin sehr stolz auf meine Teamkollegen, die alle einen Mega-Job gemacht haben." Auch Makowiecki gab zu, dass es genauso gut ihm hätte passieren können.

Warum eigentlich Christodoulou und nicht Manuel Metzger, der im Regen in der Nacht so überzeugt hatte? Metzger sagt gegenüber 'Motorsport.com': "Es ging zwischen mir und Adam. Vom Speed her gab es zwischen uns beiden keinen großen Unterschied." Sein Überschuss bei Nacht war also lediglich dem Manthey-Malheur mit dem Reifenprofil zuzuschreiben. "Am Ende haben wir uns für ihn entschieden, weil er mehr Erfahrung mit Starts und Zweikämpfen hatte. Ich bin da eher der Langstreckenpilot."

 

Trotzdem tut die Niederlage weh, zumal Black Falcon nur aufgrund der Regeln, dass bei Roter Flagge die Abstände annulliert werden, den Sieg verpasst hat. Christodoulou dazu: "Natürlich ist das schwer zu verkraften. Wir hatten einen schönen Vorsprung, aber dann hat sich das Wetter geändert. Wir haben keine Fehler gemacht und Black Falcon und Mercedes haben uns ein siegfähiges Auto gegeben. Am Ende war Porsche schneller, deshalb verdienen sie den Sieg."

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