Formel-1-Liveticker: Das Rennen in Monza live!
Monza in der Analyse: Antonelli siegt nach Leclerc-Crash!
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Feierabend
Wir sind am Ende des Rennsonntages angekommen - aber nur an dieser Stelle. Für euch geht es jetzt wie versprochen noch weiter auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de mit der großen Videoanalyse von Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll.
Die Formel 1 meldet sich bereits nächste Woche in Madrid zurück, und wir sind morgen noch einmal mit einer neuen Tickerausgabe für euch da, um die weiteren Themen aus Monza aufzuarbeiten.
Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß mit unserer Analyse und bis dann!
Williams: Nach dem Neustart nicht mehr drin
Auch für Williams gab es heute nichts zu holen. Am Ende wurden es P13 und P17. "In den ersten Runden vor dem Neustart haben wir einige Plätze verloren, was sich heute möglicherweise negativ auf unsere Chancen auf Punkte ausgewirkt hat", erklärt James Vowles.
"Was Carlos betrifft, so ist er von Anfang bis Ende ein gutes Rennen gefahren, und das war so ziemlich das Beste, was wir nach dem Neustart hätten erreichen können", so der Teamchef.
Bei Alexander Albon setzte man auf eine Einstoppstrategie, "aber wir haben einige besorgniserregende Vibrationen an der linken Vorderachse bemerkt", berichtet Vowles. Daher stoppte Albon am Ende doch noch einmal und fiel dadurch natürlich zurück.
Für Williams war es so bereits das siebte Rennen in Folge ohne Punkte.
Haas doch wieder "nicht schnell genug"
Beim Neustart lag man auf P9 und P10, am Ende wurden es aber doch wieder nur P15 und P16. Oliver Bearman berichtet: "Ich hatte beide Male einen guten Start und konnte ein paar Plätze gutmachen. Aber danach waren wir einfach nicht schnell genug."
"Schon in den ersten Runden war mir klar, dass ich viel mehr pushen musste als die anderen, um mit ihnen mithalten zu können. Und letztendlich haben meine Reifen dafür den Preis bezahlt", so der Brite.
Zudem habe er beim VSC Pech gehabt, weil er keinen freien Stopp erwischte. Auch Teamkollege Esteban Ocon erklärt zusammenfassend: "Letztendlich glaube ich nicht, dass wir schnell genug waren."
Und Teamchef Ayao Komatsu gesteht: "Nach einem positiven Freitag und Samstag war es natürlich ein sehr enttäuschender Sonntag." Wieder einmal.
Beide Racing Bulls in den Punkten
Weil Tsunoda nicht mehr bestraft wurde, stehen unterm Strich P8 und P10 für die Racing Bulls. "Ich denke, P8 war das beste Ergebnis, das wir heute hätten erzielen können", sagt Arvid Lindblad.
"Angesichts des Tempos, das Alpine das ganze Wochenende über gezeigt hat, war es für uns ein gutes Rennen, bei dem wir den Schaden in Grenzen halten konnten", so der Rookie.
Denn zwar kam Alpine in der WM im Kampf um P5 etwas heran, noch liegen die Racing Bulls aber 13 Punkte vorne. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich, wieder in die Punkte gekommen zu sein", ergänzt Yuki Tsunoda.
Der Japaner holte heute seine ersten Punkte seit 2025. "Ein riesiges Dankeschön an alle bei VCARB, die mir geholfen haben, so schnell wieder auf den neuesten Stand zu kommen", so Tsunoda.
Noch ist offen, ob er in Madrid in einer Woche noch eine weitere Chance bekommen wird.
Vasseur: Will erst mit den Fahrern sprechen
Zur Szene zwischen seinen beiden Fahrern in der ersten Runde will sich der Ferrari-Teamchef nach dem Rennen erst einmal nicht äußern. "Ich ziehe es vor, das zuerst mit ihnen zu besprechen", erklärt er.
"Ich habe zwei Sekunden lang mit Lewis [Hamilton] gesprochen und überhaupt nicht mit Charles [Leclerc]", verrät er und erklärt, das wolle er zuerst machen, bevor er sich weiter dazu äußern werde.
"Der Ausgang der Kurven 1 und 2 ist für das Team sicherlich nicht gut", gesteht er zwar. Mehr will er dazu aber nicht sagen.
Doppelaus für Aston Martin
Punkte hätte man heute wohl sowieso nicht geholt. Trotzdem ist es natürlich bitter, dass man heute gar kein Auto ins Ziel brachte. "Mein Rennen endete heute vorzeitig, nachdem ich beim Überfahren eines Randsteins einen Schaden am Auto davongetragen hatte", berichtet Fernando Alonso.
"Wir haben uns entschieden, an die Box zu fahren, um sicherzustellen, dass keine weiteren Schäden vorliegen. Bis dahin lieferte ich mir ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Cadillacs und versuchte, das Maximum aus dem Auto herauszuholen", betont er.
Bei Teamkollege Lance Stroll sorgte ein Problem mit der Hydraulik für das Aus. "Diese Rennstrecke mag zwar nicht optimal zu unserem Fahrzeugpaket gepasst haben, aber wir werden die gewonnenen Daten und Erkenntnisse nutzen und hoffen, am kommenden Wochenende in Madrid wettbewerbsfähiger zu sein", so Mike Krack.
Keine Strafe für Tsunoda
Das Rennergebnis ist fix. Yuki Tsunoda hat keine nachträgliche Strafe mehr bekommen und darf den zehnten Platz behalten. Audi geht damit leer aus. Hier das lange Urteil der Kommissare im Wortlaut:
"Das Auto mit der Startnummer 22 näherte sich der Startaufstellung und steuerte zunächst die linke Seite der Startaufstellung an; als der Fahrer dann bemerkte, dass er auf die falsche Startposition zusteuerte, änderte er die Richtung und positionierte sein Auto in der richtigen Startbox und an der richtigen Stelle innerhalb der Startbox."
"Dies wurde von den Rennkommissaren anhand von Videoaufnahmen aus mehreren Kamerawinkeln überprüft. Der Rennleiter erklärte in seiner Aussage, dass es seine Entscheidung gewesen sei, aufgrund des Verhaltens des Fahrzeugs bei der Anfahrt an die Startbox eine zusätzliche Einführungsrunde einzuleiten."
"Er erklärte, er habe sich nicht wohl dabei gefühlt, das Rennen mit dem Fahrzeug in dieser Position zu starten. Der Teamvertreter erklärte, dass:
(i) sich das Fahrzeug nicht in einer 'Fehlstart'-Position befand - unter Bezugnahme auf Artikel B5.1.1c im Formel-1-Reglement, da sich kein Kontaktbereich der Vorderreifen außerhalb der Startbox-Linien (vorne und seitlich) befand
(ii) Bei der Fahrerbesprechung hatte der Rennleiter darauf hingewiesen, dass die Streckenbegrenzungen beim Start die Boxenmauern seien, und in diesem Fall habe das Fahrzeug, obwohl es nach rechts ausgerichtet war, mindestens 4 Meter Platz gehabt, um vom Start wegzufahren
(iii) Kein anderer Fahrer war von der Position von Fahrzeug 22 beeinträchtigt
(iv) Der Fahrer von Wagen 22 war nicht die 'Ursache' für die zusätzliche Einführungsrunde.
(v) Zu keinem Zeitpunkt wurde dem Team mitgeteilt, dass die Rennleitung Wagen 22 als Ursache für die zusätzliche Einführungsrunde ansah."
"Die Rennkommissare stimmen den oben genannten Punkten zu und sind der Ansicht, dass die zusätzliche Einführungsrunde auf die Einschätzung der Situation durch den Rennleiter zurückzuführen ist und nicht direkt durch den Fahrer von Wagen 22 verursacht wurde."
"Darüber hinaus legt Artikel B5.9.4 fest, dass ein Fahrer, der die zusätzliche Formationsrunde verursacht und anschließend in der Lage ist, diese zu beginnen, am Ende der Runde in die Boxengasse einfahren und von dort aus starten muss. Erst wenn der Fahrer dies versäumt, wird die vorgeschriebene Stop-and-Go-Strafe verhängt."
"Mit anderen Worten: Die Strafe wird verhängt, weil der Fahrer es versäumt hat, in die Boxengasse einzufahren und von dort aus zu starten. Die Strafe wird nicht dafür verhängt, dass er die zusätzliche Einführungsrunde verursacht hat - sofern er diese überhaupt verursacht hat."
"Hier ergibt sich ein entscheidender Punkt: Um die Vorgabe zu erfüllen, in die Boxengasse einzufahren und von dort aus zu starten, müsste ein Fahrer wissen, dass er der Verursacher der zusätzlichen Einführungsrunde war. Der Teamvertreter führte Situationen an, in denen zusätzliche Formationsrunden aufgrund äußerer Umstände wie der Position eines Fotografen usw. eingeleitet wurden."
"In diesem Fall wurde weder an das Team noch an den Fahrer eine Nachricht gesendet, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass sie die Ursache für die zusätzliche Formationsrunde waren. Das Team hatte, ausgehend von der Tatsache, dass das Fahrzeug vorschriftsmäßig in seiner Startbox positioniert war, unserer Einschätzung nach keinen Grund, seinen Fahrer anzuweisen, in die Boxengasse einzufahren und von dort aus zu starten."
"Dementsprechend - unabhängig davon, ob der Fahrer die zusätzliche Formationsrunde direkt verursacht hat oder nicht - waren sich das Team und der Fahrer nicht bewusst, dass sie als Ursache angesehen wurden; daher kommen wir zu dem Schluss, dass wir in diesem Fall keine Stop-and-Go-Strafe verhängen können, und beschließen, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Wir stellen fest, dass der Rennleiter in gutem Glauben und aus großer Vorsicht gehandelt hat, als er eine zusätzliche Formationsrunde anordnete."
"Wir weisen ferner darauf hin, dass die FIA möglicherweise die Einführung eines Verfahrens in Betracht ziehen sollte, um Teams und Fahrer zu informieren, wenn sie als Ursache für eine zusätzliche Einführungsrunde angesehen werden, damit sie dann in der Lage sind, die Anforderungen von Artikel B5.9.4 zu erfüllen."
Piastri: Besseres Wochenende für mich
Zwar verlor er P4 am Ende noch an seinen Teamkollegen, doch insgesamt ist Oscar Piastri nicht unzufrieden. "Das größte Positive war einfach, dass dieses Wochenende deutlich besser verlief", betont er.
"Es gibt natürlich noch Verbesserungspotenzial, aber es war schön, zumindest ein starkes Wochenende zu haben, an dem das Tempo wieder dort zu sein schien, wo es hingehört", so Piastri.
Zu seinem Duell mit Norris sagt er, dass es "ein guter Kampf" gewesen sei. Beide hätten bei der Energie auf unterschiedliche Strategien gesetzt. "Ich dachte, ich hätte vielleicht noch eine Chance, wieder vorbeizukommen."
"Aber letztendlich habe ich es einfach nicht ganz geschafft", so der Australier.
Antonelli: Schaue von Rennen zu Rennen
Da sind sich die beiden Mercedes-Piloten einig. Russell will aktuell nicht mehr über den Titel nachdenken - und Antonelli auf der anderen Seite auch nicht. "Bisher war es auf jeden Fall ein sehr starkes Jahr", sagt der WM-Leader zwar.
"Aber es stehen noch viele Rennen aus, und da kann noch alles passieren", betont er und ergänzt: "Wir haben gesehen, wie schnell sich die Lage ändern kann. Was mich betrifft, so gehe ich es - wie ich schon oft gesagt habe - einfach Rennen für Rennen an."
Er wolle einfach immer das Maximum herausholen. "Dieses Wochenende waren wir die Schnellsten, aber man weiß nie. Vielleicht fahren wir auf eine andere Strecke und plötzlich ist McLaren am schnellsten, oder Ferrari ist ganz vorne dabei, oder sogar Red Bull."
"Deshalb ist es auch so wichtig, einfach jede Gelegenheit zu nutzen und sich auf jedes einzelne Rennen zu konzentrieren", so Antonelli.
Russell: Buhrufe waren "zu erwarten"
Der Brite hat sich übrigens auch zu den Buhrufen auf dem Podium geäußert und erklärt: "Wenn man im Heimatland eines anderen antritt, ist das natürlich zu erwarten. Also habe ich es einfach mit einem Grinsen hingenommen."
Trotzdem sollte man so etwas natürlich nicht machen - zumal sich Russell heute an keiner Stelle unfair verhalten hat.
Russell: Denke nicht mehr an den Titel
Lewis Hamilton hat sich ja quasi bereits aus dem Titelkampf verabschiedet, und auch George Russell verrät: "Was mich persönlich betrifft, denke ich noch nicht einmal an einen Kampf, ein Comeback oder irgendetwas dergleichen."
"Ich konzentriere mich einfach darauf, ein Rennen nach dem anderen anzugehen und das Beste aus jedem einzelnen Wochenende herauszuholen", so Russell, der jetzt 66 Punkte hinter Antonelli liegt.
"Es wird eine außerordentlich große Herausforderung sein, diese Lücke zu schließen, also nehme ich es einfach so hin, wie es ist, und werde es von nun an einfach genießen und versuchen, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen", betont der Brite.
Gasly: Müssen zufrieden sein
Der Pole-Mann wurde am Ende nur Siebter, stellt jedoch bei Sky klar: "Wir müssen mit dem gesamten Wochenende zufrieden sein." Denn unter anderem sei man nur drei Sekunden hinter einem Ferrari ins Ziel gekommen.
"Ich hätte mir zwar gewünscht, dass es etwas mehr als P7 geworden wäre", gesteht er, "aber wir müssen aus diesem Wochenende unsere Lehren ziehen und können uns hoffentlich weiter verbessern."
Teamkollege Franco Colapinto wurde nach seinem Ausritt ins Kiesbett immerhin noch Neunter. "Es ist sehr frustrierend, so einen Fehler zu machen. Ich habe einfach aus heiterem Himmel die Kontrolle über das Auto verloren", berichtet er.
Zwar fiel der Argentinier dadurch weit zurück, aber unterm Strich hatte es auf sein Endergebnis wohl keine große Auswirkung. Maximal kostete es vermutlich eine Position.
Podium aus Antonelli-Sicht
Hier haben wir noch ein ganz besonderes Video für euch. So sieht es aus, wenn man gerade sein Formel-1-Heimrennen in Monza gewonnen hat:
Wolff: Software sagte etwas anderes
Toto Wolff hat sich in seiner Medienrunde inzwischen auch noch einmal zu der Entscheidung geäußert, George Russell unter dem VSC nicht an die Box geholt zu haben. "Wir wussten nicht, welche Strategie die bessere war", stellt er klar.
"Zu diesem Zeitpunkt zeigte das System an, dass die Einstoppstrategie die Nase vorn hatte. Die Zweistoppstrategie holte zwar gegen Ende auf, würde aber nicht mehr aufholen können", berichtet Wolff.
"Das hat die Software gesagt", versichert der Teamchef. Doch in der Realität kam es bekanntlich anders.
Hülkenberg: Am Ende etwas riskiert
Weil wir gerade bei Audi sind: Nico Hülkenberg berichtet nach P12 bei Sky, dass er den ersten Start "irgendwie komplett verhauen" habe. Der zweite Start sei dann "respektabel von meiner Seite" gewesen.
Er habe "eine sehr, sehr gute erste Runde" gehabt und mehrere Positionen gewonnen, "die dann aber in Runde zwei und drei sofort wieder verloren. Ich weiß nicht, ob es Probleme gab von der Energieseite. Müssen wir mal schauen, was da los war."
Unter dem VSC stoppte er dann später noch einmal, weil er sowieso außerhalb der Top 10 lag. "Und dann haben wir gesagt, dann müssen wir natürlich was riskieren und was anders machen. Das haben wir gemacht."
Letztendlich habe das aber auch "nicht viel verändert", zuckt er die Schultern.
Untersuchung gegen Tsunoda
Der Japaner holte heute als Zehnter einen Punkt. Eine gute Leistung in seinem erst zweiten Rennen in diesem Jahr, allerdings läuft gegen ihn noch eine Untersuchung, weil wegen ihm der Neustart abgebrochen werden musste. Er stand falsch in seiner Gridbox.
Sollte es hier noch eine Strafe geben, könnte Gabriel Bortoleto nachträglich in die Top 10 rutschen. Audi blieb heute auf den undankbaren Plätzen elf und zwölf ohne Zähler.
Wir informieren euch natürlich, wenn es Neuigkeiten geben sollte.
Vasseur: Darum war Ferrari chancenlos
Wir bleiben eben bei der Scuderia, wo Frederic Vasseur nach P6 von Hamilton bei Sky erklärt: "Das Rennen war auch deshalb schwierig, weil wir bei der Höchstgeschwindigkeit etwas im Hintertreffen waren."
"Das wussten wir zwar schon vorher, aber es war schwer, damit zu kämpfen", so der Teamchef, der betont: "Was das Tempo angeht, war es ganz ordentlich, aber sobald wir uns im Kampf behaupten mussten, verloren wir Positionen."
"Und das Überholen fiel uns so schwer, dass das Ergebnis am Ende nicht gut ausfiel", gesteht er. "Das Positive an diesem Wochenende ist, dass das Tempo über eine Runde hinweg ordentlich war. Aber wir haben heute zu viele Chancen verpasst", so Vasseur.
Hamilton schreibt WM-Titel ab
War das heute auch das Ende von Lewis Hamiltons Titelkampf? Zumindest deutet er bei Sky an, dass er nicht mehr an die WM glaubt. Er liegt jetzt 76 Punkte hinter Kimi Antonelli. Umgerechnet sind das mehr als drei Rennsiege.
Auf die Frage nach einer internen Stallorder bei Ferrari antwortet er: "Über diesen Punkt sind wir hinaus, dafür ist es jetzt zu spät. Ich habe heute viele Punkte an diese Jungs [von Mercedes] verloren."
"Wir werden unser Bestes geben, um den Rest der Saison weiter Druck zu machen", kündigt er an. Doch der WM-Titel ist jetzt wohl zu weit weg.
Norris rudert zurück: "War in Ordnung"
Auch bei McLaren gab es heute einen harten Kampf. Lando Norris fühlte sich einmal von Oscar Piastri abgedrängt, rudert nach dem Rennen allerdings zurück. "Nein, es war in Ordnung", stellt er klar.
Im Auto habe er einfach eine andere Wahrnehmung gehabt, betont der Weltmeister, der seinen Teamkollegen in der letzten Runde dann ja doch noch überholte. "Aber ich finde, was er getan hat, war fair", sagt er noch einmal.
Davon abgesehen ergänzt er, dass Mercedes heute "in einer eigenen Liga" gewesen sei. Das habe man aber vor dem Wochenende bereits befürchtet, denn Monza liege dem McLaren einfach nicht.
Rosberg: Russell muss die beste Strategie bekommen
Nico Rosberg hinterfragt derweil die Entscheidung von Mercedes, Russell unter dem VSC nicht an die Box zu holen. "Innerhalb des Teams ist das ganz klar. George führt das Rennen an", erklärt der Ex-Mercedes-Pilot.
Das heißt: "Er bekommt die beste Strategie, um so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Er hat die erste Wahl. Es spielt keine Rolle, wo Kimi steht", so Rosberg.
Der Experte betont daher: "Das muss Mercedes nun bestätigen: dass es zu diesem Zeitpunkt für George das Beste war, draußen zu bleiben und nicht an die Box zu fahren, um die Medium-Reifen aufzuziehen."
"Wenn das der Fall ist, dann ist alles ganz einfach und fair", so der Weltmeister von 2016. Doch von außen sei das schwer zu beurteilen.
Wolff: Hätten wir besser managen müssen
Toto Wolff ist natürlich happy mit dem Ergebnis, gesteht aber auch, dass man den Moment, als Antoenlli am Ende einmal im Kies war, hätte vermeiden müssen. "Zu dem Zeitpunkt wollten wir einfach die Teamorder nicht aussprechen", erklärt er bei Sky.
"Das war mit Sicherheit nicht notwendig. Ich muss überlegen, wie wir das vielleicht besser hätten managen können", so Wolff, der gesteht: "Das hätten wir versuchen müssen zu vermeiden."
"Ich weiß noch nicht genau, wie wir daraus lernen, aber bis dahin haben sie wirklich gut miteinander gefightet", betont er auch.
Verstappen: Auf den Geraden zu langsam
Der Niederländer erklärt nach P3: "Im Vergleich zu unseren Konkurrenten hatten wir in den Kurven zwei bis vier große Schwierigkeiten mit dem Deployment."
"Insgesamt war der Topspeed heute nicht unser Freund, also haben wir einfach versucht, dranzubleiben. Aber sie waren einfach ein bisschen zu schnell", sagt er über Mercedes.
"Deshalb habe ich versucht, im Overtake-Modus zu bleiben, aber irgendwann habe ich den verloren und dann versucht, einfach mein eigenes Rennen zu fahren", so Verstappen.
Heißt: Solange er im Sekundenfenster war, konnte er noch an den Mercedes-Fahrern dranbleiben. Danach hatte er keine Chance mehr.
Die größten Aufholjagden
Mit seiner Fahrt heute hat Kimi Antonelli einen Schritt in Richtung WM-Titel gemacht und auch eine der größten Aufholjagden in der Formel-1-Geschichte hingelegt. Mehr dazu in dieser Fotostrecke:
Fotostrecke: Die gröÃten Aufholjagden der Formel-1-Geschichte
Foto: LAT
Alan Jones - Startplatz 14 (Ãsterreich 1977)Brundle: Russell wird Strategie hinterfragen
Öffentlich gibt sich der Brite ganz gefasst. Doch Martin Brundle glaubt, dass es hinter den Kulissen bei Mercedes durchaus Diskussionsbedarf gibt. "Es war ein sehr schwieriger Tag für George Russell", sagt der Experte bei Sky.
"Er wird sich sicherlich mit dem Team zusammensetzen und fragen müssen: 'Wie ist das passiert? Ich lag doch in Führung. Warum habe ich dort nicht den günstigen Boxenstopp bekommen?'"
"In der Weltmeisterschaft hatte George die Chance, etwas gegen den Rückstand zu unternehmen. Stattdessen ist er weiter gewachsen", so Brundle. 66 Punkte liegt er nun hinter seinem Teamkollegen.
Leclerc klagt über Sichtprobleme
Leclerc konnte nach seinem Unfall zwar aus dem Auto steigen, musste danach jedoch erst einmal ein paar Minuten sitzen bleiben, während sich Streckenposten um sein Wohlbefinden kümmerten. Laut eigener Aussage hat er kurz nach dem Unfall Probleme beim Sehen gehabt.
"Mit dem rechten Auge konnte ich nicht gut sehen", verrät er. Mittlerweile sei aber alles wieder gut, auch wenn er hier und da noch Schmerzen im Körper habe. "Das ist aber nach so einem Unfall ganz normal, und mehr ist es nicht", so Leclerc.
Seine kompletten Aussagen findet ihr hier.
Buhrufe gegen Russell
Auf dem Podium gibt es Buhrufe gegen George Russell. Bei aller Emotion der italienischen Fans muss man ganz klar sagen: Das ist nicht fair. Russell hat sich hier nichts zuschulden kommen lassen.
Russell: Dachte, dass keiner stoppt
Der Brite zeigt sich als fairer Verlierer. Er gratuliert Antonelli zum Sieg und vermeidet es, dem Team Vorwürfe zu machen. Auch wenn er sagt, dass er nicht mit dem Antonelli-Stopp hinter dem VSC rechnete.
"Ehrlich gesagt dachte ich, dass wir beide draußen bleiben würden. Ich war überrascht, dass er gestoppt hat", so Russell. Aber letztendlich habe man nicht wissen können, welche Strategie besser sei.
"Es hat Sinn ergeben, die Autos zu splitten", so Russell. Am Ende hat ihm diese Entscheidung aber vermutlich geschadet.
Jetzt Fahrer bewerten
Wir atmen erst einmal durch, denn auch an diesem Wochenende habt ihr bei uns wieder die Möglichkeit, die Piloten für ihre Leistung zu bewerten. Wer waren eurer Meinung nach die besten Fahrer in Monza? Jetzt abstimmen!
Übersicht
Jetzt Session-Ticker öffnen!
In zehn Minuten beginnt das Rennen in Monza und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach der Zieldurchfahrt geht es an dieser Stelle weiter mit den Stimmen zum Grand Prix.
Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 am Italien-Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier.
Strategischer Vorteil für Ferrari?
Weil Kimi Antonelli von ganz hinten startet, könnte Ferrari im Kampf um den Sieg gleich einen taktischen Vorteil haben. Denn während man selbst zwei Autos vorne hat, ist George Russell als Einzelkämpfer unterwegs. Das könnte man taktisch nutzen.
Nico Rosberg glaubt trotzdem, dass Russell heute der Favorit ist. Über Ferrari sagt er bei Sky: "Sie werden auf jeden Fall auf dem Podium stehen. Ich weiß aber nicht, ob es reicht, um das Rennen zu gewinnen, denn gerade Russell ist heute einfach sehr schnell."
Alle Autos haben es übrigens erfolgreich in die Startaufstellung geschafft.
Rosberg: Druck liegt bei Russell
Nico Rosberg ist heute als Experte für Sky im Einsatz und erklärt: "George steht heute unter enormem Druck, diese Chance optimal zu nutzen, da Kimi vom Ende des Feldes aus startet."
In der WM könnte der Brite dadurch wichtige Punkte aufholen. "Es wird gemunkelt, dass Kimi heute ein anderes Set-up als George hat. Er hat einen größeren Heckflügel montiert", so Rosberg.
"Damit hat er mehr Abtrieb am Auto, um näher an den Vordermann heranzukommen", erklärt der Experte. Das soll bei seiner Aufholjagd helfen.
Boxengasse offen
Langsam geht es in die heiße Phase. 40 Minuten noch bis zum Start und damit öffnet jetzt die Boxengasse. Zehn Minuten haben die Fahrer nun, um sich auf den Weg in die Startaufstellung zu machen.
Wer auf welchen Reifen startet, das erfahren wir wie immer erst unmittelbar vor Rennbeginn.
Montoya: Kurve 1 gefährlich für Antonelli
Experte Juan Pablo Montoya warnt Kimi Antonelli davor, gleich in Kurve 1 zu viel zu riskieren. Bei F1 TV erklärt er, die Verlockung sei groß, gleich beim Start einige Autos überholen zu wollen.
"Ich weiß, dass er sehr clever ist", so der ehemalige Formel-1-Pilot. Aber gerade bei seinem Heimrennen sei es sicher "sehr schwer", sich in der ersten Kurve etwas zurückzuhalten.
Neue Bremsen für Norris
Der Weltmeister hat sich gestern im Qualifying über seine Bremsen beschwert. McLaren hat darauf reagiert und Teile der Vorderradbremsen für das Rennen getauscht. Das ist erlaubt, wenn es sich dabei um baugleiche Teile handelt.
Die komplette Liste mit allen getauschten Teilen nach dem Qualifying findet ihr hier.
Prominente Unterstützung
Kimi Antonelli hat heute prominente Unterstützung aus seinem Heimatland dabei. Unter anderem drücken ihm MotoGP-Titelkandidat Marco Bezzechi und Tennisstar Jannik Sinner die Daumen.
Mal schauen, wie weit seine Aufholjagd ihn heute nach vorne bringt.
Wie wichtig ist die Pole?
Im vergangenen Jahr siegte Max Verstappen in Monza von der Poleposition aus. Allerdings war das in den letzten sechs Jahren zugleich auch der einzige Sieg beim Italien-Grand-Prix vom besten Startplatz aus.
2024 triumphierte Charles Leclerc, nachdem er nur von P4 gestartet war, 2023 siegte Verstappen von P2 aus, ein Jahr zuvor sogar von P7. 2021 triumphierte Daniel Ricciardo, der von P2 ins Rennen gegangen war.
Und im verrückten Rennen von 2020, das wir vorhin schon einmal angesprochen haben, siegte Pierre Gasly sogar von P10 aus. Heißt: Statistisch gesehen ist die Pole in Monza gar nicht so entscheidend - im Gegenteil.
Wie wird das Racing?
Das ist heute ebenfalls eine spannende Frage, den Monza gehört zu den "energiearmen" Strecken - und deckt daher die Schwächen des aktuellen Reglements auf.
Carlos Sainz prophezeit zum Beispiel: "Ich denke, es wird für den Führenden schwierig sein, sich abzusetzen." Dadurch würden sich mehrere Gruppen bilden.
"Letztendlich findet man sich in der Gruppe wieder, die der eigenen Pace entspricht. Sobald man in dieser Gruppe ist, wird es schwierig, wegzufahren", so Sainz.
Weitere Meinungen zu dem Thema findet ihr hier.
Vorteil für Ferrari beim Start?
Charles Leclerc ist mit dem dritten Startplatz gar nicht so unzufrieden. "Es war nicht das Qualifying, das wir uns erträumt hatten", sagt er während der Fahrerparade vor dem Rennen zwar.
"Aber P3 und P4 sind eine hier eine sehr gute Position für den Start. P1 und P2 sind alleine und haben keinen Windschatten, was in Monza nie toll ist", erklärt der Ferrari-Pilot.
Daher werden er und Teamkollege Lewis Hamilton versuchen, den Vorteil der zweiten Startreihe zu nutzen.
Pirelli rechnet mit einem Stopp
Ohne Safety-Car oder ähnliche Dinge dürfte die Strategie heute ziemlich gradlinig sein. "Unsere Simulationen deuten darauf hin, dass eine Einstoppstrategie in Monza die wettbewerbsfähigste Option sein wird", erklärt Dario Marrafuschi von Pirelli.
Allerdings seien dabei verschiedene Varianten möglich, betont er auch. "Die Wahl der Startreifen wird wahrscheinlich von den Eigenschaften der einzelnen Fahrzeuge sowie von der Strategie abhängen, die die Teams je nach ihrer Startposition verfolgen möchten", so der Italiener.
"Die Medium-Reifen scheinen die größte Flexibilität zu bieten, da sie es den Teams ermöglichen, auf etwaige Neutralisierungen sowohl in der Anfangsphase als auch im späteren Verlauf des Rennens zu reagieren", erklärt er.
Spannend wird zudem zum Beispiel, wie Mercedes und Red Bull nachher versuchen werden, Antonelli und Lawson wieder nach vorne zu bringen. Vielleicht versucht man dort ja etwas anderes bei der Strategie.
In weniger als zwei Stunden geht es los.
Von: Ruben Zimmermann