Alex Marquez nach Rookie-Saison: "Erfolge die Belohnung harter Arbeit"

Alex Marquez blickt auf seine Rookie-Saison mit Schwierigkeiten und Überraschungen zurück - Wie er mit Teamchef Alberto Puig zurechtkommt

Alex Marquez nach Rookie-Saison: "Erfolge die Belohnung harter Arbeit"

"Ich bin kein komplett anderer Fahrer, weil mein Name gleich ist", lacht Alex Marquez nach seiner ersten MotoGP-Saison. "Aber klar, ich habe sehr viel gelernt." Rookie des Jahres 2020 wurde schlussendlich Brad Binder (KTM), der 13 WM-Punkte mehr gesammelt hat.

Insgesamt ist Alex Marquez mit seiner ersten Saison in der Königsklasse zufrieden. Dass die Honda für Neulinge nicht einfach ist, ist seit einiger Zeit bekannt. Dazu kam die Coronavirus-Pandemie, wodurch Alex Marquez nach den Februartests mehrere Wochen nicht fahren konnte.

Als es dann im Juli in Jerez losging, verletzte sich sein Bruder Marc und stand fortan nur noch telefonisch im Hintergrund mit Ratschlägen zur Verfügung. Da bei Alex die Ergebnisse ausblieben, musste er oft mehr Fragen von Journalisten über seinen Bruder beantworten als über sich selbst.

Die ersten acht Rennen konnte Alex Marquez allesamt beenden. Zweimal kam er außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel. 27 Zähler lautete die Bilanz nach acht von 14 Rennen. Ein achter und ein siebter Platz waren seine besten Einzelergebnisse.

Testtag in Misano sehr wichtig

Dieser siebte Platz in Misano 2 zeigte bereits Anzeichen eines Aufwärtstrends, denn zwischen den beiden Misano-Rennen hatte es einen Testtag gegeben. Dieser sollte sich als sehr wertvoll für Alex Marquez und Honda insgesamt erweisen.

Alex Marquez

Im nassen Le Mans fuhr Alex Marquez von Startplatz 18 auf Rang 2.

Foto: Motorsport Images

Im verregneten Le Mans folgte völlig überraschend Platz zwei. Anschließend bestätigte der Spanier dieses Ergebnis im trockenen Aragon-Rennen. Mit etwas besseren Startplätzen hätte Alex Marquez gute Chancen gehabt, diese beiden Rennen zu gewinnen.

Nach diesen überraschenden Topleistungen folgten zwei Ausfälle. Dennoch hatte er bewiesen, dass er das Können und das Talent hat, um seinen Platz in der Königsklasse zu rechtfertigen. Insgesamt war die kompakte "Corona-Saison" eine einzige, steile Lernkurve.

"Ich habe es auf dem Motorrad genossen", sagt der 24-Jährige. "Außerdem hatte ich diesen Moment. Als die guten Ergebnisse kamen, war das eine sehr schöne Belohnung für die ganze Arbeit der vergangenen Jahre. Immer wenn ich auf das Motorrad steige, genieße ich es mehr und mehr."

Er übernimmt bei LCR die Crew von Crutchlow

Schon bevor es im Juli losging, stand allerdings fest, dass er seinen Platz im Werksteam an Pol Espargaro verlieren wird. Für die nächsten beiden Jahre geht Alex Marquez im Team von Lucio Cecchinello an den Start. Er übernimmt dort den Platz von Cal Crutchlow.

Alex Marquez

In Aragon 1 stürmte Alex Marquez von Startplatz elf auf Rang 2

Foto: Motorsport Images

"Meine Crew hat mir sehr geholfen", sagt Alex Marquez über Ramon Aurin und Co. "Ich werde sie im nächsten Jahr natürlich vermissen. Es werden alle bleiben und für Pol [Espargaro] arbeiten. Ich werde die Crew von Cal bekommen."

Somit wird Christophe Bourguignon, der vor Crutchlow auch mit Stefan Bradl zusammengearbeitet hat, der neue Crew-Chief von Alex Marquez sein. Außerdem verrät er: "Eine Person, die in der Moto2 bei mir war, wird im nächsten Jahr als Datenanalyst zur LCR-Familie stoßen."

Professionelles Verhältnis mit Alberto Puig

Und wie kam Alex Marquez mit Honda-Teamchef Alberto Puig klar? "Sehr professionell. Er ist ein offener Kerl, der sehr direkt ist", charakterisiert er den ehemaligen Rennfahrer und ersten 500er-Rennsieger Spaniens.

"Vom ersten Tag an hat er zu mir gesagt: 'Wenn du etwas brauchst, ruf mich jederzeit an. Ich schlafe nicht sehr viel. Es ist egal, ob du um vier Uhr nachts anrufst.'", schildert er lachend und fügt hinzu: "Wir haben eine gute Beziehung."

Alberto Puig

Alberto Puig konnte die Fortschritte des Rookies aus nächster Nähe beobachten

Foto: Motorsport Images

"Wir arbeiten professionell, sprechen offen und haben Respekt voreinander. Das ist wichtig, um Entscheidungen zu treffen. Er war in diesem Jahr eine große Hilfe und wird es auch in Zukunft sein." Schließlich wurde es für Alex Marquez WM-Platz 14.

Für nächstes Jahr lautet sein einziges Ziel, weitere Fortschritte zu machen: "Ich muss immer noch viel lernen und muss viele Dinge verbessern. Es geht darum, alle Geheimnisse des Motorrads kennenzulernen, wie man das Rennen am besten managt." Er wird die gleiche RC213V wie in der abgelaufenen Saison zur Verfügung haben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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