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MotoGP
Jorge Lorenzo: "Besserer Fahrer als vor zwei Jahren"
Erstmals ohne Saisonsieg und nur WM-Siebter: Jorge Lorenzo betrachtet die MotoGP-Saison 2017 als Aufbaujahr und hat für die Zukunft große Ziele mit Ducati.
Sebastian Fränzschky
Veröffentlicht: 28.11.2017, 08:15
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Jorge Lorenzos zehnte MotoGP-Saison sollte als die bisher schlechteste in der Karriere des fünfmaligen Weltmeisters eingehen. Kein Sieg, nur 137 WM-Punkte und Rang sieben in der Fahrerwertung waren sicher nicht das, was er sich nach dem Wechsel zu Ducati erhoffte. Während Teamkollege Andrea Dovizioso sechs Rennen gewann und bis zum Saisonfinale um die MotoGP-Krone kämpfte, stand Lorenzo vor allem im ersten Teil der Saison deutlich im Schatten des Italieners.
Enttäuscht ist Lorenzo aber nicht. Er geht gestärkt aus der Saison 2017: "Ehrlich gesagt denke ich, dass ich jetzt ein besserer Fahrer bin als vor zwei Jahren", kommentiert der Spanier. "Ich fahre ein anderes Motorrad mit positiven und negativen Eigenschaften. Schritt für Schritt bringe ich es ans Limit. Ich denke, es ist noch Potenzial vorhanden."
"Ich fühle mich noch nicht komplett wohl. Ich kann nicht so fahren, wie ich es normalerweise machen würde. Doch wir kommen jedes Mal näher heran. Ich bin mit der Arbeit des Teams sehr zufrieden. Sie versuchen, uns ein besseres Motorrad bereitzustellen. Sechs Siege für Andrea und eine ziemlich gute zweite Saisonhälfte bei mir – ich denke, wir werden vom Beginn der Saison stark sein mit beiden Fahrern und versuchen, die Meisterschaft zu gewinnen", erklärt Lorenzo zuversichtlich.
Der Wechsel von Yamaha zu Ducati war riskant. Mit der M1 harmonierte Lorenzo sehr gut. Wenn die Bedingungen gut waren, musste er mit der Werks-Yamaha keine Konkurrenz fürchten. Doch die teaminterne Stimmung war spätestens seit dem Skandalfinale 2015 vergiftet. Als klar war, dass Valentino Rossi bis mindestens Ende 2018 für Yamaha fährt, flirtete Lorenzo mit Ducati und unterschrieb später einen hoch dotierten Vertrag.
"Ich habe mich für dieses Projekt entschieden, weil ich eine neue Herausforderung und Motivation gesucht hatte. Es ist ziemlich schwierig, die Meisterschaft mit Ducati zu gewinnen. Wenn ich in meiner Komfortzone hätte bleiben wollen, dann wäre ich für das Team gefahren, für das ich neun Jahre fuhr. Ich nahm die Herausforderung an, weil mir bewusst war, dass es schwierig wird", kommentiert er und betont, dass Ducati-Corse-Chef Luigi Dall'Igna ein wichtiger Faktor war.
"Ich kannte Gigi. Ich wollte etwas Neues machen, das meine Motivation stimuliert. Zu Beginn der Saison war es sehr schwierig. Uns fehlte die neue Verkleidung, die mir mehr Vertrauen für die Front schenkte. Ich musste meinen Fahrstil umstellen, doch das war nur eine Frage der Zeit, wie man jetzt sieht. Ich war in meiner Karriere mit allen Maschinen konkurrenzfähig und wusste, dass es mit Ducati ebenfalls so sein wird", bemerkt Lorenzo.
Bisher gelangen Lorenzo nur drei Podestplätze. Selbst Pramac-Pilot Danilo Petrucci schaffte es 2017 öfter in die Top 3. Doviziosos Erfolge waren für Lorenzo außer Reichweite. "Man kann nicht behaupten, dass das Motorrad nicht konkurrenzfähig ist, weil Dovi sechs Rennen gewonnen hat und ich vorne mitmische", hält der Spanier fest.
"Unser Motorrad hat in den Kurven Nachteile. Es ermöglicht nicht die höchsten Kurvengeschwindigkeiten aller MotoGP-Maschinen. Doch es hat viele andere Qualitäten, wie das Verhalten am Kurveneingang, die Beschleunigung und Traktion", analysiert Lorenzo und fügt hinzu: "Es wird schwierig, doch wir werden das beste Motorrad im Feld bauen. Das ist das zweite Ziel bei diesem Projekt. Ich möchte die Meisterschaft gewinnen, aber auch mit Gigi das beste Motorrad im Feld bauen."
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