Marquez, Rossi und Co. glauben: Iannone ist in Australien Favorit

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Marquez, Rossi und Co. glauben: Iannone ist in Australien Favorit
Autor: Gerald Dirnbeck
27.10.2018, 08:56

Wird Andrea Iannone in Australien sein erstes Rennen mit Suzuki gewinnen? Wie die MotoGP-Stars die Ausgangslage für Phillip Island einschätzen.

Die flüssig zu fahrende Rennstrecke auf Phillip Island hat schon oft für spannende Rennen mit vielen Überholmanövern in der Spitzengruppe gesorgt. Obwohl Marc Marquez zum fünften Mal hintereinander in Australien die Pole-Position erobert hat, sieht der Weltmeister einen anderen Fahrer in der Favoritenrolle: "Iannone! Seine Pace ist schneller." Dieser Meinung schließen sich auch die meisten anderen Fahrer an. Der Suzuki-Fahrer wird angesichts seiner Rundenzeiten in den Freien Trainings in die Favoritenrolle gedrängt.

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Im teilweise feuchten Qualifying schaffte es Iannone nicht in die erste Startreihe. Von Platz vier in der zweiten Reihe ist seine Ausgangslage aber auch sehr gut. "Es sieht so aus, dass Marquez und Iannone etwas mehr haben als alle anderen", findet Valentino Rossi, der als Siebter aus der dritten Reihe angreifen wird. "Dann kommen Maverick, Zarco, Dovizioso, Rins und ich. Es wird nicht einfach." Kann Iannone am Sonntag tatsächlich seinen ersten Sieg mit Suzuki erringen?

Alex Rins: "Iannone fällt im Rennen immer zurück"

"Es ist schade", sagt Iannone nach dem etwas chaotischen Qualifying, "dass ich das Potenzial nicht umsetzen konnte, denn es bestand eine gute Chance auf die Pole-Position. Wichtig wird aber, dass ich morgen eine gute Pace fahre und den Hinterreifen gut für die letzten Runden schone. Wir sind in einer besseren Position als sonst. Das ist sehr wichtig." Die Reifenentscheidung wird zwischen der weichen und der harten Mischung fallen. Viel hängt auch von den kühlen Temperaturen am Sonntag ab.

Mit Alex Rins lauert auf Startplatz fünf der zweite Suzuki-Fahrer auf seine Chance. Zuletzt in Japan machte er es cleverer als Iannone und stand am Ende auf dem Podium, während Iannone stürzte. "Iannone ist im Training immer schnell, aber in den Rennen fällt er dann zurück", feuert Rins eine Breitseite gegen seinen Teamkollegen ab. Iannone reagiert mit einem Lächeln auf diese Aussage: "Ich bin im Rennen nicht schnell? Das werden wir morgen sehen."

Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP

Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Im vierten Training konnte Iannone mit dem harten Hinterreifen mehrere 1:29er-Runden fahren, während die Konkurrenz Mühe hatte, unter 1:30 zu kommen. "Ich bin Iannone nachgefahren", hält Rossi fest, "und er ist schneller als ich. Er fährt mit einem besseren Gefühl und ist sehr stark. Auch Marquez ist schnell. Wir werden es sehen. Im Vorjahr war es das beste Rennen der Saison. Ich hoffe, ich bin in dieser Gruppe dabei."

Johann Zarco: "Marquez ist der Favorit"

Ist Iannone also der haushohe Favorit für den Sieg? Das sehen nicht alle so. "Marc ist trotzdem der Favorit, selbst wenn er Probleme hatte", glaubt Johann Zarco, der auf Startplatz drei steht. "Wenn ich hinter ihm war, habe ich gesehen, dass er die Situation kontrolliert. Er hat das Potenzial, alles zu analysieren. Sollte Iannone wegfahren können, wird Marc versuchen dranzubleiben." Marquez konnte mit seiner Crew das Fahrverhalten der RC213V verbessern. Sein Gefühl war am Samstag schon viel besser.

Marc Marquez, Repsol Honda Team

Marc Marquez, Repsol Honda Team

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Da der WM-Titel im Sack ist, kann Marquez ohne Druck fahren und attackieren. "Nein, ich fühle mich wie bei jedem anderen Wochenende", hält er dagegen. "Ich hätte gerne ein noch besseres Gefühl für das Motorrad, weil wir schon das ganze Wochenende Mühe haben. Ich attackiere wie immer, man hat das bei meinen Stürzen gesehen. Ich arbeite für das Rennen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch um die Teamweltmeisterschaft geht. Mit der Pole ist das nicht getan. Ich habe also noch eine Extramotivation."

Und welche Rolle spielt Yamaha?

Die beiden Yamaha-Fahrer Maverick Vinales und Zarco, die aus der ersten Reihe starten, wollen ebenfalls ein Wörtchen um die Vergabe der Podestplätze mitsprechen. Vinales rechnet mit einer großen Spitzengruppe: "Ich bin zufrieden, denn auf einer Strecke, auf der das Motorrad nicht so sehr zählt, sind wir dabei und ich kann um die Spitze kämpfen." Aufgrund der Streckencharakteristik ist Phillip Island für Yamaha vielleicht die beste Chance, doch noch ein Rennen in diesem Jahr zu gewinnen.

Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing

Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Und für Zarco geht es auch um die Independent-Trophy für Fahrer in einem Privatteam. "Cal ist in Japan ein schönes Rennen gefahren und hat einen Punktevorteil. Dazu zählt auch Danilo. Wir drei fahren unsere eigene kleine Meisterschaft aus. Ich glaube, ich habe die Chance auf das Podium, denn es ist eine spezielle Strecke. Auf Phillip Island ist immer alles möglich. Meine Rennpace in den Freien Trainings reicht vielleicht nicht für das Podest, aber ich bin knapp dran. Ich bin viel stärker als in Japan. Morgen werde ich sehen, ob ich den letzten Schritt machen kann und es mit dem Podium klappt."

Mit zusätzlichen Informationen von Oriol Puigdemont

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