Supercars Australia: Bleibt jetzt doch alles beim V8?

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Supercars Australia: Bleibt jetzt doch alles beim V8?
Heiko Stritzke
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Andrew van Leeuwen
17.05.2018, 17:06

Nissan bringt keinen GT-R, Holden legt die Entwicklung des V6 auf Eis: Bleiben die Supercars auf absehbare Zeit nun doch V8-Supercars?

Mit der Öffnung des Reglements für Zweitürer und Turbomotoren wollten die Organisatoren der australischen Supercar-Serie eigentlich mehr Hersteller in die Meisterschaft locken und strichen dafür extra das "V8" aus ihrem Namen. Doch nun sieht alles eher nach "Back to the Roots" aus: Nach dem werksseitigen Ausstieg von Nissan werden über kurz oder lang nur noch Holden und Ford übrig bleiben - sofern kein anderer Hersteller einsteigt und je nachdem, wie lange die Kelly-Brüder den Altima noch einsetzen werden.

Damit ist auch eine weitere Entscheidung gefallen, die bei vielen Fans zunächst einmal für Aufatmen sorgen dürfte: Vorerst wird es keine Motoren mit weniger als acht Zylindern in der Tourenwagenserie geben. Holden hat nämlich bereits im April die Entwicklung des V6-Turbos auf Eis gelegt, der eigentlich noch 2018 hätte debütieren sollen. Die "GenII"-Regeln, die neben Vier- und Sechszylinder-Turbos auch zweitürige Coupes ermöglichen, waren auch eine Einladung an Nissan, ihr Vorzeigemodell GT-R mit sechs Zylindern zu bringen. Das hat sich mit dem Rückzug erledigt.

 

Holden geht mit der Einfrierung des Entwicklungsprogramms seines neuen Motors einen wohl beispiellosen Weg: Man verzichtet auf das Serienaggregat, um den Sound der Meisterschaft zu erhalten. Dem Thema Umweltschutz hat sich die Supercar-Serie mittels E85-Kraftstoff schon 2009 verschrieben. Enthusiasten mögen zwar seitdem die hellen Flammen im Schubbetrieb fehlen, weil E85 deutlich dunkler verbrennt, doch für die Akzeptanz des Motorsports war es ein wichtiger Schritt.

Teambesitzer Brad Jones sagt gegenüber 'Motorsport.com': "Um ehrlich zu sein, war es die richtige Entscheidung (den V6 auf Eis zu legen; Anm. d. Red.). "Der ZB Commodore funktioniert mit dem V8 sehr gut und die Fans lieben den Sound. Der Wettbewerb ist sehr, sehr eng, der Sound ist gut. Deshalb ist es eine gute Entscheidung, die gut für den Sport ist." Er betont aber auch: "Der V6 ist nicht tot, er liegt nur auf der Ersatzbank." Holden sollte also im Kampf gegen Ford, die 2019 den Mustang bringen, im Sinne des V8 nicht ins Hintertreffen geraten.

Ryan Walkinshaw, Teambesitzer von Walkinshaw Andretti United, hatte bereits Stellung gegen den V6 bezogen und gibt sich nun erleichtert: "Der V8 ist ein Synonym für diese Meisterschaft. So viel Leidenschaft und Historie drehen sich um ihn. Es ist fantastisch zu sehen, dass Holden auf die Fans hört." Der GM-Tochter zufolge ist die Entscheidung keine Ankündigung eines eigenen Rückzugs. Der Fünf-Liter-V8 wird im aktuellen Commodore, der im Grunde nichts weiter als ein Opel Insignia mit anderem Emblem ist, nicht mehr angeboten.

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Rennserie Supercars
Urheber Heiko Stritzke
Artikelsorte News